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Zell-Unterharmersbach | 23.10.2020

FVU verliert das »ausverkaufte« Geisterspiel gegen den ZFV

Stadtderby geht mit 1:2 verdient an den Zeller FV

Foto:
FVU-Finanzboss Martin Schwarz (links) und Kassierer Jürgen Gutmann mussten schon eine halbe Stunde vor Spielbeginn das Ausverkauft-Schild aufhängen. Foto: FVU
von Christian Wagner

FVU I – Zeller FV I 1:2 (1:0)

100 Zuschauer im Eckwaldstadion und vermutlich noch einmal so viele »Zaungäste« sahen am Dienstagabend im Stadtderby einen verdienten 2:1-Sieg des Zeller FV. Dem FVU merkte man nach drei Spielausfällen in Folge vor allem in der zweiten Halbzeit die dreiwöchige Wettkampfpause an, während das voll im Saft stehende Zeller Team mit zu­nehmender Spieldauer eine Schippe zulegen konnte.

Das »Ausverkauft«-Schild am Eingang zum Eckwaldstadion irritierte etwas: Aufgrund der sich wieder zuspitzenden Corona-Situation hatten sich alle Verantwortlichen im Vorfeld auf eine Obergrenze von 100 Zuschauern geeinigt (500 wären laut Corona-Verordnung des Landes möglich gewesen), Zells Bürgermeister Günther Pfundstein hatte dies in Absprache mit Ortsvorsteher Ludwig Schütze sowie den Vereinsbossen Jörg Leisinger (FVU) und Christian Pristl (ZFV) in einer Polizeiverordnung entsprechend verfügt. Wer also mit dabei sein wollte, musste sich sputen, eine halbe Stunde vor Spielbeginn, gegen 19 Uhr, war bereits »ausverkauft«. Wer später kam, linste von außen durch die Hecken und Zäune. Dennoch herrschte im Derby weitgehend »Geisterspiel-Atmosphäre«.

Der FVU verbuchte auf dem Spielfeld den besseren Start und setzte sich in der ersten Halbzeit in der Hälfte des zurückhaltend beginnenden ZFV fest. Vor allem durch Standardsituationen des FVU kam es zu gefährlichen Situationen. So musste der starke neue Zeller Keeper Henning Brüstle ein 120-km/h-Freistoßgeschoss von Matthias Lehmann entschärfen – bei einem Flutlichtspiel kein leichtes Unterfangen (9.). In der 23. Minute hatte der FVU-Freistoßspezialist sein Visier noch besser eingestellt: Unhaltbar schlug ein 28-Meter-Freistoß neben dem Pfosten zur 1:0-Führung für den FVU ein. Die Partie war zwar intensiv und schnell geführt, doch mehr passierte in den beiden Strafräumen bis zum Pausenpfiff nicht.

Nach der Halbzeit hatte FVU-Außenspieler Valentin Spiczak eine sehr gute Kopfballgelegenheit, machte jedoch zu wenig daraus (48.). Die junge Zeller Elf drehte nun mehr und mehr auf und kam durch Lucas Halter zum sehenswerten 1:1-Ausgleich (53.). Mit einem herrlichen und unhaltbaren Heber aus 40 Meter überlistete er den mitspielenden FVU-Keeper Dirk Haase. Der Ausgleich war der Startschuss für eine ganz starke Phase des ZFV. Viele gefährliche Angriffe rollten auf das FVU-Tor, die letztlich in den 2:1-Führungstreffer für Zell durch Erwin Buchmiller mündeten (60.). Der FVU fand in dieser Phase keinen Rhythmus und hatte Glück, dass die Gäste bei guten Gelegenheiten das Spiel nicht vorzeitig entschieden. Mit der Einwechslung des spielfreudigen Felix Leisinger und des präsenten Routiniers Clemens Lehmann kam noch einmal etwas Schwung ins FVU-Spiel. Goalgetter Stefan Schwarz hatte Pech, dass sein schöner Heber nicht im, sondern auf dem Lattenkreuz landete (70.). Nachdem Zells gefährlicher Stürmer Gibbi Bah alleine vor Dirk Haase das 3:1 verpasst hatte (85.), musste Zell noch bis zum Schlusspfiff um die drei Punkte bangen. Dem FVU gelang auch noch der vermeintliche 2:2-Ausgleichstreffer durch einen Kopfball von Abwehrspieler Michi Schwarz (92.). Aber Schiedsrichter Nico Gallus (Nordrach) hatte irgendwo im Strafraumgetümmel ein Foulspiel erblickt und wertete den Treffer nicht.

Damit konnte Zell nach sehr langer Zeit und vielen sehr empfindlichen Niederlagen wieder mal einen Derbysieg feiern, der von den Spielern verständlicherweise frenetisch gefeiert wurde: „Derbysieger, Derbysieger, ole!“ schallte es aus der hüpfenden Spielertraube.

Fazit: Der FVU hatte nach der dreiwöchigen Wettkampfpause einfach nicht den Rhythmus, um gegen die, sich in starker Form befindende, Zeller Elf zu bestehen. Am Sonntag beim richtungsweisenden Spiel in Willstätt muss die Elf von Jochen Fischer ihren Rhythmus finden und deutlich zulegen.

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