Exklusive Schönheiten und robuste Allrounder im heimischen Garten

In Zeiten von stark ausgedünnten Zerstreuungsmöglichkeiten stellt sich immer mehr Müßiggang ein und man riskiert gerne einen zweiten Blick auf die Natur. Im Garten sind faszinierende Lebewesen zu finden.

Susanne Vollrath hat im Garten genauer hingeschaut und entdeckt, wie wunderschön schon die Knospen der Rhododendren sind. Geometrisch exakt bringt es Mutter Natur hin, dass vor dem Aufblühen schon die Blütenfarbe durchblitzt. Je nach Sorte blühen Rhododendren von Ende März bis Mai, wobei gerade jetzt die meisten ihre volle Pracht entfalten. Die Gehölze sind sehr anspruchsvoll, was den Standort angeht. Kalkarm sollte er sein, gleich­mäßig feucht, humusreich. Am besten im lichten Schatten. Nicht einfach, all diese Wünsche zu erfüllen. Pflegeleichter sind spezielle Ver­edelungen, sogenannte In­karho-Hybriden, die ein robusteres Wurzelwerk mitbringen.

Auch die Walderdbeeren blühen gerade und die Vorfreude auf die aromatischen Früchte wächst. Im Vollrathschen Garten wuchern die Pflanzen an einem Platz, an dem Ansiedlungsversuche anderer Arten fehlgeschlagen waren. Der Boden ist schwer, mittags brennt die volle Sonne, zu allen anderen Zeiten liegt der Pflanzstreifen aber im tiefen Schlagschatten von Gebäuden. Die Walderdbeeren (Fragaria vesca) machen es trotzdem mit, blühen unermütlich und bringen jede Menge Früchte hervor. Ideal wäre ein halbschattiger, eher feuchter, humoser Standort.

Ähnlich standortflexibel zeigt sich die Bergenie (Bergenia). Mehr noch: Sie gilt als nahezu „unverwüstlich“, wächst und blüht sogar im Steingarten. Jetzt blüht sie gerade, im restlichen Jahr verschönern dann die großen, glänzenden Blätter das Beet. Manchmal ist das Laub vom Rand her angefressen. In diesen Fällen hat ein Käfer, der Dickmaulrüssler, sein unheilvolles Werk verbracht. Den Krabbler bekommt man mit Nematoden ohne Gift jedoch wieder in den Griff.

Im Garten wächst der Rote Hartriegel (Cornus alba ‚Sibirica‘) meistens als Großstrauch. Jetzt blüht er noch. Danach überzeugt er mit seinem Fruchtschmuck. Das Wildobst ist vor allem bei Vögeln beliebt. Als heimische Pflanze ist der Hartriegel zudem ein idealer Nektar- und Pollenspender für Insekten. Weil er Ausläufer bildet, wird er gerne zur Hangbefestigung eingesetzt, die roten Zweige sind ein tolles Bastelmaterial im Herbst und Winter. Gute Nachricht für faule Gärtner: Den roten Hartriegel kann man problemlos „auf Stock“ setzen, also ohne Rücksicht auf Verluste einfach ganz bodennah abschneiden. Er treibt sicher wieder durch – und erstrahlt anschließend in viel leuchtenderem Rot.

Das Flair Südfrankreichs holt man sich mit Schwertlilien (Iris) nach Hause. Die Sortenvielfalt ist immens. Verschiedene Höhen, Blütenfarben, Blütezeitpunkte – all das gibt es in scheinbar unendlicher Fülle. Die Schwertlilie ist eine von den Pflanzen, bei denen ein genauer Blick lohnt. Die sechs Blütenhüllblätter sind trompetenförmig verwachsen. Die drei äußeren neigen sich als sogenannte „Hängeblätter“ nach unten und tragen bei manchen Sorten auffällige Bärte. Die drei inneren stehen als Domblätter aufrecht nach oben. Den Expressionisten Vincent van Gogh hat die schöne Blume, die im Laufe der Jahre dichte Bestände bildet, zu einem weltberühmten Kunstwerken inspiriert. Warum es ihm nicht nachtun und die Originale im eigenen Garten pflegen?

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