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Zell-Unterentersbach | 8.12.2025

Vom Club der Kläuse: Namensvettern beim Klausentreffen unter sich

Foto:
Das traditionelle Gruppenfoto der diesjährigen „Kläuse“, gemeinsam mit Ortsvorsteher Christian Dumin (5. von rechts) sowie dessen Vorgängerkollegen Horst Feuer und Petra Kühn (2. und 3. von rechts). In der ersten Reihe (5. Von rechts): Gründungsmitglied Klaus Herm und Organisator Claus Jilg (2. von links). Foto: Inka Kleinke-Bialy
von Inka Kleinke-Bialy

Seit über 40 Jahren treffen sich Männer mit den Vornamen Klaus, Claus oder Nikolaus am 6. Dezember in Unterentersbach, um gemeinsam ihren Namenstag zu feiern.

„Na, weil wir Freude haben – was für eine Frage!“, lacht einer der 25 Männer mit dem Vornamen Klaus, Claus oder Nikolaus ein reichlich verwundertes Lachen. Zugegebenermaßen war sie nicht sonderlich kreativ – die Frage, warum er zu denen gehört, die sich alljährlich zum Nikolaustag in Unterentersbach versammeln.

Mail und Mundpropaganda

„Das ist halt unser Festtag, unser Namenstag“, ergänzt ein weiterer Klaus, diesmal mit großer Nachsicht. „Wir kommen aus der ganzen Region, auch vom Rebland unten, von Zell-Weierbach, Fessenbach und so“, ist von ihm zu erfahren. Stets erfolge eine Maileinladung seitens des Organisators. Hinzu komme die Mundpropaganda, erläutert der liebenswert-nachsichtige Klaus weiter und schmunzelt: „Man weiß ja, wann der 6. Dezember ist, das ist halt dann so.“

Tradition seit 1981

Er selbst gehört seit seinem 15. Lebensjahr zum Club der „Kläuse“. Seit wann es deren Treffen überhaupt gibt? „Seit über 40 Jahren“, sind sich alle Umstehenden nach kurzem Überlegen einig. Wer es ganz genau weiß, ist Claus Jilg aus Oberharmersbach, besagter Organisator des alljährlichen Nikolaustreffens: Seit 1981 existiert die Tradition. Das diesjährige Treffen ist das 43. seiner Art, einmal musste es wegen Corona ausfallen.
Das letzte heute noch lebende Gründungsmitglied ist auch heuer wieder mit von der Partie: Klaus Herm. „Klaus mit altdeutschem K“, betont er fröhlich. Und erinnert sich: Der Klaus Eisenegger aus Rammersweier – Gott habe ihn selig – habe mit Blick auf Treffen der Namensvetter „Josef“ und „Fritz“ dereinst gemeint, „wir könnten doch mal ein Treffen für alle machen, die Klaus heißen.“

Zum Grab des Heiligen Nikolaus

Im Jahre 1980 seien daraufhin sechs Kläuse nach Bari gefahren. „Das waren damals alles Bundesbahnangestellte“, ergänzt Claus Jilg mit einem Feixen, „die konnten natürlich alle kostenfrei nach Italien fahren.“ Die Reise galt dem Besuch der Grabstätte des Heiligen Nikolaus. Dieser Bischof aus dem vierten Jahrhundert stammte aus dem heute in der Türkei liegenden Myra. Weltweit gefeiert wird er für seine Mildtätigkeit – Traditionen wie das Befüllen von Stiefeln mit Süßigkeiten lehnen sich an seine Gaben an Bedürftige an.

Sein Erbe soll er an die Armen verteilt und vielen Menschen in Not geholfen haben. Der 6. Dezember gilt als sein Todestag. Zwar gibt es noch weitere Heilige mit dem Namen Nikolaus, deren Gedenktage gefeiert werden. Der bekannteste und wichtigste jedoch ist der sechste Dezember, der Tag des Klausentreffens in Unterentersbach.

Nikolauskirche gesucht!

Zu dessen Entstehung erzählt Klaus Herm weiter: Als die sechs Kläuse aus Bari zurückkamen, überlegten sie sich, „wie machen wir jetzt weiter?“ Man beschloss, eine Nikolauskirche zu suchen. Weil die Frau des Treff-Gründers Klaus Eisenegger aus dem Unterharmersbacher Kirnbach/Grün stammte, brachte sie die historische Nikolauskirche in Unterentersbach ins Spiel. Auf diese fiel denn auch die Wahl.

„Wir sind dann zum Mittagessen im Gasthaus Pflug gegangen, am Tisch saßen sechs Personen“, fährt Klaus Herm mit seiner Erzählung fort. „Es gab erst Nudelsuppe und dann Sauerbraten.“ Es gelang, den damaligen Ortsvorsteher Karl Halter mit ins Boot zu holen, desgleichen die Geistlichkeit. Seither findet das Klausentreffen alljährlich am Nikolaustag in Unterentersbach statt.

Es lebe die Tradition!

Stets beginnt es mit einem Gottesdienst. „Schön, dass Ihr die Tradition aufrechterhaltet“, wandte sich Pfarrer Bonaventura Gerner am vergangenen Samstag an die in der Nikolauskirche versammelten Namensträger. Ebenso würdigte ihn deren Begleitung durch Ortsvorsteher Christian Dumin sowie dessen Vorgänger Andrea Kuhn und Horst Feuer.

Nach dem Gottesdienst geht es grundsätzlich zum Gruppenfoto am historischen Nikolausbrunnen neben der Kirche und dann zum gemeinsamen Mittagessen. Verspeist werden: erst Nudelsuppe und dann Sauerbraten.

Hintergrund

Der Name „Nikolaus“ wird in der katholischen Kirche sehr verehrt. Als Gabenbringer für die Kinder – in Anlehnung an das Wirken des Bischofs von Myra – tritt er seit dem 16. Jahrhundert auf. Tausende von Kirchen wurden nach ihm benannt, ist aus dem Internet zu erfahren. Der Namensforscherin Rita Heuser zufolge entwickelte sich der Vorname Nikolaus gleichzeitig zu einem der häufigsten Rufnamen des Mittelalters. Zeitweise soll in manchen Städten bis zu einem Viertel der Männer Nikolaus geheißen haben. Daraus entstanden im deutschen Raum nicht nur Namen wie Klaus oder Claus, sondern auch Niklas, Niko, Nico, Klas, Niki oder Nicki.

Nicht weniger spannend wird es bei den Nachnamen, denn sie entwickelten sich im Spätmittelalter unter anderem aus Vornamen. Auf „Nikolaus“ zurück gehen beispielsweise Nitschke, Nietzsche, Mitschke, Klasen, Klose, Claßen, Claas, aber auch Nickel oder Kolping – in jeweils unterschiedlichen Schreibweisen. „Nikolaus“ dürfte im deutschen Sprachraum daher die meisten Familiennamen hervorgebracht haben.

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»Klausen-Treffen«

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