4.000 Einwände liegen gegen mögliche Windräder auf der Gemarkung Oberentersbach vor. Lorenz Breig fordern eine öffentliche Debatte.
Am Freitagabend kam der Ortschaftsrat zu seiner ersten Sitzung im Jahr 2026 zusammen. Ortsvorsteher Torsten Gutmann nahm sich viel Zeit für die Beantwortung der Fragen in der Bürgerfrageviertelstunde.
Niemand fühlt sich zuständig
Bürger Georg Schwendenmann richtete gleich mehrere Fragen an den Ortschaftsrat. Auf den Sachstand der Straße durch den Alten Wald angesprochen, erwiderte Torsten Gutmann, dass die Zuständigkeiten nicht klar seien. Obwohl es sich um eine Kreisstraße handelt, fühlt sich der Kreis nicht in der Pflicht, das Bankett herzurichten. Das E-Werk verweist auf den Kreis und sieht sich ebenfalls nicht zuständig. Der Ortsvorsteher bleibt an dem Thema dran.
Dann kritisierte der Bürger die erfolgte Nachsaat der Trasse, die nicht zufriedenstellend sei. Hier habe es einen Vor-Ort-Termin gegeben, erklärte Gutmann. Er halte es für sinnvoll, dass die Eigentümer ihr Gelände selbst einsäen und dafür einen Zuschuss erhalten. Hierzu werde es noch eine Information geben.
Fragen an den Bürgermeister
Gesprächsbedarf meldete Georg Schwendenmann zum Thema Wasserleitungen und Entschädigung an. Bürgermeister Günter Pfundstein antwortete, dass Peter Lehmann von der Verwaltung für das Projekt verantwortlich sei.
Als weiteres Thema fragte der Bürger nach der Pflege von gemeindeeigenem Grünland im Bereich Mürrenbach/Stricker. „Die Stadt wird froh sein, wenn die Eigentümer selbst mulchen“, erwiderte Bürgermeister Pfundstein. „Ich appelliere, mitzuhelfen“, machte er deutlich. Was der Betriebshof übernehmen müsse, fehle an anderer Stelle.
Kommunikation hakt
Wie bereits in der Bürgerfrageviertelstunde deutlich geworden war, gibt es Probleme bei der Kommunikation zwischen dem E-Werk, dem Kreis, der Baufirma und den Eigentümern. „Wir sind froh, dass die Baufirma so gut arbeitet. Aber es sind auch nur Menschen“, warb Ortsvorsteher Gutmann um Verständnis für manche Kommunikationsmängel.
Er ging auf konkrete Maßnahmen ein: Im Bereich Untertal 3–5 wird der Gewässergraben auf Kosten des E-Werks verdohlt. Im Untertal 11 muss gewartet werden, bis es trockener wird. Dies betrifft auch andere Gebiete. Bis Anfang März soll der Bereich Mürrenbach fertiggestellt sein. Ab Mitte März werden zwei Bauteams vor Ort tätig sein. Dann werden die Arbeiten am Eckerhofweg hinauf erledigt. Ebenfalls ab Mitte März werden Wasserleitungen und drei Windradleitungen auf den Nil hinauf gegraben. „Die Arbeiten sind im Zeitplan“, erklärte der Ortsvorsteher abschließend.
Digitale Chronik
„Wir möchten die Geschichte des Tals in digitaler Form festhalten, auch für die Nachwelt“, erklärte Torsten Gutmann. Dazu sollen Unterlagen von Privatleuten zur Historie von Oberentersbach ausgeliehen und digitalisiert werden. Es gibt bereits ein Archiv im Zeller Rathaus, das ebenfalls genutzt werden soll.
Konkret nannte der Ortsvorsteher zwei Bürgerinnen, die Interesse daran haben und die notwendigen Arbeiten übernehmen werden. Die Bürgerinnen waren anwesend und äußerten sich zu dem Thema. Sie wurden auf eigenen Wunsch einstimmig vom Ortschaftsrat beauftragt.
Einweihungsfest für die Jubiläumsbank
Bürger aus Oberentersbach haben bei der 950-Jahr-Feier in Unterentersbach mitgeholfen und Einnahmen erwirtschaftet. „Dieses Geld wurde gemeinsam erwirtschaftet und soll den Bürgern zurückgegeben werden“, erklärte Ortsvorsteher Gutmann.
Er machte den Vorschlag für ein kleines Einweihungsfest an der Wassertretstelle, wenn die Jubiläumsbank im Frühjahr dort aufgestellt wird. „Das ganze Tal ist eingeladen“, betonte Gutmann. Andere Vorschläge zur Verwendung des Geldes wurden nur kurz diskutiert. Einstimmig beschlossen wurde schließlich der Vorschlag von Torsten Gutmann. Sollte danach noch Geld übrig sein, wird darüber erneut beraten.
4.000 Einwände gegen Windradbau
Zum Tagesordnungspunkt „Verschiedenes“ wandte sich Ortschaftsrat Lorenz Breig an das Gremium. Er kritisierte, dass das Thema einer möglichen Anlage von Windkrafträdern auf Oberentersbacher Gemarkung bisher in nicht öffentlichen Sitzungen behandelt worden sei. „Das Thema betrifft alle Oberentersbacher und sollte öffentlich behandelt werden“, sagte er mit Nachdruck.
Bürgermeister Günter Pfundstein nahm dazu ausführlich Stellung. Er betonte, dass es zu dem Vorhaben rund 4.000 Einwände gebe, die derzeit geprüft würden. Auch die Stadt Zell habe Einwände erhoben.
Es folgte eine längere, kontrovers geführte Diskussion zwischen den Ortschaftsräten, dem Bürgermeister und einigen Bürgern, die während der laufenden Sitzung ihre ablehnende Haltung zur Windkraftanlage deutlich zum Ausdruck brachten.
Bürgermeister Pfundstein erklärte, dass die Investitionen im ländlichen Bereich auch dazu dienten, die Ableitung des Stroms von den Windkrafträdern zu gewährleisten, und nannte die Investitionssumme, die die Stadt dafür aufbringt. Von dieser Infrastruktur würden auch die Anwohner profitieren, da weitere Gewerke wie die Verlegung von Breitband, Strom und Wasser ebenfalls Teil der Maßnahme seien.
Als die Diskussion über die Auswirkungen der Windkraftanlage für Oberentersbach erneut aufkam, wiederholte Pfundstein seine eingangs formulierte Aussage deutlich: „Der Regionalverband entscheidet über die Standorte der Windkraftanlagen. Wir können da gar nicht mitentscheiden.“


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