Ein Fasendabend mit Kultcharakter: 80 Akteure des Zeller Turnvereins boten zusammen mit den Gästen aus Gengenbach einen mitreißenden Mix aus Turnen, Tanz, Akrobatik, Klamauk und Spaß.
Einfach nervig. Ein Loch im Dach und irgendwo tropft das Wasser rein. Deutlich hörbar. Da hilft erst nur, einen Eimer drunter zu stellen. Noch besser sind echte Handwerker, in blauen Latzhosen, orangeroten Schutzhelmen und ausgerüstet mit einem zweistöckigen Baugerüst a la Orbau.
„Des Loch stopfe mir einfach selber“, hat die entschlossene Handwerkergruppe als Devise ausgegeben. Angeführt von den beiden Handwerksmeistern Topper und Pirmin, zusammen mit einer versierten Gesellin und weiteren Gesellen – und auch wagemutige Azubis gehörten zum Bautrupp. Alle gut drauf, alle beinhart wie ein Rocker, alle trinkfest. Dem Warm-up mit Bierkisten folgte der Gerüstbau. Alles geht ruckzuck Hand in Hand. Dann folgte der „Arbeitseinsatz“. Gerüst hoch, Gerüst runter, fliegende Handwerker – da stockte beim Zuschauen schon mal der Atem.
Die Leistungsriege des Zeller TV hat ihren Traumberuf gefunden – und das Publikum beim Turnball belohnte die spektakuläre Turnshow mit tosendem Beifall. Der Einsatz war von Erfolg gekrönt – das Wasser hat aufgehört zu tropfen!
Vorsitzende bleibt Schwarzwald-Maidli
Kein Zweifel – der Turnerball hat Kultcharakter. Schon vor dem Start bildete sich eine lange Besucherschlange vor der Hallentür und als Sybille Nock die Gäste begrüßte, war die Jahnturnhalle bis auf den letzten Platz besetzt.
„Ich hab mir überlegt, den Job zu wechseln“, erklärte die TV-Vorsitzende und verriet: Ich wollte Narrenrätin werden.“ Ihr Bewerbungsschreiben sei vom Vizezunftmeister mit viel Wohlwollen beantwortet und mit der Begründung abgelehnt worden, dass man mit 13 Narrenräten das Kontingent schon mehr als erfüllt habe. „Die Zeit ist wohl noch nicht reif für eine weibliche Narrenrätin. Dann bleib ich doch lieber ein Schwarzwald-Maidli“, erklärte die in den Zunftfarben gelb-lila gewandete TV-Vorsitzende.
Dann gab sie das Wort an „Karla Kolumna“ Ute Berger, die spontan ihren Job an den Nagel hängte und zur Ansagerin des Turnerballs 2026 wurde. Unterhaltsam, mit stets einem strahlenden Lächeln, einem freundlichen „Hallöchen! Hallo!“ und mit ständig wechselnden Outfit sagte sie die närrische Berufe-show passend zu den jeweiligen Traumberufen an.
Wenig arbeiten und immer Spaß haben
Dass das Ding mit der Berufswahl gar nicht so einfach ist, wurde auf dem Arbeitsamt deutlich. Der Haltung „Hartz 4 und der Tag gehört Dir“ hatte die adrette Arbeitsvermittlerin nur wenig entgegenzusetzen. Handwerker, Wintersportler, Lockführer? „Ich will doch nicht das halbe Leben lang zu spät kommen.“ Auch die passenden Tanzshows konnten den Langzeitarbeitslosen nicht überzeugen. „Bierkapitän“ wäre denkbar, aber der Traumberuf ist ein anderer: Wenig arbeiten, viel reden, ständig Blödsinn machen, Spaß haben. Das kann nur ein Zeller Fasendnarr sein. Auch im Publikum sorgte dieser Job für gute Laune – oben, unten, vorne, hinten und überall!
Gute Laune herrschte danach im Labor der munteren Wissenschaftlerinnen, die das Publikum mit Teamarbeit, Eleganz, Körperbeherrschung, turnerischem Können und mitreißenden Tanzeinlagen begeisterten. Die Saltos, Handstände und Flick-Flacks der jungen Turnerinnen wurden mit großen Applaus belohnt.
Eine Sonderschicht legte das Bordpersonal der „Ultimate Dance Crew Deluxe“ im Airport Jahnturnhalle ein. Der Flug nach Malle mit den beiden trinkfesten Passagieren wurde zur echten Herausforderung. Durch die Gepäckausgabe flogen Koffer, Bekleidungsstücke – und ein echter Flitzer! Als dann auch noch der Flieger mit saalbreiter Flügelspannweite abhob, war die Reiseflughöhe Zeller Fasend erreicht. Die Show der Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter war an Kreativität und Wortwitz kaum zu überbieten.
Den kompletten Bericht und weitere Bilder finden Sie in der Print-Ausgabe der Schwarzwälder-Post.





