Dankbar und zufrieden kann sie auf ein ausgefülltes Leben zurückblicken.
Groß war die Freude am gestrigen Dienstag bei Berta Lehmann, als sie in familiärer Runde ihren 95. Geburtstag feiern konnte. Seit fast zwei Jahren lebt die Jubilarin im Seniorenzentrum „St. Gallus“ in Zell a. H.
Bürgermeister Günter Pfundstein ließ es sich nicht nehmen, der gebürtigen Oberharmersbacherin die Glückwünsche der Stadtgemeinschaft zu überbringen. Martina Heizmann gratulierte seitens des Hauses. Das Geburtstagsmenü ließen Berta Lehmann und ihre Angehörigen später im Hotel „Klosterbräustuben“ servieren.
Im Obertal aufgewachsen
Berta Lehmann wurde am 10. Februar 1931 in Oberharmersbach geboren. Sie war die jüngste von zwei Schwestern. Ihre Eltern waren der von der „Unteren Krochte“ stammende Leonhard Müller und seine Ehefrau Paulina Raff.
Da Berta Lehmann im mütterlichen Elternhaus im Obertal aufwuchs, besuchte sie zunächst die für ihren Wohnbezirk zuständige Riersbacher Schule. Als das Schulgebäude in den Kriegsjahren von Soldaten genutzt wurde, wurden die Schüler in verschiedenen Bauernhäusern unterrichtet.
In den letzten Kriegsjahren und in den ersten Nachkriegsjahren war es extrem schwierig, einen Ausbildungsplatz zu bekommen. Wie die meisten Mädchen der damaligen Zeit konnte auch Berta Lehmann keine Lehrstelle finden. Sie fand Beschäftigung im elterlichen Haushalt, half in der Unteren Krochte, arbeitete als Tagelöhner und im Gemeindewald.
Heirat mit Edmund Lehmann
1953 heiratete sie Edmund Lehmann aus Zuwald. Von nun an war sie vorwiegend mit dem Versorgen des eigenen Haushalts und der Erziehung ihrer fünf Kinder beschäftigt. Landwirtschaft und Garten, sowie später die Fremdenzimmervermietung bescherten ihr ein arbeitsreiches Leben. Auch heute noch denkt sie gerne an die vielen Gespräche und Bekanntschaften durch die Fremdenzimmervermietung zurück.
Wie damals üblich, flickte auch Berta Lehmann die anfallende Alltagskleidung, welche besonders durch die drei Buben reichlich anfiel, selbst. Das Nähen von Dirndl und Schürzen für sich und andere Familienmitglieder machte ihr jedoch besondere Freude.
Ein selbstbestimmtes Renterdasein
Bis ins hohe Alter, solange ihr Mann noch Auto fahren konnte, waren beide gerne unterwegs, was ihnen ein selbstbestimmtes Rentnerdasein bescherte. Die Kurzreisen in die Schweiz nach Einsiedeln, nach Zürich zu ihrer Tochter oder Altötting mussten mit zunehmendem Alter auf Rundfahrten durch den Schwarzwald zum Besuch von Bekannten, Kirchen und Wirtschaften reduziert werden. Nachdem lange Strecken mit dem eigenen Auto zu anstrengend wurden, fanden beide bei Busreisen gerne neue Gesprächspartner.
Die letzten Jahre, als das Gehen nur noch am Rollator möglich war, und ihr Ehemann Edmund schließlich daheim gepflegt werden musste, konnten beide immer mit der vollen Unterstützung von ihrer Schwiegertochter Anita, ihres Sohnes Meinrad sowie ihrer anderen Kinder rechnen.
Den kompletten Bericht finden Sie in der Print-Ausgabe der Schwarzwälder-Post.





