In Unterharmersbach ist sie bekannt als ehemalige Wirtin des Vereinsheims des Fußballvereins, als Sängerin und als Freundin der Fasent.
Am Mittwoch konnte die bekannte Unterharmersbacher Mitbürgerin Lina Hertig im Kreis ihrer Familie den 100. Geburtstag feiern. Groß war die Freude bei der Jubilarin, dass auch Bürgermeister Günter Pfundstein, Ortsvorsteher Jürgen Isenmann und Ortsvorsteher a. D. Hans-Peter Wagner gekommen waren, um ihr zur gratulieren und die Glückwünsche der Bürgerschaft zu überbringen.
Seit sechs Jahren verbringt Lina Hertig ihren Lebensabend im Haus „Bethanien“ in Gengenbach, wo ihre inzwischen verstorbene Schwester Candida gewirkt hat. Zur Geburtstagsfeier am Mittwoch waren ihre beiden Söhne Sepp und Herbert, viele Verwandte, Enkel und Urenkel, Neffen und Nichten sowie ihre Patenkinder nach Gengenbach gekommen. Lina Hertig war riesig erfreut über ihre vielen Geburtstagsgäste.
Ein Leben voller bunter kleiner und großer Geschichten
Bereits zu früheren Geburtstagen von Lina Hertig hat Hans-Peter Wagner über „ihr Leben voller bunter kleiner und großer Geschichten“ geschrieben, was wir an dieser Stelle und aus Anlass ihres 100. Geburtstags gerne nochmals wiedergeben.
Am 28. Januar 1926 wurde Lina Hertig geboren. In Unterharmersbach ist sie bekannt als ehemalige Wirtin des Vereinsheims des Fußballvereins, als Sängerin und als Freundin der Fasent.
Aufgewachsen ist die Jubilarin mit vier Geschwistern, als ältestes Enkelkind von Hans Schmieder, dem „Adler“-Wirt. Sie verließ die Schule im achten Schuljahr und half daheim, den Haushalt in Schuss zu halten. Dann begann Lina in der unteren Fabrik eine Lehre als Keramikmalerin. Ihre Vorgesetzten waren sehr zufrieden mit ihr. Aber die Arbeit im Akkord machte sie nicht glücklich. Nach sechs Jahren richtete sich Lina zuhause im Keller ein kleines Atelier ein. Dort bemalte sie Geschirr mit Schwarzwaldmotiven und Blumen in Eigenregie. Geschäfte in Schonach verkauften es als Souvenirs.
Hochzeit nach dem Krieg
Als „ihr“ Sepp aus dem Krieg zurück war, heirateten sie. Das war am 23. Mai 1947. 1956 war das eigene Haus gebaut. Lina malte weiter Uhrenschilder, kümmerte sich um den Haushalt und ihre zwei Jungen Sepp und Herbert. Am 26. März 1986 ist ihr Mann verstorben.
1964 übernahm Lina das Sporthaus des Fußballvereins als Wirtin. Da sie immer freundlich war und hervorragend kochte, lief die Wirtschaft hervorragend. Besonders Reschele, die gebratene Rehleber, war der absolute Renner.
Lina hatte noch mehr Talente. Wenn sie mit ihrer herrlichen Altstimme unter Begleitung von Fritz Gallus in der Kirche oder bei Festen sang, hätte man eine Stecknadel fallen hören können. Und zum Schluss gab es nicht enden wollender Beifall.
Auch an der Fasent war Lina sehr aktiv. Zusammen mit ihren Freundinnen, den Turnerfrauen, weckte sie die Hambacher am Schmutzigen aus dem Winterschlaf. Sie organisierten sogar einen Umzug. Hierzu bauten sie unter dem Kommando von Kapitän Sepp Hertig ein Riesenschiff auf einen Umzugswagen, der eifrig beklatscht wurde. Im Jahr 2020 hat die 94-jährige Lina Hertig das Fasentschnurren altershalber in jüngere Hände gelegt. Spontan wurde sie von jüngeren Wahrsagerinnen aus der Kugel zur »Hambacher-Ehren-Narren-Mama« ernannt.
Den kompletten Bericht und weitere Bilder finden Sie in der Print-Ausgabe der Schwarzwälder-Post.





