Pfarrheim außer Rand und Band: Beim Gemeinschaftsabend der Vorstadt der Liebe überschlagen sich die Ereignisse. Was war da los in Klein Paris?
Am Samstagabend steht ein Angler im Pfarrheim von Klein Paris und gibt Nachhilfe im Angeln. Sein Schüler: Schorschi, ein Schweinchen aus Stoff. „Du musst locker lassen“, erklärt Martin Kersting und holt mit der Rute aus. Der erste Wurf sitzt: Am Haken hängt der neue Vorstand. Kersting mustert seinen Fang kurz und entscheidet: „Den setzen wir wieder zurück, sonst gibt es Ärger.“
Schorschi und Kersting kehren immer wieder zur Moderation auf die Bühne zurück. Das Schweinchen meldet sich zwischendurch zu Wort, meist aus nachvollziehbaren Gründen. Hunger zum Beispiel. Als es auf der Speisekarte von Kartoffelsuppe mit Wienerle liest, bekommt es mit der Angst zu tun. Kersting zieht ihn hastig weiter. Sicher ist sicher!
Gesungenes aus dem echten Leben
Den Anfang im Programm machen traditionell die Hoorig Katz, die Fedrig Henn und die Borschdig Sau. Sie nehmen das vergangene Jahr auseinander und gießen es in Lieder. Ein verlorener Geldbeutel taucht im eigenen Auto wieder auf. Gisela rutscht aus und verbringt die letzte Fasend überwiegend im Rollstuhl. Klaus bricht sich die Rippen, Olaf das Fersenbein. Dazwischen rutscht eine Schwarzfahrt mit der Bahn im Liederbuch, ein Saugroboter verteilt ein tierisches Missgeschick im Haus, und zum Schluss bekommt der frühere Vorstand Michael Mietzner noch ein Dankeslied.
Gesungen wird an diesem Abend öfter. Rainer Kuderer und Heike Günther widmen sich der Frage, was „bled“ eigentlich heißt. Sie kommen nicht weit und fragen einen Chatbot. Der liefert pflichtbewusst einen Liedvorschlag. Gesungen wird zur Melodie des Rhinwaldsounds-Songs „Genauso bled wie Mir“. Ob das künstliche Intelligenz ist oder gesunder Menschenverstand?
Körperarbeit mit Nudelholz
Auch bei der Nummer „Frauenpower“ wird gesungen. Die Tänzerinnen erscheinen in Trainingsanzügen und mit deutlich erhöhtem Leibesumfang. Die Laune ist ausbaufähig. „Selber schuld“, heißt es, zu viele Plätzchen nach der Probe. Die Lösung liegt griffbereit. Mit dem Nudelholz werden die Pölsterchen ausgerollt, zumindest musikalisch. Mit jedem Takt verschwindet etwas Gewicht und die Stimmung steigt.
Warnung vor erhöhter Männlichkeit
Vor dem Auftritt der Hupfdohlen meldet sich Schorschi zu Wort. Er will schmusen. Schließlich heiße es hier überall Klein Paris, gibt er zu bedenken. Kersting hört sich das an und winkt ab. Dann betreten die Tänzerinnen die Bühne. Als Puppen im Candyland werden sie mit einem überdimensionierten Schlüssel aufgezogen und beginnen zu tanzen. Das Publikum fordert Zugaben. Sein Wunsch wird erfüllt. Zum Abschluss des Abends warnt Angler Kersting vor einem bevorstehenden Testosteronrausch und rät Schorschi zur Vorsicht. Dann kommt das Männerballett: nackte Oberkörper, Federkronen, fransenbesetzte Samba-Hosen. Mit Trommeln und einer Samba-Queen in ihrer Mitte verwandeln sie das Pfarrheim in eine riesige Rio-Straßenparty.
Den kompletten Bericht und weitere Bilder finden Sie in der Print-Ausgabe der Schwarzwälder-Post.




