Der Landtagsabgeordnete Volker Schebesta (CDU) hat das Caritas-Seniorenzentrum St. Gallus in Zell am Harmersbach besucht, um sich im direkten Austausch ein aktuelles Bild von der Situation in der Pflege zu verschaffen.
In dem ausführlichen Gespräch wurden die täglichen Herausforderungen aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter berichteten insbesondere über den gestiegenen bürokratischen Aufwand, schwierige Personaleinsatzplanungen aufgrund von Schichtarbeit und zunehmenden Personalengpässen. Auch steigende Kosten wurden angesprochen, die durch fehlende Zuschüsse der Krankenkassen für medizinische Leistungen zusätzlich belasteten.
Sprache als Hürde im Alltag
Ein weiteres Thema waren Sprachbarrieren bei internationalen Fachkräften und Auszubildenden. Diese erschwerten nicht nur die Integration, sondern erhöhten auch die Belastung im Arbeitsalltag und beeinträchtigten die Kommunikation mit den Pflegebedürftigen. Die Teilnehmenden betonten, dass Integration – von ausreichenden Sprachkursen bis hin zu praktischer Begleitung im Arbeitsalltag – weiterhin ein zentraler Baustein für die Fachkräftesicherung sei.
Weitere Herausforderungen und Chancen
Zur Sprache kamen außerdem das Pflegekompetenzgesetz, Fragen zur Ausbildungsqualität und -attraktivität, ein ausbaufähiges Notfallkonzept sowie bauliche Einschränkungen durch die Heimbauverordnung, die sich spürbar auf die tägliche Arbeit auswirken. Die Verantwortlichen sahen zudem große Chancen in der Digitalisierung, wiesen jedoch darauf hin, wie wichtig umfassende Schulungen für die Seniorinnen und Senioren im Seniorenzentrum seien, die zunehmend digitale Angebote auch für Verwaltungsangelegenheiten nutzen müssten.
Schebesta: „Pflege braucht stabile Rahmenbedingungen“
Volker Schebesta betonte nach dem Gespräch: „Die Pflegekräfte im St. Gallus leisten Hervorragendes. Die Rückmeldungen zu Bürokratie, Personaleinsatz, Kosten und Sprachproblemen nehme ich sehr ernst. Es ist wichtig, die Situation direkt aus der Praxis geschildert zu bekommen, damit diese Erfahrungen in politische Entscheidungen einfließen können.
Die Pflege braucht stabile Rahmenbedingungen – und dafür müssen Politik, Träger sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gemeinsam an Lösungen arbeiten.“
Politische Unterstützung zugesagt
Mit Blick auf die geschilderten Belastungen kündigte Schebesta an, sich weiterhin für den Bürokratieabbau, eine verlässliche Finanzierung und gute Arbeitsbedingungen einzusetzen. Gerade im ländlichen Raum seien Investitionen in Infrastruktur, Digitalisierung und Qualifizierung entscheidend, um Pflegeeinrichtungen zu stärken und dem Fachkräftemangel wirksam zu begegnen.





