Bürgermeister Pfundstein sprach beim Silvesteraufmarsch darüber, wie Bürokratieabbau gelingen kann – und wie nicht. Und von „Ausstiegshilfen in Gullys für Frösche“.
Eines der Lieblingsthemen der großen Politik ist der Bürokratieabbau. Auch Bürgermeister Günter Pfundstein sprach beim Silvesteraufmarsch darüber und erklärte, dass er das Thema ganz oben auf seine Agenda gesetzt habe.
Das Leben ist lebensgefährlich
Das Zeller Stadtoberhaupt bestätigte, dass sich im Bund und im Land schon einiges getan habe. Beispielhaft nannte er den sogenannten „Bauturbo“, der Genehmigungsverfahren deutlich verkürzen werde, um so schneller Wohnraum schaffen zu können. Auch das Gaststättenrecht werde mit dem neuen Jahr erheblich vereinfacht. Aus einer Erlaubniserteilung werde eine einfache Anzeigepflicht.
Als Schritt in die richtige Richtung führte Bürgermeister Pfundstein den Wegfall
der „Verkehrssicherungspflicht“ für Sitzbänke im Wald an. Was banal klinge, habe für eine jahrelange riesige Diskussion gesorgt. Fällt künftig ein Ast von einem Baum, zähle das zum allgemeinen Lebensrisiko. Der Waldbesitzer könne nicht mehr zur Verantwortung herangezogen werden.
Die Menschen müssten wieder lernen, dass nicht für jedes Unglück jemand verantwortlich gemacht werden könne. Bürgermeister Pfundstein fügte an: „Das Leben ist lebensgefährlich.“
Heiterkeit und ungläubiges Kopfschütteln
Mit einer besonderen Geschichte sorgte Bürgermeister Pfundstein beim Silvesteraufmarsch für Heiterkeit und manch ungläubiges Kopfschütteln. Ende November habe er eine Mitteilung des Städtetags Baden-Württemberg erhalten und wurde dazu um Stellungnahme gebeten. Das Amphibienschutzprogramm, um das es dabei ging, habe sage und schreibe 238 Seiten.
Darin werden die Kommunen tatsächlich aufgefordert, im Siedlungsbereich Ausstiegshilfen in Gullys für Frösche zu realisieren. Das sei keine Realsatire sondern geplanter Artenschutz „de luxe“.
Bürgermeister Pfundstein merkte an, dass es in Zell inzwischen 15 Storchennester mit mehr als 50 Störchen gebe, auf deren Speisekarte ganz oben bekanntlich Amphibien stehen. „Nach den Fischtreppen für Fischreiher, soll es künftig auch Froschtreppen aus Gullys heraus für Störche als Nahrungsmittelspender geben“, ordnete das Zeller Stadtoberhaupt das vorliegende Amphibienschutzprogramm mit Kopfschütteln ein. Für ihn ein klarer Fall für den Aktenvernichter.
Den kompletten Bericht und weitere Bilder finden Sie in der Print-Ausgabe der Schwarzwälder-Post.
Dynamik in den Einwohnerzahlen
Bevölkerungszahl der Stadt Zell ist um 61 Einwohner zurückgegangen. Blick auf die statistischen Zahlen des Jahres 2025.
In seiner Silvesteransprache lenkte Bürgermeister Pfundstein den Blick auf die statistischen Zahlen des Jahres 2025. Sie dienten weniger einem Arbeitsnachweis. „Vor allem zeigen sie, welche Dynamik in den Einwohnerzahlen steckt“, merkte Pfundstein an.
Zell am Harmersbach hat aktuell 8221 Einwohner und damit 61 Einwohner weniger als im Dezember 2024. Zugezogen sind 475 Personen, weggezogen sind 451 Personen.
Es gab 49 Eheschließungen. Die Zahl der Geburten sank auf 53 Geburten und damit 12 weniger als im Vorjahr. Mit 132 Sterbefällen lag diese Zahl um 28 höher als 2024.
In Zell am Harmersbach leben aktuell 71 (+1) verschiedene Nationalitäten. Bei rund 200 Nationen weltweit ist mehr als jeder dritte Staat in Zell zuhause. In der Stadt leben derzeit 314 Flüchtlinge. Darüber hinaus wird von der Stadt rund zehn Obdachlosen ein Zuhause angeboten.
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