Vorabend des Patroziniums „Mariä Himmelfahrt“ mit Marienandacht, Lichterprozession und Kräuterbüschelweihe gefeiert.
Am gestrigen Donnerstagabend versammelt sich eine große Gemeinde in der Wallfahrtskirche. Fast alle Kirchenbesucher hatten Kräuterbüschel mitgebracht, die sie vorne im Altarraum ablegten oder bei sich in den Bänken behielten.
Pfarrer Gerner, Pater Christoph und Pater Irenäus zogen mit den Ministranten in die festlich geschmückte Kirche ein, während die Gemeinde das traditionelle Wallfahrtslied gesungen hat. Pater Irenäus begrüßte die Pilger: „Ich begrüße Sie ganz herzlich. Wir beten zur Gottesmutter Maria als ein Vorbild im Glauben.“
Pfarrer Gerner erklärte: „Die Wallfahrtskirche gehört zur Pfarrei Zell dazu. Wir kommen hierher, um gemeinsam als eine Gemeinde das Hochfest der Gottesmutter Maria zu feiern.“ Er hatte als Geschenk eine große Kerze mitgebracht, die er im Altarraum segnete und anzündete.
In einem Gebet ging Pater Irenäus auf die Gottesmutter Maria ein, die er als Kettenlöserin bezeichnete (die Wallfahrtskirche trägt den Namen: Maria zu den Ketten). Viele hundert Pilger kommen nach Zell, um für die Fürsprache Marias zu beten. Pater Irenäus bezeichnete Maria als Schwester im Glauben und ein lebendiges Zeichen der Nähe von Jesus zu den Menschen.
Die zwei Bilder der Rose
In seiner Predigt berichtete Pater Irenäus von einer persönlichen Begegnung bei der Kräuterbüschelweihe in Nordrach: „Man lernt nie aus. In einem Gespräch mit einer Frau hat sie mir erzählt, dass sie lange nach einer Rose für ihren Kräuterbüschel gesucht hat.“ Ohne die Rose wäre ihr Gebinde nicht vollständig. Er habe dann nachgeforscht und herausgefunden, dass Getreideähren im Büschel als Symbol für Jesus gelten (Jesus im heiligen Brot) und die Rose als Symbol für Maria. Wenn wir die Rose anschauen, sehen wir, wie schön sie ist, erklärte Irenäus. Doch oft würden wir die Dornen übersehen.
„Diese zwei Bilder einer Rose sind ein Symbol für unser Leben. Viele Menschen leben oberflächlich und zeigen nur ihr schönes Leben“, betonte der Pater. Die Menschen tragen eine Maske, damit ihr Leid, ihre Sorgen nicht gesehen werden. Aber es gebe beides im Leben: Die Schönheit und die Dornen – nur sie zusammen machen das Leben echt. „Eine echte Rose hat Schönheit und Dornen“, sagte er. Auch Maria habe Leid erfahren: Sie stand unter dem Kreuz von Jesus und trug sein Leid mit. Er erinnerte an das bekannte Lied: Maria durch ein Dornwald ging.
Die rote Rose sei ein Zeichen der Liebe, wer sie verschenkt, mache meistens eine Liebeserklärung. Manche legen eine Rose auf ein Grab eines nahestehenden Menschen als letzten Liebesgruß. Abschließend betonte Pater Irenäus: „Maria ist ein Zeichen der Liebe Gottes, mit ihr sind wir sicher auf dem Weg zu Gott.“
Kräuterbüschel gesegnet
Danach segnete er die Kräuter, die in Körben im Altarraum standen und die Büschel in den Händen der Gläubigen in den Kirchenbänken mit Weihwasser.
Die Lichterprozession führte hinter die Wallfahrtskirche über die Hauptstraße und Lindenbrücke zurück zur Kirche. Hell leuchteten die Kerzen der Gemeindemitglieder in der Dunkelheit. Das THW sicherte den Prozessionsweg ab. Die Musikkapelle Unterharmersbach
unter Leitung von Patrick Friedmann spielte traditionelle Marienlieder vor der Kirche.
Am Ende der Feier wurde zu Maria als Friedensstifterin gebetet. Der eucharistische Segen mit der Monstranz wurde als feierliches liturgisches Element gestaltet.
Pater Irenäus dankte allen Beteiligten, die an der Vorbereitung und Gestaltung der Feier mitgewirkt haben. Nach der langen Aufzählung gab es den spontanen Applaus der
Gemeinde für die Mitwirkung so vieler helfender Hände.





