Musik, Licht und eine persönliche Predigt prägten die Christmette in der festlich geschmückten Pfarrkirche.
Foto: Gisela Albrecht
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Mit einer musikalischen Einstimmung des Joy & Fun-Chorus und gedämpfter Beleuchtung begann die Christmette in der Pfarrkirche.
Pater Irenäus zog mit den Ministranten und Lektoren in die Kirche. Zu Beginn der Messe war der Altarraum nur von wenigen Strahlern, den Tannenbäumen und Kerzen beleuchtet. Die Kirche war mit vielen Weihnachtssternen, Laternen und Bäumchen festlich geschmückt.
Der Joy & Fun-Chorus sang vor Beginn der Christmette zur Einstimmung. Mit „Machet die Tore weit“ eröffneten die Sänger ihr Programm. Der Klangraum Kirche wurde vom Chor mit seinen schönen Stimmen gefüllt. „Maria durch ein Dornwald ging“ – ein Klassiker des Chores, oft gesungen und gerne gehört. Mit einem Gospel kehrten die Sänger zu ihren Ursprüngen zurück: „Go, tell it on the mountain“. Ein Höhepunkt der Einstimmung war die Weihnachtsmottete von Friedrich Silcher: Das kurze, intensive Stück drückt die Freude über die Geburt Jesu mit Koloraturen und klarer Botschaft aus – in forte und mit viel Gefühl gesungen und mit strahlendem Schlussakkord. Einen gelungenen Abgang zeigte der Chor bei „Down in Bethlehem“. Die Sänger verließen singend, durch den Mittelgang schreitend, die Kirche. Amelie Dreher dirigierte, und die Freude am Gesang war dem Chor deutlich anzumerken.
Stimmungsvolle Kirche
„Wir feiern eines der größten Feste des christlichen Glaubens“, erklärte Pater Irenäus in seiner Begrüßung. Als der Kirchenchor das traditionelle Lied „Oh Heiland, reiß den Himmel auf“ von der Orgelempore sang und Pater Irenäus die Weihnachtsbotschaft aus dem Lukasevangelium vorlas, gingen alle Lichter in der Kirche an, und es wurde symbolisch hell und licht. „Schön, dass Sie da sind und ich Sie jetzt sehen kann“, sagte Pater Irenäus humorvoll.
Das schönste Weihnachten
Seine Predigt begann Pater Irenäus mit einer Frage: „Wann haben Sie Ihre schönste Weihnacht erlebt?“ Er erinnerte sich an ein Weihnachten während der Pandemie im Jahr 2020. Er wurde an Heiligabend in ein Krankenhaus gerufen, zu einer Familie, deren Mutter gerade gestorben war. Er habe mit ihnen gebetet und Gespräche geführt. Dann musste er zum ersten Gottesdienst am Heiligabend. „Kann man da so schnell umschalten? Ich konnte es nicht“, erinnerte er sich an die Situation. Er fühlte sich durch die Dunkelheit des Lebens angegriffen, war traurig. Dann hörte er auf die Stimme Gottes, die von der Ankunft des Retters berichtete, der die Dunkelheit erhellt. „Wenn man an die Botschaft von Weihnachten glaubt, kommt auch die Freude zurück – das Leben geht weiter“, betonte Pater Irenäus. Er schaute die Krippe an und sah, wie sich der Allmächtige klein und verletzlich gemacht hat, um die Menschen zu erreichen. Gott lasse die Menschen nicht allein und sei ihretwegen in diese Welt gekommen, erklärte er weiter.
Humorvoll wandte er sich dann an die Zuhörer: „Ich predige zu lange, ich weiß.“ Am Ende seiner Ausführungen berichtete er noch kurz von einem Kloster, in dem es Unfrieden gab. Ein weiser Mann gab den Klosterbrüdern einen Rat: Unter euch ist der Messias geboren, er ist da. Sucht ihn – er lässt sich finden. Diesen Rat gab er auch der Gemeinde am Ende seiner Predigt.
Effektvolles Orgelspiel
Mit dem Lied „Stille Nacht, heilige Nacht“ – von Kirchenchor und Gemeinde gesungen – kam festliche Stimmung in der Kirche auf. Dieses Weihnachtslied steht zwar im Gotteslob, wird aber von den meisten Gemeindemitgliedern auswendig gesungen. Besondere Freude macht den Kirchenbesuchern das beliebte Weihnachtslied „O du Fröhliche, o du Selige“. Organist Dieter Friede setzte dazu den Zimbelstern in Gang, ein Effektregister der Orgel, das aus einem klingenden Spielwerk und einem sich drehenden Stern besteht.
Der Kirchenchor umrahmte die Christmette mit feierlichem Chorgesang. Zum Kyrie erklang „Licht, das uns erschien“ – ein neues geistliches Lied mit melodischem Gewand des Komponisten Alan Wilson. Von der Orgelempore erklangen die Stimmen der Sängerinnen und Sänger in Sopran, Alt, Tenor und Bass als harmonisch abgestimmter Chor, dem alle Kirchenbesucher gerne zuhörten. Der Chor sang die Lieder der Gemeinde mit und verabschiedete sich mit einem besonderen Chorlied: „Tollite Hostias“ – ein weihnachtliches Chorstück basierend auf Psalm 96 des französischen Komponisten Camille Saint-Saëns.
Abschluss mit Präludium
Am Ende der Christmette bedankte sich Pater Irenäus bei den vielen Mitwirkenden, die in verschiedenen Diensten an der Vorbereitung und Gestaltung der Feier beteiligt waren. Organist Dieter Friede spielte ein Präludium von Johann Sebastian Bach. Ein gelungener musikalischer Abschluss nach der feierlichen Christmette.





