Lieder, die Laune machen und zu Herzen gehen

Jahreskonzert des Zeller Gesangvereins »Frohsinn« begeistert das Publikum

Wie im Flug verging die Zeit für die Besucher im Kultur- und Vereinszentrum am Samstagabend beim Konzert des Gesangvereins »Frohsinn«. Ganz nach dem Motto »Musik macht gute Laune« bot nicht nur der Chor unter der bewährten Leitung seiner Dirigentin Tatjana Krause beste Unterhaltung. Wie man ein Publikum auch mit leisen Instrumentalklängen begeistern kann, bewies das Ensemble der »Stubenmusik« aus Oberharmersbach.

Ein Zeichen setzen gegen die Hektik und Oberflächlichkeit unserer Zeit, das hatten sich die 20 Sängerinnen und 8 Sänger des »Frohsinn« zum Auftakt vorgenommen: behutsam intoniert und getragen stimmten sie mit »Musik macht gute Laune« und »Nimm dir Zeit« das Publikum auf den Konzertabend ein. »Mozart macht uns froh« kündigte Choristin Hilde Ruff das berühmte Opus an, das als »Uns’re kleine Nachtmusik« fröhlich und beschwingt gesungen wurde, wobei die Stimmen das prägnante rhythmische Motiv lautmalerisch artikulierten, von Adrian Sieferles Akkordspiel auf dem Klavier kräftig unterstützt.

In den vielen Jahren, seit Tatjana Krause mit dem Zeller Gesangverein arbeitet, ist der »Frohsinn« mit seinen Darbietungen zu einer homogenen und vitalen Chorgemeinschaft geworden, was der schöne Chorsatz von »Lasst uns gute Freunde bleiben« eindrucksvoll zeigte. Reicher Beifall im Saal.

Perfektes Ensemblespiel

Freundlicher Applaus empfing die Oberharmersbacher Instrumentalgruppe »Stubenmusik«, die erstmals bei einem Konzert des Zeller Gesangvereins auftraten. Bei einer Besetzung mit Konzert­harfe (Annemarie Laifer), Hackbrett (Tamara Laifer), Zither (Sonja Lehmann) und akustischer Gitarre (Agnes Serrer) erwartet der Hörer vermutlich alpenländische Klänge und vorweihnachtliche Stimmung. Wenn sich der ruhige Melodienfluss aber nach und nach in ein vielschichtiges, berückendes Klangbild verzweigt, entsteht geradezu ein Gänsehautgefühl: Perfektes Ensemblespiel, garniert mit rhythmischen Feinheiten, wie bei den Traditionals »Maya Dama Polka« oder »Buintle« wechselten mit schönstem Harfensolo (»Es leuchtet ein Stern«) oder perfektem Zusammenklang von Hackbrett und Zither (»Der schwarze Zwanzger«). Die Gitarre untermalte die Melodien mit bassbetonten Arpeggien oder gezupften Akkorden. Viel Beifall gab es für die sympathischen Musikerinnen, die in ihrer Tracht auch optisch für Eindruck sorgten.

Romantische Akzente setzte der Chor bei der »Serenade der Liebe«, wieder kongenial begleitet von Adrian Sieferle am Piano und Achim Bührer am Schlagzeug. Mitreißend inszeniert erklang der Schlager-Evergreen »Marina«, gefolgt von Franz Grothes unsterblicher Filmmelodie »Sing mit mir, lach mit mir«, mit der sich der »Frohsinn« geradewegs in die Herzen der Zuhörer sang. Tosender Applaus des Publikums entließ Tatjana Krause und ihre Akteure in die Pause.

Beglückwünschen dürfen sich die Organisatoren des Konzertabends zum Engagement der »Stubenmusik«, die im zweiten Part mit einer musikalischen Reise durch die europäische Folklore großen Applaus erntete. »Flamenco del Norte« ließ mit makellosem Harfenspiel vergessen, dass bei einer solchen Musik eigentlich spanische Gitarren erklingen. Tänzerische Elemente belebten »Nancy and the Huntsman Chorus«, während »Zwei Lieder vom schwarzen Meer« mit zarter Moll-Melancholie besonders gefiel. Das irische Traditional »The Gaelic Farmer« präsentierte das Quartett in musikalischer Bestform. Klar, dass man die Oberharmersbacherinnen nicht ohne Zugabe gehen ließ.

Anspruchsvolle Chorsätze

Wie man einen guten Popsong mit einem anspruchsvollen Chorsatz veredeln kann, haben Tatjana Krause und ihre Sängerinnen und Sänger bei früheren Konzerten mehrfach bewiesen. Michael Jacksons Pop-Hymne »We are the World«, die als Benefiz-Song 1985 weltweit eine Kampagne gegen den Hunger in Afrika anstieß, fügte sich in der Bearbeitung von Pasquale Thibaut und mit deutschem Text gesungen nahtlos in jene Tradition.

»Die Welt für unsere Kinder bewahren«: Mit diesen Worten beschrieb Hilde Ruff die Intention vieler Komponisten und Musiker, die sich für das Wohlergehen von Kindern einsetzen. Diesem Credo fühlt sich bekanntlich auch Deutsch-Rocker Peter Maffay verpflichtet. Mit seinem Kinder-Musical-Projekt »Tabaluga« ist er seit den 1980er Jahren bis heute sehr erfolgreich. »Nessaja«, den wohl schönsten Song aus dem »Tabaluga«-Zyklus bot der »Frohsinn« in einer sensiblen Interpretation, präzise und federleicht.

Dass er auch ein musikalisches Feuerwerk entfachen kann, stellte der Zeller Chor mit dem Lieder-Potpourri »Balkanfeuer« unter Beweis. Tatjana Krause, die selten zur Tourette-Gestik neigt, setzte dabei alles in Bewegung, um die Sängerinnen und Sänger »anzufeuern«. Und die zogen alle Register ihrer Sangeskunst, inklusive herausragender Soli von Jürgen Maier. Der Beifallsturm der begeisterten Zuhörer wollte kein Ende nehmen, bis der Chor nach der ersten Zugabe mit einem Medley von Songs aus dem Musical »Mary Poppins« den musikalischen Schluss­punkt setzte.

Danach lag es an Falk Polap, dem Vorsitzenden des Gesangvereins, den Akteuren und Musikern zu danken, ebenso den Helfern, die für die Technik und die Bewirtung in der Pause zuständig waren. Dank erging auch an die Zeller Banken und Geschäfte, die für die Tombola gespendet hatten.

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