Paradiesische Zeit im ewigen Eis

Christine und Felix Bartenbach verlebten eindrucksvolle Flitterwochen auf einer Expedition weit unterhalb des Südpolarkreises

Wo andere von Palmen träumen, träumten Christine und Felix Bartenbach von Flitterwochen der anderen Art. Nach Süden ging es auch, allerdings ließen die beiden die subtropischen und tropischen, dann wieder subtropischen Reiseziele hinter sich. Sogar die subpolaren waren noch zu nördlich. Sie verbrachten ihre Flitterwochen in der Antarktis und gelangten bis weit südlich des Polarkreises.

Es war nicht die erste Reise ins ewige Eis für die beiden. 2016 waren sie im Norden unterwegs und haben sich in die Eisregion verliebt: »Es war unbeschreiblich, Eisbären frei auf dem Packeis zu sehen. Für uns stand fest, dass es kein schöneres Ziel für unsere Flitterwochen geben kann, als die Antarktis.«

Der Flug ging für den gebürtigen Zeller Felix Bartenbach und seine frisch gebackene Ehefrau am 5. Februar zunächst nach Buenos Aires und von dort nach Ushuaia, der südlichsten Stadt der Welt. Von dort startete das Expeditionsschiff mit 120 Passagieren an Bord. Zwei Tage dauerte die berüchtigte Drake-Passage. »Es schwankt Nonstop – und das ganz schön stark. Stellenweise denkt man, das Schiff kippt gleich um«, erinnern sich die beiden. Die Hälfte der Gäste habe man gefühlt zwei Tage gar nicht gesehen, fügen sie hinzu. »Wir blieben zum Glück von der Seekrankheit verschont, waren aber auch froh, als wir nach zwei Tagen durch waren.« An einem Punkt, an dem die Reisenden dachten, es kann nichts mehr kommen, landen sie plötzlich im Paradies. »Eine Erhabenheit, die kaum zu beschreiben ist«, sagen die Flitterwöchler. »Man muss nicht nach Tieren suchen – man ist umgeben von ihnen. Hunderte Pinguine, Robben aller Art, Wale, Vögel und ewiges Eis.« Mit dem Eisbrecher kamen sie sehr weit in den Süden – weit unter den Südpolarkreis. Zwei Mal pro Tag ging es mit motorisierten Schlauchbooten an Land, wo es möglich war, die Tiere zu beobachten oder Forscherstationen zu besuchen. Beispielsweise die abgelegene »UK Antarctic Heri­tage Trust restoration crew« auf Stonington Island. Die Forscher dort haben sogar gezeltet und durften mit aufs Schiff für eine warme Mahlzeit.

Alles in allem war die Reise wahnsinnig beeindruckend. »Wir können uns kaum noch vorstellen, Urlaube unter Palmen am Strand zu verbringen«, zeigen sie sich immer noch begeistert. »Das hört sich vielleicht seltsam an, aber wenn man einmal dort war, will man immer wieder hin. Wenn wir irgendwann wieder die Möglichkeit haben sollten, würden wir keine Minute zögern. Es war, als reisten wir in eine Parallelwelt – ein Paradies.«

Schwarzwälder Post – Ihre Druckerei im Mittleren Schwarzwald