Trauer um Dr. Joachim Frank

Die Musik spielte eine wichtige Rolle im Leben des Verstorbenen – Er war Gründungsmitglied des Zeller Tennisclubs

Am Sonntag ist der bekannte Zeller Zahnarzt Dr. Joachim Frank im Alter von 81 Jahren verstorben. Neben Beruf und Familie widmete sich der vielseitig begabte Mediziner mit großer Freude der Musik und er war sehr sprachbegabt. Im Jahr 1950 war Dr. Frank Mitbegründer des Zeller Tennisclubs und bis zu seinem Tod das noch letzte lebende Mitglied aus der Gründerzeit.

Joachim Frank war gebürtiger Zeller und ist mit zwei Geschwistern aufgewachsen. Sein Vater Josef Frank war Lehrer und hat mit seinen Ölgemälden und Federzeichnungen der Nachwelt wertvolle Momentaufnahmen von Zell a. H. hinterlassen. Mutter Anneliese Frank war Hauswirtschaftslehrerin. Nach der Grundschulzeit wechselte Joachim Frank an das Grimmelshausen-Gymnasium in Offenburg, wo er im Jahr 1954 das Abitur abgelegt hat. Noch im selben Jahr begann er sein zahnmedizinisches Studium, zunächst in Mainz, von 1955 bis 1958 dann in Freiburg. Seine zweijährige Assistenzzeit, die Joachim Frank von 1958 bis 1960 in der Praxis seines Onkels in Lahr absolvierte, schloss er im Jahr 1960 mit der Promotion ab.

Noch im selben Jahr übernahm Dr. Frank die Praxis von Dentist Winterhalter in Zell a. H. und ließ sich hier als Zahnarzt nieder. Im Jahr 1965 erfolgte der Umzug in die Kapellenstraße in das elterliche Haus seiner Frau. Über vier Jahrzehnte stellte sich Zahnarzt Frank in den Dienst seiner Patienten. Auch als sein Sohn, Zahnarzt Christian Frank, schon in die Praxis eingetreten war, blieb Dr. Joachim Frank seinem Beruf treu. Erst im Alter von 74 Jahren, als ihn eine neurologische Erkrankung zunehmend einschränkte, musste er beruflich kürzer treten.

Eine besondere Rolle im Leben von Joachim Frank spielte die Musik. Schon als Kind nahm er Klavierunterricht. Besonders beeindruckt von seinem virtuosen Spiel war die Zellerin Alice Vollmar, die im Jahr 1959 zu seiner Frau wurde. Aus ihrer Ehe gingen Sohn Christian und die Töchter Anette und Judith hervor. Heute gehören sieben Enkelkinder zur Familie, die ihrem Opa immer ganz wichtig waren. Eine große Zäsur im Leben von Dr. Frank war der Tod von seiner Frau Alice im Jahr 2015, die er zuvor während ihrer Krankheitsphase aufopferungsvoll mitgepflegt hat.

Ganz wichtig war Dr. Joachim Frank die Musik, der er stets viel Freizeit widmete. Im Alter von 40 Jahren erlernte er das Cellospielen und musizierte in verschiedenen Orchestern in Offenburg und Hausach. Gemeinsam mit seiner jüngsten Tochter Judith trat er bei der Sommermusik in der evangelischen Kirche auf. Auch die Kammermusik im Familienkreis zusammen mit allen seinen Kindern und Enkelkindern wurde von ihm gepflegt. Wehmütig und dankbar wird man sich an die letzte gemeinsame Musizierstunde an Weihnachten 2016 erinnern.

Dr. Joachim Frank war auch sehr sprachbegabt. Am humanistischen Gymnasium in Offenburg erlernte er lateinisch und altgriechisch. Er beherrschte französisch und italienisch. Zuletzt erlernte er die schwierige georgische Sprache. Noch eine Woche vor seinem Tod hat er sich 70 neue Vokabeln erarbeitet.

Letztlich war Dr. Frank auch sehr sportlich. 1950 gehörte er zu den Gründungsmitgliedern des Zeller Tennisclubs, wo er lange Jahre auch Vorstandsmitglied war. Aus Anlass des 50-jährigen Vereinsjubiläums wurde Dr. Frank zum Ehrenmitglied ernannt. Noch bis vor wenigen Jahren war er aktiver Spieler, bei Festen und Zusammenkünften gehörte er bis zum Ende der Sommersaison 2016 zu den Gästen auf den Zeller Tennisplatz.
Auch das Wandern zusammen mit Freunden pflegte Dr. Frank, bis ihn die ersten Anzeichen seiner Krankheit zur Aufgabe zwangen. Zusammen mit seiner Frau Alice bereiste er viele Länder der Welt, mit dem eigenen Auto ging die Fahrt quer durch Europa. Auf dem Schluchsee und auf einem See in Lothringen übte Dr. Joachim Frank das Sportsegeln aus. Am Sonntag ist nun sein erfülltes und ausgefülltes Leben zu Ende gegangen. Seinen Angehörigen gilt die herzliche Anteilnahme.