Lazarus im Krankenhaus

Über 400 Besucher erlebten die Musical-Aufführung von Adonia – Dank an Sonja Rombach für ihren unermüdlichen Organisationseinsatz

Zum 16. Mal seit 2003 hatte das »Adonia-Ensemble« am Mittwochabend zu einem Musical mit biblischem Hintergrund in die Oberharmersbacher Reichstalhalle eingeladen. Über 400 Besucher honorierten die Leistung der 78 jungen Menschen – Chor, Live-Band und Technik – auf der Bühne mit herzlichem Applaus.

 

Plärrende Aufrufe für Ärzte, ständiges Piepsen von der Intensivstation, Martinshorn – und die Reinigungsdame mit ihrem gelben Warnschild »Rutschgefahr«: Man fühlte sich in den Krankenhaus­alltag versetzt. Das Ensemble nahm die Zuhörer mit.

»Drücken, drücken, 30 Mal, 30 Mal«, forderte es das Publikum zur Auffrischung ihres mehr oder weniger lange zurückliegenden »Erste-Hilfe-Kurs« auf. Damit waren die Gäste mittendrin in der Geschichte.
Hintergrund des anderthalbstündigen Musicals ist die Geschichte des Lazarus aus dem Johannes-Evangelium. Bibelzitate erzählen in kurzen Zitaten die damalige Episode. Auf der Bühne wird die Wiedererweckung des Verstorbenen in den medizinischen Alltag versetzt.

Der als Notfall in die Klinik eingelieferte Lazarus ringt nach einer Herzattacke mit dem Tode. Seine Schwestern Maria und Martha warten nervös – ebenfalls Alltag – auf Nachricht aus der Notaufnahme. Einerseits setzen sie auf die Kunst der Ärzte, die mit ihren Fachausdrücken eher für Verwirrung sorgen, andererseits hoffen sie auf ihren Freund »Immanuel, der Mann der alles kann«.

Das wiederholte »Drücken, Drücken… Schlägt der Puls… Spürst du was« deutet unheilvoll an: Lazarus ist nicht zu retten. Die abgedunkelte Bühne und die Trauerkleidung zeigt die düstere Stimmung bei den Angehörigen.
Schließlich trifft doch noch Immanuel ein, der für die Auferstehung steht und Tote zum Leben erwecken kann. Tatsächlich: Lazarus bewegt sich in seinem schwarzen Totentuch, weiß wohl nicht so richtig, wie ihm geschieht und meint nur: »Ich habe Kohldampf, ich brauche jetzt eine Pizza« – phantasievolle Auferstehung 2018. Der Chor zeigt stimmungsvoll die Freude über die glückliche Wendung.

Was die 78 Jugendlichen zwischen 12 und 19 Jahren in nur wenigen Probetagen mit ihrer Projektleiterin Linda Bräuer und der Chorleiterin Ani Kropff auf die Beine gestellt haben, belohnte der anhaltende Applaus des Publikums. Dennoch wäre ein derartiger Auftritt nicht möglich ohne den Einsatz zahlreicher Helfer vor Ort. Die »gute Seele« bei der Organisation war, wie in all den Jahren davor, wiederum die schier unermüdliche Sonja Rombach mit ihrer Familie. Bürgermeister Richard Weith bündelte seinen Dank in einem Satz. »Dies ist praktizierte Jugendarbeit in reinster Form«, lobte er das örtliche Engagement bei der Übergabe einer Spende. Sonja Rombach ihrerseits gab den Dank weiter an ihre Helfer, unter anderem die Sparkasse Haslach-Zell, das Hotel Bären, die Heimatzeitung »Schwarzwälder Post« und die vielen Familien, die für die Akteure ein Nachtlager bereitgestellt haben.

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