Die asiatische Hornisse breitet sich in Deutschland aus. Herbert Bruder beobachtet die Entwicklung mit Sorge und versucht, die Bienen zu schützen.
Auf den ersten Blick wirkt sie unscheinbar. Doch für Imker ist die asiatische Hornisse längst zu einer ernsten Bedrohung geworden. Die invasive Art breitet sich seit einigen Jahren von Frankreich kommend auch in Deutschland aus – und macht inzwischen auch Imkern in der Region Sorgen.
Honigbienen auf dem Speiseplan
„Leider stehen bevorzugt Bienen und andere bestäubende Insekten auf dem Speiseplan der asiatischen Hornisse“, berichtet Herbert Bruder aus Nordrach. Besonders problematisch sei die enorme Vermehrung der Tiere.
200 Königinnen
Ein einziges Nest beherberge im Spätjahr zwischen 2.000 und 3.000 Hornissen, darunter bis zu 200 Königinnen. „Wenn davon nur ein Viertel den Winter überlebt, ist die weitere Ausbreitung praktisch vorgezeichnet“, sagt er.
In der Mitte durchgebissen
Wie konkret die Gefahr bereits geworden ist, zeigte sich für ihn im vergangenen Herbst direkt am eigenen Bienenstand. „Ich habe auf dem Flugbrett zig tote Bienen gesehen, die in der Mitte durchgebissen waren“, erzählt der Imker. Die Bilder hätten ihn alarmiert. Seitdem beschäftigt er sich intensiv mit Möglichkeiten, die invasive Art einzudämmen.
Falle fängt die Jägerin
Inzwischen setzt Herbert Bruder auf eine spezielle koreanische Falle, die gezielt asiatische Hornissen fangen soll. „Die Falle muss laufend überwacht werden“, erklärt er. Der Aufbau sei so: Während kleinere Insekten und Bienen durch schmale Öffnungen wieder entweichen können, bleiben die asiatischen Hornissen in der Falle gefangen. Sind ausschließlich asiatische Hornissen in die Falle gegangen, wird sie zehn Minuten unter Wasser gesetzt, um die Insekten unschädlich zu machen.
Sortieren in Kältestarre
Besonders wichtig ist ihm aber auch der Schutz heimischer Arten. Denn die deutsche Hornisse steht unter Artenschutz und darf nicht getötet werden. Deshalb kontrolliert Herbert Bruder die Falle regelmäßig und trennt die Arten sorgfältig voneinander. Dafür kühlt Herbert Bruder die Falle samt Tieren zunächst 30 Minuten in der Gefriertruhe herunter, damit die Insekten in eine Kältestarre fallen. Anschließend trennt er geschützte heimische Hornissen von den invasiven Tieren. „Man muss genau hinschauen“, sagt er.
Dunkle Beine, gelbe Spitzen
Die asiatische Hornisse erkenne man unter anderem an den dunklen Beinen mit gelblichen Spitzen und dem dunklen Hinterleib mit orangefarbener Binde. Die Heimische Hornisse entlässt er anschließend wieder in die Freiheit. Um die Asiatische Hornisse sicher abzutöten, bleiben die Exemplare der invasiven Art drei Tage bei minus 18 Grad Celsius oder kälter im Tiefkühler.
Bestäubung in Gefahr?
Die Sorge des Imkers geht dabei weit über die eigenen Bienenvölker hinaus. „Wenn die Masse unserer Bestäuber ‚vervespert‘ ist, hat das am Ende gravierende Auswirkungen auf die Befüllung der Regale im Supermarkt“, warnt Herbert Bruder. Die Bestäubung vieler Nutzpflanzen hänge unmittelbar von Bienen und anderen Insekten ab.
Deshalb appelliert er an die Bevölkerung, Sichtungen der asiatischen Hornisse zu melden und aufmerksam zu bleiben. „Die Folgen der Ausbreitung betreffen letztlich jeden von uns“, sagt er.
Funde melden!
Funde der asiatischen Hornisse können über Meldeportale des NABU oder der Landesanstalt für Umwelt gemeldet werden (lubw.baden-württemberg.de/natur-und-landschaft/asiatische-hornisse-melden)





