Mit Vollgas startete der Gitarrenverein Nordrach in sein Jahreskonzert und bremste drei Stunden lang nicht ein einziges Mal. Unter dem Motto „Von null auf 100“ verwandelten fast 50 Musikerinnen und Musiker die Hansjakob-Halle in eine Klangarena voller Tempo, Witz und Leidenschaft.
Foto: Herbert Vollmer
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Foto: Herbert VollmerAm Samstag- und Sonntagabend gab es in der Hansjakob-Halle Nordrach wieder eine perfekte Show. Fast 50 Mitglieder des Gitarrenvereins zogen alle Register ihres Könnens und boten ein höchst unterhaltsames und abwechslungsreiches Konzert mit vielen Höhepunkten.
Der Hallenraum und die Bühne waren mit Blumen und vielerlei Accessoires, passend zum Thema des Abends, geschmückt. Mitglieder der Trachtenkapelle Nordrach und weitere freiwillige Helfer versorgten die Gäste dank des Handy-Bestellsystems in Windeseile mit Getränken und kleinen Speisen.
Als die Rennstartampel von Rot auf Grün sprang, rasten die Mitglieder des Gitarrenvereins auf Kinderrollern zur Bühne – bekleidet mit Motorradjacken und gesichert mit Schutzhelmen. Die Bühne bot mit den fast fünfzig Musizierenden ein beeindruckendes Bild. Sie waren alle in Schwarz gekleidet, die Damen zusätzlich mit einem türkisfarbenen Schal, Lichtwedel, Hut oder blinkendem Haarreif. Fast jedes Lied wurde mit passenden Accessoires dargeboten und so auch optisch präsentiert.
Großer Einsatz aller Beteiligten
Anja Neumaier, Sonja Nieke und Stefanie Nock übernahmen abwechselnd die Moderation und erklärten mit viel Witz und Humor, jede auf ihre Art, Sinn und Inhalt der Lieder. Uwe Sonntag am Bass, Clemens Herrmann und Ralf Müller mit E-Gitarre, am Schlagzeug Kjell Bogdahn und Elias Wussler sowie Eilina Schrempp am Keyboard sorgten für ein volles Klangerlebnis. Eine perfekte Ton- und Lichttechnik mischte die Lieder ab und setzte alle ins rechte Licht. Zu jedem Lied hatten zahlreiche Mitglieder passende und sehr originelle Video-Filmchen erstellt, die auf der Leinwand hinter den Aktiven zu sehen waren und oft für viel Heiterkeit sorgten.
Helene Fischer eröffnet den Abend
Die Vorsitzende Jasmin Huber hieß die Konzertgäste willkommen und gab bekannt, dass die Zuschauertribüne an beiden Abenden voll besetzt sei. Mit dem Lied „Null auf Hundert“ von Helene Fischer eröffnete der Gitarrenverein gemäß seinem Motto das Konzert. Sofort sprang der Funke über, und die Gäste ließen sich gerne auf die musikalische Rennstrecke mitnehmen.
Das Tempo blieb auch weiterhin hoch. Es erklangen der Welthit „Run“ von Leona Lewis, gesungen von den Solistinnen Sofia Bieser und Mia-Sophie Nock, und „Bonnie und Clyde“ von Sarah Connor – ein Song über zwei, die gemeinsam auf der Überholspur leben. Dann das nächste Solo: „Schmetterling“ von Sophia, gesungen von Celine Fritsch, der Jüngsten im Verein. Sie trug den Song mit viel Gefühl und Leichtigkeit vor, eben wie ein Schmetterling, und erhielt kräftigen Beifall.
Evergreens und große Hits
Es folgten die Songs „When You Say Nothing at All“ von Ronan Keating und „Denn du trägst keine Liebe in dir“ von der Band Echt. Der Song zeige, sagte in ihrer Ansage Anja Neumaier, dass alle in der Lage seien, Liebe zu empfinden, dass Liebe weh tun könne und ständig gepflegt werden müsse – denn Liebe sei Arbeit, Arbeit, Arbeit.
Das dritte Solo „Fever“ von Peggy Lee sang Judith Sonntag mit viel Gefühl, begleitet von ihrem Ehemann Uwe Sonntag am E-Kontrabass und Kjell Bogdahn am Schlagzeug. Dann folgten „Runaway Train“ von Dave Pirner und „I’m So Excited“ von den Pointer Sisters.
Chansons in Nordrach
Nach dem 20-minütigen Boxenstopp setzte der Gitarrenverein seine musikalische Reise voller Schwung und mit französischem Esprit fort. Passend zum Lied „Aux Champs-Élysées“ von Joe Dassin schlenderten Miriam Köchel und Ralf Müller nicht nur gesanglich über die Champs-Élysées der Hansjakob-Halle. Sie präsentierten sich mit viel guter Laune zusammen mit dem Verein, unterstützt von Eilina Schrempp am Akkordeon und Uwe Sonntag am Kontrabass. Anschließend sang Ralf Müller mit kräftiger Stimme das französische Lied „Casser la voix“ – die Stimme zerbrechen. Großer Applaus war sein verdienter Lohn.
Richtig krachen lassen
Den nächsten Song „Four Five Seconds“ von Paul McCartney, Kanye West und Rihanna übersetzte Anja Neumaier in ihrer unnachahmlichen Art zunächst „ins Badische“, in eine freie, „anjamäßige“ Übersetzung: Die Person im Lied zählt die Sekunden bis zum Wochenende, an dem sie es wieder richtig krachen lassen möchte, weil der Alltag so frustrierend und langweilig ist. Mit „Des isch doch klar, dass ich do in vier, fünf Sekunde ussflipp“ beendete sie ihre Ansage.
„Get on My Love“ von der irischen Band Picture This und „Best of Us“ von Wier folgten, und dann kam der nächste Höhepunkt: „From Now On“ aus dem Film „The Greatest Showman“, gesungen von Jasmin Huber, Mia-Sophie Nock und Sofia Bieser. Ein tosender Beifall belohnte die Sängerinnen für ihren wunderbaren Gesang, der unter die Haut ging.
Mit Tempo 100 folgten dann die letzten Lieder: „Verdammt lang her“ von Andreas Gabalier, „Leuchtturm“ von Nena, „Major Tom“ von Peter Schilling und „Nachts, wenn alles schläft“ von Howard Carpendale. Keiner im Saal hat geschlafen – alle waren hellwach und spendeten am Ende des großartigen Konzerts den verdienten, langanhaltenden Beifall.
Im Ziel nach dreieinhalb Stunden
Die musikalische Reise voller Rhythmus, Gefühl und Leidenschaft dauerte fast dreieinhalb Stunden. Eine große Stärke des Gitarrenvereins sind nicht zuletzt die zahlreichen Solisten, die das Programm enorm bereichern.
Am Ende dankten die Moderatorinnen allen, die zum Gelingen des Konzertabends beigetragen hatten. Mit Beifall überschüttet wurde Dirigentin Stefanie Nock für ihr riesiges Engagement. Ihr war es erneut vortrefflich gelungen, zusammen mit dem Liedauswahl-Komitee ein höchst unterhaltsames Programm mit bekannten Klassikern aus verschiedensten Musikrichtungen zusammenzustellen und gekonnt zu präsentieren.
Auf der Ehrenrunde
Nach zwei Zugaben – „Sweet Caroline“ von Neil Diamond und „All In“ von den Fäschd-bänklern – war die Ziellinie endgültig erreicht. Danach gab es nur Gewinner: die zahlreichen Gäste, die jedes Lied mit großem Applaus bedachten, und die Mitglieder des Gitarrenvereins selbst, die sich für ihren großen Einsatz mit einem denkwürdigen Konzert belohnt haben.





