Unter dem Motto „Oh, wie schön ist die Ortenau“ machte sich der Schwarzwaldverein Nordrach am Sonntag
mit 18 Teilnehmern, darunter sechs Kinder, auf den Weg von Ortenberg zum Hohen Horn.
Wanderführer Jonas Lehmann führte die Gruppe zunächst auf dem Offenburger Weinpfad durch die spätsommerlichen Weinberge bis zur Felix-Burda-Gedenkstätte in Fessenbach. Über einen steilen Zickzack-Pfad ging es anschließend hinauf zum Hohen Horn, wo ein weiter Blick ins Kinzigtal, ins Rheintal und über Offenburg für die Mühen entschädigte.
Schloss Ortenberg im Mittelpunkt
Über den Grenzweg zwischen Ohlsbach und Ortenberg, der mit seinen steinigen Passagen Geschick und Konzentration verlangte, erreichte die Gruppe das nächste Highlight: Schloss Ortenberg. Dort empfing Altbürgermeister Markus Vollmer die Wanderer und nahm sie mit auf eine spannende Schlossführung.
Die Tour begann oberhalb des Schlosses am Wasserhochbehälter, wo Vollmer von der Frühgeschichte der Region und der Besiedlung durch Kelten und Alemannen berichtete. Im Rosengarten und im Schimmelturm erfuhren die Gäste anschließend von Verlies und Gefangenschaft im Mittelalter. Einen starken Kontrast dazu bildete das prächtige Trauzimmer, in dem sich heute Paare aus aller Welt das Ja-Wort geben. Dieser Raum ist auch der ganze Stolz von Wanderführer Jonas Lehmann, der als Hauptamtsleiter im Rathaus Ortenberg ab und zu auch in die Rolle des Standesbeamten schlüpfen darf.
Geschichten aus vielen Jahrhunderten
Markus Vollmer spannte den Bogen weit über die Jahrhunderte: von der ersten Erwähnung des Schlosses im Jahr 1280, über wechselnde Besitzer und Zerstörungen im Dreißigjährigen Krieg, bis hin zum Umbau im Barock. Er erzählte von der strategischen Bedeutung in der Römerzeit, von den Verwüstungen durch französische Truppen unter Ludwig XIV. und von Hexenprozessen, die auch Ortenberg prägten. Heute ist das Schloss im Besitz des Deutschen Jugendherbergswerks und dient zugleich der Gemeinde als Repräsentationsort.
Begeisterte Rückmeldungen
Die Teilnehmer zeigten sich beeindruckt von den Erzählungen und der Kulisse. Eine Teilnehmerin erinnerte daran, dass auch ein Aufenthalt in der Jugendherberge lohnend sei – dort vermitteln historische Säle und moderne Einrichtungen ein ganz besonderes Flair.
Nach der Wanderung klang der Tag bei einer Einkehr in einer Ortenberger Gaststätte gemütlich aus. Viele kehrten mit dem Gefühl zurück, Natur und Geschichte der Ortenau auf eine neue Weise entdeckt zu haben.





