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Nordrach | 8.03.2023

Was uns die Bauherren alter Kirchen erzählen wollen

Vortrag von Norbert Klein im Bürgerhaus Nordrach

Foto:
Foto: Herbert Vollmer
von Herbert Vollmer

Am vergangenen Dienstagabend hatte das Bildungswerk Nordrach zu einem Vortrag mit Norbert Klein, Vorsitzender des Historischen Vereins Geroldsecker Land, in das Bürgerhaus Nordrach eingeladen. Sein Thema: »Was uns die Bauherren alter Kirchen erzählen wollen«. Rund dreißig Interessierte waren gekommen und waren am Ende voll des Lobes über einen sehr informativen Vortrag.

Foto: Herbert Vollmer
Foto: Herbert Vollmer
Norbert Klein und Esther Echtle freuten sich über den guten Besuch.

Die Gotik ist eine Strömung der europäischen Architektur und Kunst des Mittelalters. Sie entstand um 1140 in der Ile-de-France (Gegend um Paris) und währte nördlich der Alpen bis etwa 1500. Im Jahr 1176 war Baubeginn der ersten gotische Kirche am Oberrhein in Straßburg, wenige Jahre später in Basel, Breisach, Sigolsheim, Freiburg und Colmar.

Kunst am Bau

In der Gotik schützen bereits wehrhafte Mauern die Städte. Daher konnten die Kirchen und Kathedralen »zierlicher« gebaut werden. Herausragend in dieser Zeit ist die Schöpfung der »gotischen Kathedrale«. Die Bauherren setzten nicht nur wahre Künstler als Baumeister ein, wie Erwin von Steinbach, sondern auch sehr begabte Bildhauer. Sie schufen Sandsteinfiguren als Verbildlichung der christlichen Ideenwelt. Meist werden biblische Geschichte in »Stein gehauen«.

»Vor allem in den Spitzbögen der Eingangstore sowie in dem darin enthaltenen Tympanon (Schmuckfläche) sind Kunstwerke unermesslicher Schönheit entstanden«, schwärmte Norbert Klein zurecht. Ihre Arbeiten erzählen auch heute noch biblische Geschichten.

Bauzeit: Jahrhunderte

Ein großartiges Beispiel ist das Freiburger Münster, dessen Baubeginn im Jahr 1200 liegt. Chor im Osten und Querschiff noch im spätromanischen Stil, dann Fortführung der Bauarbeiten im neuen Stil der französischen Gotik, später Übergang zum spätgotischen Stil und Fertigstellung im Jahre 1513.

Insgesamt sieben Portale führen in das Innere des Münsters. Das Haupt-Westportal besteht aus einer nach außen offenen Portalhalle mit 418 prächtigen Figuren und einem riesigen Tor-Tympanon. Unter den vier Bogengängen befindet sich ein prächtig geschmücktes Tympanon, in dem fünf Register mit Darstellungen der biblischen Geschichte zu finden sind: Die Geburt und Passion, die Auferstehung der Toten, der Zug der Seligen und der Verdammten, die zwölf Apostel und ganz oben das Jüngste Gericht. Alle 5 Register bestehen aus drei 45 cm dicken Platten, die in verschiedenen Arbeitsgängen vermutlich von mehreren Steinmetzen zur gleichen Zeit gefertigt wurden.

Kirchenpatron dargestellt

Norbert Klein stellte auch noch weitere Tympanon-Werke der gotischen Kirchen in Sigolsheim, Basel, Breisach und Straßburg vor. Besonders beachtenswert ist auch der Wimperg, ein giebelförmiges Bauteil zur Bekrönung von Portalen und Fenstern. Es enthält einen Hinweis auf den Namensgeber der Kirche, beispielsweise ist beim Martinsmünster in Colmar der Heilige Martin bei der Mantelteilung dargestellt.

Symbolträchtige Figuren

Die vier Evangelisten sind an den Kanzeln, wie in der Nordracher Pfarrkirche, oft auch an anderen Bauteilen dargestellt. Sie sind an ihren Symbolen erkennbar: Markus mit einem Löwen (Auferstehung), Johannes mit einem Adler (Himmelfahrt), Matthäus mit einem Menschen (Menschwerdung) und Lukas mit einem Stier (Opfertod), das Osterlamm, Symbol für Jesus, mit einer Siegerfahne.

Die Besucherinnen und Besucher dieses hochinteressanten Vortrags werden künftig sicherlich nicht mehr achtlos an den in Stein gehauenen Kunstwerke der Kirchenportale vorbeigehen.

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