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Biberach | 29.09.2025

Viel Betrieb und viel zu sehen

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Wo die Feuerwehr demonstrativ zugange ist, darf für die Kleinen ein brennendes Häuschen, das mit viel Wasser gelöscht werden will, nicht fehlen. Foto: Inka Kleinke-Bialy
von Inka Kleinke-Bialy

Der Brandschutztag der Freiwilligen Feuerwehr Biberach stieß mit seinen Vorführungen und sonstigem Rahmenprogramm auf großes Interesse.

 

Foto: Inka Kleinke-Bialy
Die Jugendfeuerwehr demonstrierte die Löschung eines in Vollbrand stehenden Fahrzeugs. Was nach einem großen Schlauchdurcheinander aussieht, hat natürlich alles System.
Foto: Inka Kleinke-Bialy
Der kleine Cedric beobachtet einen „Fettbrand“. Ganz genau weiß er, dass man den nicht mit Wasser löschen darf. Doch er wird als „Ober­lehrer“ zur Seite geschoben.
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Schmunzelmoment: Ein richtiger Hund lässt sich den Brandschutztag nicht entgehen – und besteht dabei auf eine kreative Beförderung.
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Das Rauchhaus – hier mit dem stellvertretenden Kommandanten Fabian Möller – demonstriert, wie wichtig es ist, beim Verlassen einer ­brennenden Wohnung die Tür hinter sich zu schließen, damit der Rauch nicht ins Treppenhaus zieht. Und es demonstriert, wie der Einsatz eines Feuerwehr-Lüfters bei einem Brand funktioniert.
Foto: Inka Kleinke-Bialy
Fabian Möller Handeln beweist, dass er sich nach Cedric hätte richten sollen: Eine riesige Stichflamme ist in den Himmel geschossen.
Foto: Inka Kleinke-Bialy
Viel Applaus gab es für die einzelnen Vorführungen der Freiwilligen Feuerwehr.

„Feuer, Feuer! Was kann man da denn tun?“ rief Florian Möller, stellvertretender Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Biberach, an deren Brandschutztag. Der fand am vergangenen Sonntag in und vor der Feuerwehrhalle statt.

Beim vormittäglichen Start um 11 Uhr war zwar noch kaum etwas los. Bei strahlendem Sonnenschein änderte sich das zum Mittagessen hin jedoch rasch, dafür sorgten vor allem Steaks, Bratwürste und Pommes sowie ein reichhaltiges Angebot von Kuchen und gekühlten Torten. Sogar eine Bar gab es, für die eines der ausgestellten Feuerwehrfahrzeuge eigens umfunktioniert worden war.
Viel Publikum dann gab es bei den Vorführungen, die von 14 Uhr bis etwa 17 Uhr stattfanden. Entsprechend viele Ohren vernahmen den eingangs erwähnten Alarmruf Florian Möllers. Was also tun angesichts der brennenden Holzscheite? Nun, die Jungen und Mädchen der 15 Köpfe zählenden Kinderfeuerwehr wussten genauestens Bescheid und zeigten den Zuschauern, wie kinderleicht der Umgang mit dem Feuerlöscher ist. Dafür ernteten sie viel Applaus.

Fettbrand: Bloß kein Wasser!

Sehr beeindruckend im Anschluss die Demonstration eines Fettbrandes, wie er in der Küche beispielsweise beim Frittieren in einem Topf oder in der Pfanne entstehen kann. Florian Möller wollte auch hier mit dem Feuerlöscher agieren. Der kleine Cedric von der Kinderfeuerwehr versucht ihn jedoch zu stoppen. „Weil, wenn man Wasser zu brennendem Fett gibt, gibt es eine Fettexplosion!“

Cedric kennt auch den Grund, wie er dem Publikum mit mahnend gestrecktem Zeigefinger erklärte: „Das Wasser verdampft schlagartig zu Wasserdampf, der sich explosionsartig ausdehnt und dabei das brennende Fett mitreißt. Dieses wird in feine, leicht entzündliche Fetttröpfchen zerstäubt. Das führt zu einer gewaltigen Stichflamme, die schwere Verbrennungen und einen Küchenbrand verursachen kann.“

„Alles klar, Herr Oberlehrer, ich weiß schon, was ich tu“, spielte Florian Möller den genervten Besserwisser, schob den Jungen zur Seite und spritzte (aus sicherer Entfernung natürlich) mit dem Wasserlöscher in die Flammen. Prompt passierte, was passieren muss: Mit grimmigem Fauchen schoss eine meterhohe Stichflamme auf – derart furchterregend, dass einige Zuschauer erschrocken aufschrien. Diese Demonstra­tion hatte gesessen. Fazit: Einen Fettbrand sollte man immer abdecken – mit einem Deckel oder Backblech, beides sollte unbedingt aus Metall sein. Oder man verwendet einen speziellen Fettbrandlöscher.

PKW im Vollbrand

Ebenfalls großes Aufsehen erregte die Jugendfeuerwehr, die ein „brennendes“ Fahrzeug löschte. Mit großem Tatü-Tata kam sie in zwei Feuerwehrfahrzeugen angefahren. Zunächst traf das Hilfeleistungslöschfahrzeug ein, wie Kommandant Patrick Dreilich dem Publikum erklärte: „Der Gruppenleiter geht vor Ort und erkundet erst einmal die Lage. Dabei schaut er auch unter dem Fahrzeug nach, ob da jemand in Panik drunter gekrabbelt ist, den man gleich retten könnte.“

Da das Fahrzeug, wie mittels dichtem Rauch simuliert wurde, in „Vollbrand“ stand, konnte der Gruppenführer ohne weitere Ausrüstung zunächst einmal nichts tun. Hinter dem Fahrzeug ließ er seine Mannschaft antreten, die bereits mit Atemschutz ausgerüstet war, und erteilte seine Befehle. Zwischenzeitlich rückte das Löschfahrzeug an. Die beiden Gruppenführer stimmten sich zur Lage ab.

Der zweite Gruppenführer gab nun seinerseits seine Befehle. Er hat sich entschieden, einen Löschangriff mit Schaumlöschmittel durchzuführen. Das ist wesentlich intensiver als eine normale Wasserlöschung. Zwar braucht man hierfür etwas mehr Zeit für den Aufbau, dafür aber muss man grundsätzlich weniger Löschmittel aufbringen. Dieser Löschschaum, der Brandbekämpfung und Schäumung deutlich begünstigt und lange stabil bleibt, ist mittlerweile zwar grundsätzlich zugelassen und ungefährlich. Dennoch ist er für Klärwerke „nicht so einfach zu handeln“, bei Übungen wird daher normales Spülmittel eingesetzt.

Da der vorliegende, simulierte Brand von einem solchen Ausmaß war, dass er auf das angrenzende Gebäude überzugreifen drohte, „bauen wir nicht nur einen Löschangriff für das Fahrzeug selber auf, sondern auch eine Riegelstellung zum angrenzenden Gebäude, um dieses zu schützen.“ Zudem haben die Kamerad:innen Pylone aufgestellt und dafür gesorgt, dass die Einsatzstelle durch Blaulicht und Warnleuchten gut sichtbar ist. „Unsere Jugend arbeitet genauso, wie die aktive Wehr auch“, betonte Patrick Dreilich. Als die Lage schließlich unter Kontrolle war, gab er das Kommando: „Kameradinnen und Kameraden: Wasser halt!“

Demonstration Unfall

Um 16 Uhr dann demonstrierte die aktive Wehr, wie sie bei einem Unfall vorgeht, bei dem eine Person in ihrem Wagen eingeklemmt worden ist. Der Kommandant erklärte: „Wir machen erstmal die Türöffnung, dass wir Zugang zu der Person haben und uns erstmal um sie kümmern können, auch medizinisch.“ Dabei wird festgestellt, dass die Person aufgrund ihrer Verletzung achsengerecht aus dem Fahrzeug herausgeholt werden muss, ihr Oberkörper also nicht verdreht werden darf. „Das heißt, wir dürfen sie nicht auf der Seite herausziehen, sondern wir müssen sie nach hinten aus dem Fahrzeug rausbringen. Dazu wird das ganze Dach nach oben rausgeschnitten, die Person zum Schutz der Wirbelsäule auf ein Spineboard gebunden und damit aus dem Auto gehoben.“

Von den 40 erwachsenen ­aktiven Kamerad:innen der Abteilung Biberach waren am Brandschutztag 35 und damit all jene anwesend, die nicht beruflich verhindert waren – teilweise mit ihren Parnern und Kindern. „Die Vorbereitungen für den Brandschutztag beginnen schon Monate vorher“, erklärte Patick Dreilich mit Dank an sämtliche Beteiligten.

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Feuerwehr Biberach

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