Firma Bau-Volk sowie Architekt Karl Ringwald mit dem »Dachs-Award 2020« ausgezeichnet

Im Nachbarschaftshaus Biberach kommen zwei Dachs-Blockheizkraftwerke zum Einsatz – 97,9 Prozent Stromversorgung vor Ort – Mit solchen Lösungen kann die Energiewende gelingen

Die Firma Bau-Volk sowie Architekt Karl Ringwald wurden mit dem »Dachs-Award 2020« ausgezeichnet. Jeweils einen 2. Preis erhielten sie für die innovative Kraft-Wärme-Kopplungs-Lösung, die bei der Energieversorgung des Nachbarschaftshauses sowie der Eigentumswohnanlage »Am Sportplatz« zum Einsatz kommt. Die Eigenstromversorgung liegt bei 97,9 Prozent, die Einsparung bei der CO2-Emmission gegenüber konventionellen Anlagen bei rund 50 Prozent.

»Mit solchen Anlagen können wir in Zukunft die Energiewende schaffen«, ist sich Geschäftsführer Herbert Huber vom SenerTec-Center aus Lautenbach sicher, die das Energiekonzept umgesetzt hat. Am Freitag konnte er die Auszeichnung des bundesweiten Wettbewerbs an In­vestor Eduard Volk sowie an Planer Architekt Karl Ringwald übergeben. Beide Firmen erhielten jeweils den 2. Preis für die innovative Lösung in der Kategorie Mehr­familienhaus.

Auch Geschäftsführer Jürgen Bohnert war mit dabei. Er hat mit seiner Elektrofirma die Photovoltaikanlage auf dem Dach des Nachbarschaftsgebäudes realisiert.

Dachs erzeugt Strom und Wärme

Für die Energieversorgung der drei Gebäude, die im Jahr 2019 fertiggestellt wurden, stehen in der Heizzentrale zwei Dachs-Blockheizkraftwerke, die mit Erdgas betrieben werden. Außerdem befindet sich auf dem Dach eine Photovoltaik-Anlage mit einer Leistung von rund 30 kWp. Die Stromerzeugung dient dem Eigenverbrauch. Gespeist werden ein Batteriespeicher sowie ein Ladepunkt für die E-Mobilität. Erfolgsgaranten sind das passende Energiemanagement-System sowie die einfach Strom­abrechnung über die Energiekonzept Ortenau.

Die Abwärme, die der Dachs bei der Stromerzeugung entwickelt, wird direkt für die Heizungsanlage und die Warmwasseraufbereitung verwendet. Die Erzeugung der benötigten Energie direkt vor Ort macht die Anlage in Sachen Umwelt als auch bei den Kosten erfolgreich. Es fallen keine Leitungs- und Wärmeverluste an.

Solche Anlagen seien besonders für Mehrfamilienhäuser, Seniorenwohnanlagen oder Gastronomiebetriebe interessant, berichtet Geschäftsführer Huber. Eduard Volk betreibt seit Jahren in seinem privaten Wohnhaus einen Dachs und konnte sich von den wirtschaftlichen Vorteilen überzeugen. Mit der gewonnenen Energie betankt er auch sein E-Auto und mit der Wärme die eigene Heizung.

Nachbarschaftshaus ist nahezu autark

Im Jahr 2020 wurden mit dem Blockheizkraftwerk und der Photovoltaik-Anlage rund 89.000 kW/h Storm erzeugt. Davon wurden knapp 41.000 kW/h selbst verbraucht und weitere rund 48.000 kW/h in das öffentliche Stromnetz eingespeist. Durch die weitere Optimierung der Anlage liegt im laufenden Jahr 2021 der Deckungsgrad bei der Eigenstromversorgung bei 97,9 Prozent. Damit sind die drei Gebäude nahezu autark.

»Der Vater des Gedankens sind nicht nur die soziale Verantwortung und die grüne Seele, sondern auch wirtschaftliche Überlegungen«, stellte Geschäftsführer Herbert Huber fest. Gewinner seien der Investor und die Bewohner der Gebäude, die sich mit günstiger Energie versorgen können. Der Verlierer dieses Konzepts sei ganz klar der Energieversorger.

Info Dachs-Award

Die mittelständische Firma SenerTec mit Sitz in Schweinfurt stellt das Kraftwerk »Dachs« her. Ein Motor treibt einen Hochleistungs-Generator an, der Strom produziert. Die dabei entstehende Wärme wird zum Heizen der eigenen Immobilie genutzt. Der erzeugte Strom wird direkt vor Ort verbraucht oder gegen eine Vergütung ins Stromnetz eingespeist. 37.000 Betreiber nutzen inzwischen einen Dachs sowohl für das private Eigenheim als auch für Gewerbebetriebe. Alljährlich lobt die Firma SenerTec den »Dachs-Award« aus, mit besonders innovative Kraft-Wärme-Kopplungs-Systeme in den Kategorien Einfamilienhäuser, Mehrfamilienhäuser und Gewerbe ausgezeichnet werden.

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