Männergesangverein Biberach bestritt Programm mit 14 Sängern

Traditionelles Weihnachtskonzert bot fröhliche Lieder

Dirigentin Sonja Große hatte für das Weihnachtskonzert einen Strauß gefälliger deutscher Lieder zusammengestellt. Die Begleitung am Klavier bestritt einfühlsam ihre Tochter Michaela Große. Zweimal fügten die beiden in den Reigen der Lieder ein instrumentales Stück ein. Im Anschluss an das 75-minütige Konzert wurde der Hörsaal für einen Imbiss und ein gemütliches Beisammensein genutzt.

Gleich der erste Titel ließ den Tenor des Abends anklingen: »Fröhlich klingen unsere Lieder« von Lorenz Maierhofer. »Welche Freude, welche ein Frieden, dieser Tag ist uns geweiht«, spielte auf die lange Tradition des Konzertes zwischen den Jahren an. Von der Dankbarkeit für den Ruhetag nach einem Sechstagewerk war im zweiten Lied »Sonntag ist heut« von Robert Pracht die Rede. Der feierliche Ton gemahnte, bei aller Arbeit das dankbare Feiern nicht zu vergessen.

Weites, fernes Land

Dann wurde der Blick mit dem »Lied der Taiga« in die Weite gerichtet. Der wiegende Gesang wurde von Michaela Große einfühlsam am Klavier begleitet. Die Tenöre, welche an die hohen Töne der besungenen Balaleika erinnerten, waren besonders gefordert. Beim kraftvollen Auftakt zum Ungarischen Tanz Nr. 6 von Johannes Brahms durften die sonoren Männerstimmen in die Vollen gehen. Zur Stärke kam das herzhafte Temperament, das in ein zartes »Ich hab dich lieb« mündete.

Zwischenspiel

Die instrumentale Einlage von Sonja Große an der Querflöte und Michaela Große am Klavier widmete sich dem »Russischen Zigeunerlied« von Wilhelm Popp. Die Zuhörer erlebten einen Spaziergang voller musikalischer Überraschungen. Zunächst ist der Gang verhalten und macht mittels Flöte auf die feinen Vogelstimmen aufmerksam, dann aber erfolgt ein Tempowechsel, bei dem das Klavier eine Bandbreite des vom Stakkato zum Heiteren und schließlich zum Tanz durchläuft.

Der Wein und der Gesang

»Kennen Sie einen Männerchor, bei dem nicht der Wein besungen besungen wird?« wurden die Zuhörer gefragt. Natürlich nicht, war die unausgesprochene Antwort. Es folgte darauf der Hit »Griechischer Wein« von Udo Jürgens. Ein Gastarbeiter im Ruhrgebiet hört in der abendlichen Dunkelheit auf dem Nachhauseweg aus einer griechischen Gaststätte heimatliche Klänge, die ihn zur Einkehr und Umtrunk einladen. »Griechischer Wein ist so wie das Blut der Erde, komm schenk dir ein«, schwärmt das Heimweh.

Dass die gestandenen Männer sich noch mit Liebeskummer plagen, war nicht anzunehmen. Ganz locker schmetterten sie im Brustton der Überzeugung: »Liebeskummer lohnt sich nicht, my darling! Schade für die Tränen in der Nacht.« Umso mehr waren sie vom Glauben beseelt, dass es im Verein, der seit 1867 besteht, selbstverständlich weitergehe. Als Folie für diese Zuversicht diente ihnen das Lied »Alt wie ein Baum« von Puhdys. So wie ein alter Baum immer wieder ausschlägt, so sei es auch mit dem Biberacher Männerchor, hielt die Moderation fest.

Weihnachtlicher Nachklang

Mit einem zweiten Intermezzo bereiteten Sonja und Michaela Große den dritten Teil des Konzerts vor. »Prelude and Dance« von Renée Cain stimmte auf die Weihnachtszeit ein. Der in der Natur vermisste Schnee wurde im Gesang gegenwärtig. Der anmutenden Musik von Antonin Dvorak wurde ein Text unterlegt, der die Schönheit der Natur mit der des Glaubens verbindet: »Sternennacht, Winternacht – Gottes Angesicht«.

Das Publikum, darunter auch Bürgermeisterin Daniela Paletta, dankte dem Chor abschließend für die vielen bekannten Melodien mit anhaltendem Applaus. Der Chor spendierte daraufhin noch zwei Zugaben, die ermunterten, sich dem Chor anzuschließen. Vorsitzender Markus Heizmann lud zum unverbindlichen Besuch der Chorprobe ein, die jeweils montags von 20 bis 21.30 Uhr stattfindet.

Mitglieder-Ehrung

Im Verlauf des Konzerts waren zwei Mitglieder geehrt worden: Günter Lerch für 40 Jahre und Josef Kürner für sage und schreibe 65 Jahre Mitgliedschaft. Vorsitzender Markus Heizmann erwähnte, dass Lerch seit 1986 bei besonderen Anlässen die Vereinsfahne trage. Sie trägt das vielsagende Motto: »In Freud und Leid zum Lied bereit«. Fünf Jahre habe der Jubilar dem Vorstand angehört. Bei Veranstaltungen packe er mit an. Daher habe ihn die Generalversammlung zum Ehrenmitglied ernannt.

Josef Kürner trat bereits 1954 dem Verein bei. Von 1966 bis 1999 arbeitete er engagiert in der Verwaltung mit. Unvergessen sei auch seine Mitwirkung bei Theaterspielen oder als Helfer hinter der Theke, so der Vorsitzende. Bereits 1994 habe der Verein seine Tätigkeit mit der Ehrenmitgliedschaft bedacht. Leider sei ihm aus gesundheitlichen Gründen eine aktive Mitwirkung im Chor nicht mehr möglich.

Der neu gewählte Präsident des Kinzigtäler Chorverbands, Thomas Schenk, nahm die zusätzliche Ehrung der beiden vor. Für den ehemaligen Bürgermeister der Gemeinde Schenkenzell war es die erste Handlung im neuen Amt. Schenk erinnerte an die ungezählten Stunden, welche die Geehrten bei den Proben, bei Konzerten und sonstigen Auftritten im Verein verbracht haben. Der Präsident überreichte jeweils eine vom Vorsitzenden des Badischen Chorverbandes unterzeichnete Urkunde und bedachte beide mit einer Ehrennadel.

 

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