»Der Geroldsecker Burggeist« wird von Klaus Bühler zum Leben erweckt

Er erlebt herrliche Landschaften, genießt regionale Gerichte und begegnet freundlichen Menschen – Während des Lockdowns hat der Prinzbacher Küchenmeister mit viel Kreativität ein modernes Märchen verfasst – Kein Buch für »zu Schnell-Esser« und »zu Spät-Esser«

Der Geroldsecker Burggeist: Seine Reise führt ihn über Prinzbach durch das Kinzigtal. Er erlebt die herr­liche Landschaft, genießt regionale Gerichte und begegnet freundlichen Menschen. Am Johannistag, wenn die Sonne am Zenit steht, erwacht der Burggeist zu neuem Leben!

Das Buch, das gerade eben – und noch rechtzeitig für den Gabentisch zum Weihnachtsfest – fertig wurde, ist eine jener Geschichten, die die Pandemie geschrieben hat. Aber der Reihe nach: Klaus Bühler ist gebürtiger Prinzbacher und in seiner Freizeit gerne in der Natur unterwegs, fotografiert schöne Motive, ist Pflanzenliebhaber und Tierfreund. Oft wandert er hoch zur Burg. Fast täglich fährt er – auch bei Wind und Wetter – mit seinem Rennrad durchs Tal. Klaus Bühler kennt viele der Kinzigtäler Wirte persönlich, kehrt gerne bei ihnen ein und genießt regionale Spezialitäten.

Der Koch ist ja auch ein Künstler

»Als Anfang letzten Jahres der Lockdown kam, war ich plötzlich arbeitslos und hatte viel Freizeit«, berichtet Klaus Bühler. Da reifte in ihm die Idee, seine vielen Eindrücke und Erlebnisse, seine Gedanken und nicht zuletzt seine große Berufserfahrung in einem Buch zusammenzufassen – und wurde Autor.

»Der Koch ist ja auch ein Künstler,« stellt Klaus Bühler fest. Das wurde er aber erst im zweiten Schritt. Nach der Schulzeit absolvierte er eine Metzgerlehre in der »Rose« in Steinach und schloss dann eine Ausbildung zum Koch im Hotel »Ritter« in Durbach an. Später arbei­tete er im »Hirsch« in Berghaupten und dann in großen Hotels in Davos und Ascona. Mit diesem Rüstzeug konnte er erfolgreich die Prüfung zum Küchenmeister ablegen.

Vor 31 Jahren kam er dann nach Prinzbach zurück und arbeitet seither im Hotel »Badischer Hof«, das von seinem Bruder Karl-Heinz Bühler geführt wird. Ebenfalls vor 31 Jahren haben Klaus und Hedwig Bühler das Hotel »Bergblick« gebaut, das von seiner Frau geführt wird. Ihre beiden Söhne Lukas und Philipp sind erwachsen und inzwischen aus dem Haus.

»Der Lockdown war ein massiver Einschnitt«, stellt Klaus Bühler fest. Es waren keine Urlauber mehr in ihren Hotels und keine Gäste mehr im Restaurant. Da hatte er plötzlich Zeit zum Schreiben, übte sich im Malen mit Wachsmalstiften und mit Acrylfarben und sammelte mit seinem Foto weitere schöne Naturmotive. So trug er die »Zutaten« für sein modernes Märchen zusammen.

Bei der Umsetzung des Buchprojekts setzte Klaus Bühler ebenfalls auf Regionalität und arbeitete mit dem Verlag »Schwarzwälder Post« zusammen. Aus einem dicken Ordner voller handgeschriebener Texte, Bilder und Zeichnungen gestaltete Gabi Herrmann mit großem Einfühlungsvermögen ein professionelles Buch. Die selbstständige Grafikern aus Nordrach hat ihre beruflichen Wurzeln bei der »Schwarzwälder Post« und arbeitet seit vielen Jahren eng mit dem Zeller Lokalverlag zusammen. Im Dreiklang von Klaus Bühler, der Grafikerin und dem Verlag ist in den vergangenen Monaten »Der Geroldsecker Burggeist – Ein modernes Märchen« entstanden.

»Dass sie das Mittagessen anbrennen lassen«

Im Vorwort des Buches empfiehlt Klaus Bühler den Lesern, die Kunst des Schauens zu erlernen. Er schreibt, dass es »kein Buch für Professionelle, zu Schnell-Esser, zu Spät-Esser« ist. Stattdessen sollen sich Hausfrauen beim Lesen so in das Märchen vertiefen, »dass sie das Mittagessen anbrennen lassen«.

Dann nimmt das Märchen Mitten im Sommer am besagten Johannistag seinen Lauf. Der Burggeist blickt zurück auf sein Leben, als er einst für Ritter, Burgfrauen und Knechte gekocht hat. Er trifft seinen Freund, den Raben, und zieht mit ihm los, die neue Welt zu erkunden. Schon am Fuße der Burg sind sie zu Gast in der Vesperstube von Ursel Beck, die ihr feines Rezept für einen Heidelbeerkuchen verrät.

Von der Prinzbachquelle führt der Weg über den Romanhof, selbstverständlich auch am Hotel Garni »Bergblick« vorbei und weiter durchs Kinzigtal. Überall sammelt der Burggeist seine Eindrücke. Die Kinder lädt der Burggeist in seinem Buch dazu ein, einen »bunten Rennfahrer« auszumalen. Die grafische Kombination aus Blume und Fahrrad ist sein Erkennungssymbol.

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erlernt der Reisende in der Pizzeria »Al Castello« am Schlossberg in Hausach, in der »Blume« in Schnellingen werden Saucen von A bis Z kreiert. »Der Saucier ist der wichtigste Koch in der Brigade. Er trägt den größten Kochhut«, lässt der Burggeist wissen. Am Ende der Reise serviert er dann noch »Das große Menü der Tiere«, bei dem wirklich keine kulinarischen Wünsche offen bleiben.

Zurück auf der Burg wird der Burggeist wieder zum Küchenmeister und Buchautor. »Die Zeit hält nur in Träumen an«, schreibt Klaus Bühler und lacht: »Im Februar werde ich 60 Jahre alt. Da darf ich das sagen.«

Der Geroldsecker Burggeist

Buchformat 21 x 21 cm, Hardcover, 88 Seiten. Das Buch ist zum Selbstkostenpreis von 24,99 Euro an folgenden Stellen zu erhalten: Badischer Hof, Prinzbach; Raiffeisen-Markt, Biberach; Papierhaus Bechert, Zell; Rund ums Leben Kopf, Zell; Casa EM, Haslach. »Außerdem habe ich immer einige Exemplare in meinen Rucksack«, informiert Klaus Bühler und betont: »Der Geroldsecker Burggeist begegnet gerne freundlichen Menschen!«