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Zell am Harmersbach | 11.06.2019

»Vogelstimmenkonzert« eröffnete die Zeller »Sommermusiken«

Als vielfarbig und virtuos wird der Abend in Erinnerung bleiben

Foto:
Auf ihren Instrumente empfanden Ulrike Wettach-Weidemaier (rechts) und Sonja Kanno-Landoll (links) Vogelstimmen lautmalerisch nach. Foto: Hansjörg Wörner
von Hansjörg Wörner

Beim Auftakt der »Sommermusik«-Reihe in der Evangelischen Kirche erlebten die zahlreichen Besucher beim »Vogelstimmenkonzert« einen genussvollen Abend.

Auf ihren Instrumente empfanden Ulrike Wettach-Weidemaier (rechts) und Sonja Kanno-Landoll (links) Vogelstimmen lautmalerisch nach.
Sonja Kanno-Landoll (links) begleitet von Tilo Strauß, der außerplanmäßig am Klavier statt an der Orgel musizierte.
Noch einmal toste reicher Beifall, auf als Kirchengemeinderätin Solveigh Petersen (rechts) den Akteuren zum Abschied weiße Rosen überreichte.

Schillernd und kontrastreich erstreckte sich der Konzertreigen vom Barock bis zur Moderne, wobei das Ensemble zeigte, wie man sowohl hochkonzentriert als auch mit eleganter Leichtigkeit musizieren kann.

Es begann mit einem Zwiegesang zwischen den beiden Sopranblockflöten von Ulrike Wettach-Weidemaier und Sonja Kanno-Landoll, der sich bei Marco Uccelinis »Die Hochzeit der Henne und des Kuckucks« spontan entfaltet und in seiner Prägnanz die Zuhörer unmittelbar anspricht: als sehe man die Tiere vor sich, die sich keck ins Spiel einmischen. Man könnte auch von einem Dialog zwischen zwei Künstlerinnen unter Einbezug ihres Klavierpartners sprechen, der seinen Part intuitiv schlüssig gestaltete. Denn Tilo Strauß hätte eigentlich an der Kirchenorgel musizieren sollen, hätte diese nicht vor dem Konzert Schaden genommen, der kurzfristig nicht zu beheben war. Als Kantor und Konzertpianist Profi genug, musste Strauß improvisieren und überzeugte gleichwohl auf ganzer Linie.

Denn Höhepunkte gab es viele in dem dramaturgisch geschickt konzipierten Programm, das auch vom Kontrast lebte. Etwa bei »Kolibri«, eine einzigartig spannende Miniatur der an der Freiburger Musikhochschule lehrenden Komponistin Agnes Dorwarth: Musikalisch eindrucksvoll charakterisiert Wettach-Weidemaiers Blockflöte die typischen Eigenschaften und Bewegungen der Tiere. Da wird das Instrument zur Stimme – oder umgekehrt – die Stimme ist das Instrument. Die Reaktion des Publikums: eine Mischung aus Staunen und Bewunderung.

Lautmalerisches und expressives Spiel

Der Ruf des Kuckucks hat zu allen Zeiten Musiker und Komponisten inspiriert und Johann Caspar Kerlls »Capriccio sopra di Cucu« bietet einem Interpreten geradewegs eine Steilvorlage für ein lautmalerisches Spiel. Kantabel und expressiv ging Tilo Strauß das Werk an. »Le coucou« von Louis Claude Daquin gefiel durch die große Spielfreude, mit der Traversflöte (S. Kanno-Landoll) und Sopranblockflöte (U. Wettach-Weidemaier) die markante Vogelstimme variierten. Eine stringente Klangintensität war da zu spüren. Da wissen zwei, was sie tun und vor allem warum. Das Publikum im Kirchensaal applaudierte begeistert.

Bei den drei Sätzen des »Concerto D-Dur, La Pastorella’« aus der Feder des Barock-Großmeisters Vivaldi setzte sich das Klangfest fort, dem das kunstvolle Dialogisieren zwischen der Sopraninoblockflöte und der Querflöte eine bestechende Vielfarbigkeit verlieh. Der delikate Barockton dominierte dank feinsinniger Phrasierungskunst und Tilo Krauß’ kongenialer Klavierbegleitung. Als Solist gelang ihm bei drei Stücken des zeitgenössischen Kirchenmusikers und Komponisten Andreas Willscher eine wohlüberlegte und hellwache Interpretation. Da hatte jeder Ton seine unverkennbare Richtung. Das lyrische Melos ließ Strauß ebenso aufblühen wie er mit rhythmischer Präzision Akzente setzte.

Champagnerlaune

Wilhelm Popp (1828-1903) war zu Lebzeiten ein geschätzter Flötenvirtuose, ist als Komponist zahlreicher melodiöser Charakterstücke heutzutage allenfalls Flötenschülern bekannt. »Nightingale Serenade« und »Lockvögel – heiteres Intermezzo« konnten einen mit ihrem Melodienreichtum, der Leichtigkeit und dem volksliedhaften Ton an diesem Sommerabend durchaus in Champagnerlaune versetzen, zumal sich das makellos musizierende Ensemble in Hochform präsentierte. Der tosende Beifall am Schluss war von Ausrufen der Bewunderung begleitet.

Die Zugabe kam als exquisites Kabinettstückchen in bestem Mozart-Ton: Vogelfänger Papagenos glasklar perlende Flötenmelodie war einfach zauberhaft.

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