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Zell am Harmersbach | 11.01.2019

Stadt Zell setzt bei Fuhrpark auf E-Mobilität

Drei Dienstfahrzeuge sind mittlerweile flüsterleise und vollelektrisch unterwegs – Bürgermeister Pfundstein: »Wir wollen die Entwicklung mitgehen«

Foto:
Hochzufrieden mit den »Stromern« zeigen sich (von links nach rechts) die Hausmeister Roland Brennmehl und Hubert Kornmaier, Hauptamtsleiter Ludwig Börsig und Bürgermeister Günter Pfundstein. Foto: Susanne Vollrath
von Susanne Vollrath

Drei vollelektrische Fahrzeuge und ein E-Bike befinden sich mittlerweile im Besitz der Stadt. Sie bringen die Mitarbeiter umweltfreundlich ans Ziel.

Nach und nach soll die Flotte, wo es möglich und sinnvoll ist, umgerüstet werden. Mit Feuerwehr und anderen Spezialfahrzeugen – von der Kehrmaschine bis zum Traktor – verfügt die Stadt Zell über rund 30 Fahrzeuge.

»Wir wollen die Entwicklung mitgehen«, bekräftigt Bürgermeister Günter Pfundstein, auch wenn Themen wie zu hohe Feinstaub- und Stickoxidwerte für Zell keine aktuelle Relevanz besitzen. Die Stadt wolle Vorbild sein. »Die Mobilität wird sich wandeln«, ist er sich sicher und verweist in diesem Zusammenhang auf das Verkehrskonzept der Stadt. Die Technologie für selbstfahrende Busse und Züge mit Brennstoffzellen stehe bereits in den Startlöchern. Ob er sich vorstellen könne, auch privat ein Elektrofahrzeug zu besitzen? Kann er, wenn einer der Familienbenziner ersetzt werden muss.

Vernünftig mit »E«

Der Gemeinderat steht dem Vorhaben positiv gegenüber, mehr »E« in die Stadt zu bringen. Den Einstieg in die E-Mobilität bildete 2017 das städtische Dienstfahrrad mit Elektrounterstützung. Der moderne Drahtesel wird nach wie vor gerne genutzt. Hunderte Kilometer ist es Jahr für Jahr in ganz Zell unterwegs.

Seit letztem Sommer können die Mitarbeiter der Verwaltung für Dienstfahrten auch einen Renault ZOE nutzen. Mit 60 PS und einer durchschnittlichen Reichweite von rund 300 Kilometer hat der kleine Flitzer mittlerweile schon eine ganze Reihe Kilometer absolviert und wird auch für außerstädtische Dienstfahrten, die etwa nach Offenburg oder Freiburg führen, eingesetzt. »Man fährt ganz anders«, beschreibt Bürgermeister Pfundstein das Fahrgefühl. »Man schaut mehr auf den Verbrauch, drückt die ECO-Taste und fährt auf der Autobahn vernünftiger.«

Die beiden neuen elektrischen Renault Kangoos bringen ebenfalls 60 PS auf die Straße und haben eine geringfügig geringere Reichweite. Ein Auto war eine Ersatzbeschaffung, das andere ergänzt den Fuhrpark. Ihr Standort ist der Betriebshof, wo sie Roland Brennmehl und Hubert Kornmaier zur Verfügung stehen, die als Hausmeister die rund 50 städtischen Gebäude in Schuss halten.

Pro Fahrzeug rechnet die Stadt mit einer jährlichen Laufleistung von 7.500 bis 10.000 Kilometern.

Zentrum unter Strom

An die Steckdose kommen die Fahrzeuge, wenn die Reichweite 100 Kilometer unterschreitet. Mit Steckdose ist im Falle der städtischen Fahrzeuge wirklich eine Steckdose gemeint. Die Kangoos hängen am Bauhof-Netz. Der ZOE wird hinterm Storchenturm an einer normalen Starkstrom-Dose geladen, von der auch Veranstaltungen mit »normalem Strom« versorgt werden. Adapter machen beides möglich. Ausdrücklichen Öko-Strom bezieht die Stadt aktuell nicht. Das Laden von privaten Elektro-Autos ist auf dem Sonnenparkplatz möglich, wo die Strom-Tankstelle des E-Werk Mittelbadens einen ganzen Ladevorgang für fünf Euro ermöglicht. Bald soll noch eine zweite, öffentliche Ladesäule, diesmal von der Badenova, entstehen. Der Standort wird hinter dem Storchenturm sein, der Anschluss ist im Frühjahr geplant. E-Bikes lassen sich an den Stromversorgungsstellen für die Autos leider nicht mit neuer Energie versorgen. Die Verwaltung macht sich deshalb aktuell Gedanken, wo und wie die Versorgungslücke geschlossen werden kann.

Gekauft hat die Stadt Zell eines der drei Fahrzeuge, und zwar einen der beiden Kangoos beim Autohaus Deusch in Unterharmersbach. Der andere Kangoo und der ZOE stammen vom Autohaus Mayer und sind geleast. Förder­anträge wurden bei den zuständigen Stellen gestellt.

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