Lösung: Das Motiv der Ortsansicht von der Anhöhe beim »Dommeseflihof« ist bekannt. Kaum ein Jahr bzw. Jahrzehnt verging, ohne dass von hier nicht ein Bild aufgenommen wurde, das genau diese Blickrichtung seit nahezu hundert Jahren zeigt.
Interessant ist hier die zeitliche Einordnung. Auf der Talstraße ist kein Fahrzeug zu sehen, die ersten Strommasten entlang der Straße stehen bereits, auf dem Rangiergleis rechts im Bild herrscht reger Betrieb.
Links sieht man den Jedensbachhof. Früher was das riesige Dach, wie üblich, mit Stroh gedeckt. Die Großherzoglich Badische Landesregierung hatte bereits mit einem Erlass von 1847 die Eindeckung bei Neubauten mit Stroh verboten, wegen der allseits bekannten Feuersgefahr, und schrieb Ziegel vor. Außerdem mussten bei Ausbesserungsarbeiten um den Schornstein herum und über dem Eingang Ziegelreihen aufgelegt werden (wegen des Funkenfluges; ferner hätte herabstürzendes brennendes Stroh das Haus zu einer tödlichen Falle werden lassen). 1928 wurde das Dach des Jedensbachhofes komplett mit Biberschwanz-Ziegeln eingedeckt (auf jeder Dachseite ca. 22.000 Stück). Die ebenfalls noch zu sehende Mühle neben dem Hof wurde in den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg abgerissen. Das Bild stammt somit aus den 1930-er Jahren.
Eine andere Auffälligkeit kann man sich heute fast nicht mehr vorstellen. An der »Katzenhalde« ist eine riesige Fläche für das »Rüttibrennen« vorbereitet, es dürfte wohl die letzte »Rütti« in diesem Gebiet gewesen sein. Wer die Steilheit des Geländes kennt, weiß um die Knochenarbeit bei dieser Art der Bewirtschaftung solcher Flächen.
In späteren Jahren ist über das »Rüttibrennen« hier nichts mehr überliefert. Die letzte große »Rütti« wurde im September 1977 in der Mißlinke abgebrannt.





