Hauptversammlung stand schon ganz im Zeichen des Jubiläums 2027. Der Verein braucht dringend neue Spieler.
Nicht die Aktivitäten des vergangenen Vereinsjahres standen im Mittelpunkt der terminlich sehr spät angesetzten Generalversammlung. Bevor man sich aber mit dem im nächsten Jahr bevorstehenden Geburtstagsjubiläum beschäftigten konnte, zeichneten Vorstand Wilhelm Eble und verantwortliche Vorstandsmitglieder das Bild der vergangenen Saison bzw. des Starts in die neue Spielrunde im Oktober 2025.
Vizemeisterschaft und Bezirkspokal
Die 1. Mannschaft gewann die Vizemeisterschaft in der Bereichsliga 2 Süd. Einzig die Reserve von Freiburg 1887 war als Meister der Liga für Zell eine Nummer zu groß. Ein starker Erfolg gelang Zell jedoch mit dem Gewinn des Bezirkspokals gegen die favorisierten Offenburger. Und zu Beginn der neuen Saison sieht es so aus, als könnte die Mannschaft den Pokal auch in diesem Jahr gewinnen. Das Endspiel ist schon erreicht.
Die Zeller Reserve bereitet mehr Sorgen. Die Mannschaft hatte sich trotz starker Personalprobleme am Ende der Saison gerade noch vor dem Abstieg aus der Bezirksliga gerettet. In der Saison-Nachbetrachtung entschied sich die Mannschaft jedoch für einen freiwilligen Rückzug aus der Bezirksliga, weil der Personalmangel in der bevorstehenden Saison noch stärker zu werden drohte.
Die umstrittene Entscheidung sportliche Qualifikation freiwillig aufzugeben, erwies sich aber bereits in der 1. Runde im Kreis A als richtig, denn trotz der Reduzierung von 8 auf nur noch 5 Bretter pro Mannschaft, gelang es Zell nur mit Mühe alle Bretter zu besetzen. Eine Konsolidierung der Mannschaft bestenfalls mit jungen Spielern ist dringend nötig.
Der beste Repräsentant des Clubs war auch im vergangenen Jahr Ho In Lee mit seiner Teilnahme bei der Deutschen U 14 Meisterschaft.
Vollmers Kassenbericht bot noch, wie schon in den letzten Jahren, einige rote Zahlen, ein Sondervermögen wie in der Politik üblich soll aber verhindert werden. Trotz starker Pressepräsenz in Zeitung und Internet gelingt es laut Pressechef Baumann nicht, mehr Schachinteressierte für den Club zu gewinnen.
Chronik zum Jubiläum
Eine neue Chance dazu bietet sich bei der 100. Geburtstagsfeier des Clubs im nächsten Jahr. Peter Baumann arbeitet bereits seit zwei Jahren an der Chronik des Clubs und steht kurz vor deren Fertigstellung. Vergilbte amtliche Dokumente oder Clubunterlagen zeigen das interessante Bild der Clubneugründung in den späten 40er Jahren nach dem Krieg. Ernst Gerber (Bild unten links) war damals dank seiner Sprachkenntnisse der Gesprächspartner für die französischen Besatzer. Wer im Club mitspielen wollte, musste seinen militärischen Dienstgrad bzw. Zugehörigkeit zu politischen Gruppierungen während der Hitler Zeit preisgeben. Trotzdem war der Zulauf zum Schachclub groß. Die Leute lechzten einfach nach Normalität untereinander. 33 Spieler (Urkunde Bildmitte) nahmen an einem der ersten Clubturniere 1948/49 teil, eine für heutige Verhältnisse unvorstellbare Menge.
Ein Schachturnier flankiert mit einem Simultanturnier sollen auch im Mittelpunkt der 100-Jahre-Geburtstagsfeier 2027 stehen. Die ältesten Spieler im Club denken gerne an das traumhafte Ambiente des Löwensaales (Bild unten, Mitte) zurück, der in den 60er bis 80er Jahren oft als Turniersaal diente.
Vorstand Eble schloß die Versammlung, nicht ohne zu betonen, dass das Unternehmen 100. Geburtstag nur mit gemeinschaftlichem Mitwirken aller gelingen wird.





