Wenn das Klappern der Maile-Gießler-Mühle wieder erwacht. Am 15. April um 19.00 Uhr öffnet die historische Maile-Gießler-Mühle am Ortseingang von Nordrach zum ersten Mal in diesem Jahr wieder ihre Pforten.
Es ist ein Geräusch, das Geschichten erzählt: Erst ein leises Plätschern, dann ein tiefes Knarzen der Mechanik, bis schließlich das rhythmische Klappern des Mahlwerks einsetzt.
Am Mittwoch, 15. April 2026, um 19:00 Uhr öffnet die historische Maile-Gießler-Mühle am Ortseingang von Nordrach zum ersten Mal in diesem Jahr wieder ihre Pforten. Mühlenmeister Andreas Scholl lädt Einheimische und Gäste dazu ein, das fast 150 Jahre alte Handwerk hautnah zu erleben.
Die doppelte Kraft des Wassers
Das Herzstück der Mühle, die im Jahr 1881 erbaut wurde, ist das hölzerne Wasserrad. Mühlenmeister Scholl, im Hauptberuf gelernter Bäcker, nutzt hier den „Trick 17“ der frühen Neuzeit: Das Wasser trifft von oben auf das Rad. „Das bringt im Vergleich zu den ganz alten, im Wasserstrom hängenden Rädern die doppelte Kraft“, erklärt der Experte. Während sich das Rad unter der Woche nur gemächlich dreht, wird zum Schaumahlen die Schleuse voll geöffnet.
Millimeterarbeit für das perfekte Mehl
Im Inneren der Mühle geht es um Präzision. Die zwei originalen Mahlsteine von 1881 leisten auch heute noch ganze Arbeit. Dabei ist Fingerspitzengefühl gefragt:
Ist der Abstand zwischen dem starren Bodenstein und dem rotierenden „Läuferstein“ zu eng, verbrennt das Mehl durch die Reibungshitze.
Ist er zu weit, wird das Ergebnis zu grob.
Ein besonderer Blickfang für Besucher ist der sogenannte „Kleiekotzer“. Durch diese Öffnung werden die gröberen Schalenteile, die Kleie, vom feinen Mehl getrennt. „Heute wissen wir, wie gesund diese Ballaststoffe sind“, betont Scholl, der als Bäcker besonders die Vollwertkost schätzt.
Ein Ausflug in die Dorfgeschichte
Besucher können nicht nur den Weg vom Korn zum Mehl verfolgen, sondern auch den direkt nebenan gelegenen Heilkräutergarten erkunden. Die Mühle, die seit 1999 im Besitz der Gemeinde ist, bleibt ein lebendiges Denkmal Schwarzwälder Handwerkskunst.
Termine und Tipps
Wann: Ab dem 15. April, in der Regel jeden zweiten Mittwoch um 19:00 Uhr (bis Ende Oktober). Kosten 2,00€/Person, keine Anmeldung erforderlich, Dauer ca. 1 Stunde. Alle Termine unter www.nordrach.de
Wo: Maile-Gießler-Mühle, Ortseingang Nordrach.
Highlight: Schaumahlen mit Mühlenmeister Andreas Scholl und Besichtigung des Heilkräutergartens.





