Ein arbeitsreiches Vereinsjahr mit großem Jubiläum, hunderten gepflegten Nistkästen und vielen Einsätzen rund um Turm und Wanderheim prägte die Mitgliederversammlung. Gleichzeitig wächst die Sorge über fehlende Helfer für kommende Aufgaben.
Foto: Gisela Albrecht
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Die Mitgliederversammlung des Schwarzwaldvereins Oberharmersbach fand traditionell in der Gaststätte des Wanderheims auf dem Brandenkopf statt. Die Anfahrt am Samstagabend wurde für viele zu einem kleinen Ausflug in den Winter: Auf 933 Metern Höhe lag überraschend Schnee. Die Besucher nahmen es gelassen – die Straße hinauf war frei. Auf der Tagesordnung standen Berichte, Ehrungen und Nachwahlen.
Rückblick auf das Jubiläumsjahr
Stefan Kienzle vom Vorstandsteam blickte auf ein arbeitsreiches Jahr 2025 zurück. Im Mittelpunkt stand die 100-Jahr-Feier des Schwarzwaldvereins Oberharmersbach. Das Jubiläum erforderte viel Vorbereitung und Organisation. „Aber fast alles ist gut gelaufen und wir konnten ein tolles Fest erleben“, sagte Kienzle.
Das Festwochenende begann mit einem Festbankett im Pfarrheim. Am Samstag folgten Turmläufe von Vereinen und Gruppen. Die geplante Gipfelparty am Abend wurde allerdings nur schwach besucht. Dafür kamen am Sonntag bei schönem Wetter viele Gäste zum Gottesdienst sowie zu musikalischen Darbietungen, Vorführungen und einem Kinderprogramm. „Fast alle Vereine aus Oberharmersbach haben mitgeholfen – das hat uns sehr gefreut“, zog Kienzle ein positives Fazit.
Weitere Ereignisse im Vereinsjahr waren die Teilnahme an der Bezirksfrühjahrstagung in Gutach, das Wander-Opening auf dem Brandenkopf im Mai, eine Sternwanderung in Reichenbach sowie die Generalkonferenz im September in Sasbach.
Berichte aus den Ressorts
Schriftführerin Gertrud Huber berichtete von acht Vorstandssitzungen im Jahr 2025. Für die Jubiläumsfeier wurde ein Festausschuss gegründet. Außerdem beschäftigte sich der Vorstand unter anderem mit einer Pachtreduzierung für den Gastwirt im Winter. Beim Jubiläum „125 Jahre Westweg“ organisierte der Verein eine Wanderung und betrieb einen Bewirtungsstand.
Da der Posten des Wanderwarts derzeit vakant ist, stellte ebenfalls Gertrud Huber die acht durchgeführten Wanderungen mit Strecke, Ziel und Teilnehmerzahlen vor. Im September beteiligte sich der Verein zudem am Clean-up-Day und sammelte entlang der Löcherbergstraße Müll ein.
Wegewart Franz Huber betreut die Wanderwege gemeinsam mit Xaver Weber und Fabian Kranz. Auf rund 105 Kilometern Wegen reinigten sie in 53 Stunden Wegweiser und ergänzten fehlende Schilder. Außerdem wurden Mäharbeiten entlang der Wege erledigt.
Naturschutzwart Josef Lehmann berichtete ausführlich über die Nistkastenaktion im Februar. Mehr als 400 Nistkästen im Gemeindewald wurden gereinigt und teilweise erneuert. Vor allem Meisen und Kleiber nutzen die Kästen. Bei einer Familienwanderung konnten Kinder bei der Kontrolle einiger Kästen mithelfen. Anschließend gab es von der Gemeinde Grillwürste und Getränke. Lehmann kündigte zugleich an, sein Amt aus Altersgründen abzugeben.
Viel Arbeit rund um Turm und Wanderheim
Wanderheimwart Thomas Vollmer betreut das Wanderheim gemeinsam mit Rudolf Kornmayer. Unterstützt werden sie bei Arbeitseinsätzen von weiteren Vereinsmitgliedern. Besonders an den Gebäuden Wanderheim und Brandenkopfturm fällt regelmäßig viel Arbeit an.
Im vergangenen Jahr wurde unter anderem die alte Kassenhütte am Turm entfernt und Elektrik verlegt. Auch die Fenster des Turms mussten renoviert werden. Im Wanderheim wurden Auflagen im Bereich des Rauchgasrohrs umgesetzt und Probleme am Heizkessel behoben. In der Küche erfüllten die Mitglieder Anforderungen des Wirtschaftskontrolldienstes. Zudem wurde das Dach mit Hilfe eines Hubsteigers von Moos befreit.
Weitere Arbeiten betrafen eine Entrümpelungsaktion in der Garage, Wartungsarbeiten an der Quelle im Wald, die zeitweise zu trübem Wasser geführt hatte, sowie die Beseitigung von Wespennestern. Am Fuße des Turms wurden neue Sitzbänke aufgestellt, Grünflächen gepflegt und am Spielplatz kleinere Reparaturen erledigt. „Der Verein hat mit dem Erbe des Brandenkopf alle Hände voll zu tun – der Schwarzwaldverein ist hier der Hausherr“, erklärte Vollmer.
Solide Finanzen und einstimmige Entlastung
Kassierer Josef Schwarz legte einen detaillierten Kassenbericht vor. Die Erlöse seien gegenüber dem Vorjahr gestiegen, was unter anderem an der Neuverpachtung des Wanderheims liege. Kassenprüferin Barbara Schwarz, die gemeinsam mit Luitgard Kempf geprüft hatte, bescheinigte eine vorbildliche Kassenführung. Die Versammlung entlastete die Vorstandschaft einstimmig.
Nachwahlen im Vorstand
Bei den Nachwahlen konnte eine wichtige Position neu besetzt werden. Maria Kempf übernimmt künftig das Amt der Wanderwartin. Außerdem löst Richard Schöner den bisherigen Seniorenwanderwart Hubert Rauber ab. Beide Wahlen erfolgten offen und einstimmig.
Dank der Gemeinde
Bürgermeister Richard Weith dankte dem Schwarzwaldverein für sein vielfältiges Engagement. Erst kürzlich sei in der Landesschau über den Vesperweg berichtet worden. „Der Verein tut dem Tourismus gut“, betonte Weith. Auch das Jubiläumsfest habe gezeigt, wie stark das Ehrenamt in Oberharmersbach sei, da viele Vereine mitgeholfen hätten. Zudem verwies er auf die erhöhte finanzielle Förderung der Vereine durch die Gemeinde.
Ehrungen für langjährige Mitglieder
Für langjährige Treue zum Verein wurden mehrere Mitglieder geehrt. Gustav Roth erhielt für 60 Jahre Mitgliedschaft das Treueabzeichen in Gold mit Urkunde. August Lehmann gehört dem Verein seit 50 Jahren an. Maria Killig und Fridolin Schäck sind seit 25 Jahren Mitglieder. Diese Ehrungen werden nachgereicht. Persönlich anwesend waren Maria Kempf, die für 40 Jahre Mitgliedschaft geehrt wurde, sowie Brunhilde und Heinrich Brosemer, die seit 25 Jahren dem Verein angehören.
Blick auf das kommende Jahr
Zum Abschluss wies Stefan Kienzle auf eine große Aufgabe hin: Die notwendige Generalsanierung des Brandenkopfturms. Gleichzeitig werde es zunehmend schwieriger, genügend Helfer zu finden. Das Programm für 2026 ist bereits fertiggestellt und liegt im Wanderheim zum Mitnehmen aus.





