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Oberharmersbach | 21.01.2026

Gemeindewald bleibt Stütze für den Haushalt in Oberharmersbach

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Wichtige Einnahmequelle: Auf den Ertrag aus dem Gemeindewald ist die Gemeinde Oberharmersbach regelmäßig angewiesen. Foto: Lehmann-Archiv
von Karl-August Lehmann

Deutlich höhere Erlöse als geplant stärken den Gemeindehaushalt. Doch wie viel Holzeinschlag ist langfristig vertretbar?

Foto: Lehmann-Archiv
Ein weitläufiges Wegenetz mit Rast- und Aussichtspunkten ist für den Wandertourismus von entscheidender Bedeutung.

Der Gemeindewald von Oberharmersbach hat im Forstwirtschaftsjahr 2024 deutlich mehr Ertrag eingebracht als geplant. Nach Angaben des Amts für Waldwirtschaft, Forstbezirk Offenburg, schloss der Betrieb mit einem Überschuss von 326.708 Euro ab. Der Gemeinderat nahm den Vollzug des Bewirtschaftungsplans in seiner jüngsten Sitzung zur Kenntnis.

Betriebsergebnis 2024 deutlich über Plan

In früheren Jahrzehnten hatte die Gemeinde Oberharmersbach bei größeren Investitionen immer wieder Zugriff auf „außerordentliche Holzhiebe“, um Rechnungen aus dem Stand oder Schulden binnen kürzester Zeit zu tilgen. Auch in der heutigen Zeit ist Verlass auf die wirtschaftlichen Erträge aus dem rund 1.000 Hektar großen Forst.

Das Amt für Waldwirtschaft, Forstbezirk Offenburg hat den Vollzug des Bewirtschaftungsplanes für das Forstwirtschaftsjahr 2024 im Gemeindewald erstellt. Das Betriebsergebnis in Höhe von 326.708 Euro liegt deutlich über dem vorsichtig kalkulierten Planansatzes. Dieser war mit 125.000 Euro beziffert.

Mehr Einschlag bei gestiegenen Holzpreisen

„Das überraschend gute Betriebsergebnis ist im Wesentlichen den Veränderungen im Forstwirtschaftsjahr 2024 geschuldet“ rechnete Revierleiter Hans Lehmann dem Gemeinderat anhand einiger Eckdaten vor. Der im Laufe des Jahres angestiegene Preis für das Nadelstammholz hat den Anreiz geschaffen, statt der 9.000 veranschlagten Festmeter tatsächlich 12.206 Festmeter zu nutzen. Die schwierige Haushaltslage zwang auf der Ausgabenseite zu einem sparsamen Umgang mit den Mitteln.

Weiterhin im nachhaltigen Rahmen

Bei der Planung für das laufende Wirtschaftsjahr 2026 ist ein Holzeinschlag von 10.000 Festmeter vorgesehen. Im Forstbetrieb wird mit einem Überschuss von 200.000 Euro gerechnet. Tabellarisch übersichtlich listete Lehmann neben den geschätzten Einnahmen auch die Ausgaben auf, wie beispielsweise Erschließung, Bestandspflege und Verwaltungskosten.

„Der jährliche Holzeinschlag liegt höher als in den vergangenen Jahren“ verwies Lehmann auf die Erhöhung bei der letzten Zwischenrevision. Mit der veranschlagten Zahl von 10.000 Festmeter im laufenden Jahr liege man über dem früheren Plan, aber insgesamt im Zehnjahreszeitraum unter dem damals errechneten Zuwachs für diese Zeit.

Waldzustand bestimmt die Ernte

„Es gilt immer wieder zu fragen: was verträgt der Wald?“ lenkte der Revierleiter den Blick auf die Zuwachsuntersuchungen. Mit den letzten vier Stichprobeninventuren und jeweils über 470 Messpunkten in Abständen von zehn Jahren verfüge man über ein recht gutes Bild über die Entwicklung des Gemeindewaldes. Beim Einschlag gelte es den Zustand des Waldes im Auge zu behalten. Neben der Vorratsentwicklung sind die Holzartenanteile, die Durchmesserverteilung und die Qualität des im Wald verbleibenden Holzes wichtige Kenngrößen. Qualitativ schlechtere Hölzer, so der Revierförster, dürften nicht zu stark werden. Auch nehme die Anfälligkeit der Bäume gegen Trockenstress, Borkenkäferbefall oder das Windwurfrisiko mit der Stärke des Holzes zu.

Klimastress bremst den Zuwachs

Ein Vergleich mit Zahlen aus der Bundeswaldinventur lieferte eine Übersicht über die sehr unterschiedliche Entwicklung der Wälder in den verschiedenen Waldbesitzarten. Allgemein lässt sich durch die teils langen Trockenperioden der vergangenen Jahre mit einhergehendem Nadel- und Blattverlust ein Zuwachsrückgang der Bäume erkennen. Auch im Gemeindewald von Oberharmersbach ist dieser messbar. Erste Ergebnisse der Stichprobeninventur im vergangenen Jahr zeigen jedoch trotz des höheren Holzeinschlags keinen nennenswerten Rückgang des verhältnismäßig hohen Holzvorrats. Eine möglichst hohe Baumartenvielfalt und vorsichtige Steuerung der Naturverjüngung soll den Wald auf Kurs halten.

Wald soll Ertrag, Schutz und Erholung verbinden

Mit Blick auf das alle zehn Jahre anstehende Forsteinrichtungswerk im Jahre 2027 beschlossen die Gemeinderäte auch detailliert die Eigentümerziele für ihren Wald. Daran orientieren sich die in diesem Jahr laufenden Planungsarbeiten. Übergeordnet stehen stabile, risikoarme und funktionsgerechte Wälder im Mittelpunkt. Die Haushaltsfunktion mit kontinuierlichen Einnahmen hat für die Gemeinde eine herausragende Bedeutung. Sie erwartet durch die Nutzungsmöglichkeiten regelmäßig Überschüsse unter Erhalt der sonstigen wichtigen Funktionen wie den Wasserschutz. Als Tourismusgemeinde ist die Nutzung des Waldes als Erholungsraum ebenfalls von wichtiger Bedeutung. Daher ist die Schaffung von Aussichtspunkten und die Unterhaltung des Wegenetzten immer wieder ein Thema.

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