Generalversammlung der Forstbetriebsgemeinschaft Biberach-Prinzbach. Für den Holztransport werden intakte Wege benötigt.
Am Dienstagabend trafen sich die Mitglieder der Forstbetriebsgemeinschaft Biberach-Prinzbach zu ihrer Versammlung im Gasthaus „Kreuz“ in Prinzbach. Auf der Tagesordnung standen die Berichte, Ehrungen und der Beschluss des Beitritts zur WaldHolzVermarktung eG.
Der letzte Tagesordnungspunkt „Wünsche und Anträge“ wurde zum längsten Thema des Abends. Die Waldbesitzer sind in der Pflicht, die Wege in ihrem Wald zu pflegen und bei Bedarf in Stand zu setzen. Die anwesenden Wegewarte erklärten, dass 80 Prozent der Waldbesitzer dies vorbildlich erledigen – die anderen 20 Prozent nicht. Aus der Frage, wie man mit diesen 20 Prozent Personen umgehen solle, entwickelte sich eine längere kontrovers geführte Diskussion.
Es gibt Verträge der Waldbesitzer mit der Forstbetriebsgemeinschaft – in denen die Wegepflege geregelt ist – die z.T. noch aus den 90er Jahren stammen. „Die wissen gar nicht mehr, was da drinsteht“, war eine im Raum stehende Annahme. Waldbesitzer schließen Verträge mit der FBG zur Wegepflege ab und erhalten dafür Schulungen und haben Zugang zu finanziellen Förderungen.
Der Vorsitzende Josef Dorner kennt das Problem: „Das ist ein leidiges Thema. Einige Wege sind in einem schlechten Zustand.“ Revierförster Joschka Walter betonte, das Fremdunternehmer, die mit der Holzabfuhr aus einem Privatwald beauftragt sind, eine intakte Infrastruktur benötigten: „Sonst kann kein Holztransport stattfinden.“ Auf der Suche nach Lösungen kam der Vorschlag aus den Reihen der Waldbesitzer, einen jährlichen Beitrag an die FBG zu zahlen, die damit eine jährliche Wegeunterhaltung beauftragen kann. Eine Entscheidung wurde nicht getroffen. Das Thema ist schwierig und komplex, war das allgemeine Fazit.
Geschäftsbericht des Vorsitzenden
Der Vorsitzende Josef Dorner erklärte, dass die Wertschöpfung in der Waldwirtschaft zurückgegangen ist: „Die Waldbesitzer erhalten nicht mehr das Geld, das ihnen zusteht.“ Als Grund dafür nannte er die allgemeinen Kosten um den Holzeinschlag, die sich erhöht hätten.
In seinem Bericht ging er auf die Termine in 2025 ein. Das Jahr begann mit dem Neujahrsempfang der FBG, Ortenaukreis. Dann besuchte der Vorstand das Kamintreffen der Forstkammer und war bei der Messe Forst live in Offenburg mit einem Messedienst in der Pflicht. Der Jahresausflug führte die FBG in das Elsass, wo man sich traditionell einem Thema der Waldwirtschaft widmet. Es wurde ein Holzspaltgerät gekauft und für die Mitglieder einheitliche T-Shirts und Jacken angeschafft.
Geschäftsbericht des Revierförsters
Revierförster Joschka Walter berichtete über die Leitpreise für Holz, den Gesamteinschlag, die Verkaufsmenge und die Kundenstruktur. In 2025 wurde 6071 Festmeter Holz an insgesamt 41 Kunden vermarktet: „Das ist eine beachtliche Menge“, zeigte er sich zufrieden. Die größten Erlöse konnten beim Stammholz erzielt werden, gefolgt von Palettenholz und Brennholz. Insgesamt konnte die FBG damit 525.000 Euro erwirtschaften. Ab dem Sommer sind die Preise für Holz allgemein gestiegen.
Kassenbericht
Marita Echle legte den umfangreichen Kassenbericht vor. Kassenprüfer Simon lobte ihre vorbildliche Kassenführung. Die Entlastung der Vorstandschaft erfolgte einstimmig.
Informationen vom Amt für Waldwirtschaft
Die Forstbezirksleiterin Theresa Palm aus Offenburg informierte über die Fördermöglichkeiten zu u.a. diesen Maßnahmen: Jungbestandspflege (eine möglichst breite Baumartenmischung ist erwünscht), Kultursicherung und Nachbesserung und Habitatsbäume. Eine Wegeförderung gehört in diesem Jahr nicht zum Förderprogramm. Auch sie betonte, dass intakte Wege wichtig für den Holztransport sind. Sie gab den Waldbesitzern den Rat, wenn Maschienenwege angelegt werden – diese Maßnahme mit dem Förster und der FBG abzustimmen.
Beitritt zur WaldHolz-Vermarktung eG
Der Vorsitzende Josef Dorner informierte, dass die Waldservice Ortenau die kleinen Betriebe nicht mehr mit Fördergeldern bedienen kann. Darum soll der Beitritt der FBG als eigenständige Genossenschaft in der WaldHolzVermarktung eG erfolgen. „Es können keine Einzelpersonen beitreten. Nur so kommen wir an die Fördergelder dran“, begründete er das Vorhaben. An Kosten entstehen nur einmalig 100 Euro für den Beitritt. Für die Mitglieder ändert sich eigentlich nichts, erklärte Dorner. Der entsprechende Beschluss dazu wurde von der Versammlung einstimmig gefasst.
Ehrung und eine Verabschiedung
Marita Echle wurde für ihre 25-jährige Tätigkeit als Kassiererin geehrt. Humorvoll schilderte sie ihre Anfänge in der FBG. Der Vorsitzende Josef Dorner dankte ihr mit viel Lob: „Sie ist für uns sehr wertvoll, alle finanziellen Dinge werden zeitnah und einwandfrei abgehandelt.“ Er überreichte ein Präsent und die Versammlung spendete Applaus.
Franziska Reichenbach wurde als Geschäftsführerin der FBG und Revierleiterin verabschiedet. Sie hatte diese Ämter von April 2022 bis Februar 2025 inne. Der Vorsitzende Dorner dankte ihr für ihren Einsatz für die FBG und das gute Miteinander. Franziska Reichenbach erklärte: „Ich war gerne hier, es hat mir Spaß gemacht. Die Zusammenarbeit war angenehm und ich habe viel gelernt.“ Sie geht zurück in ihre Heimat Kenzingen, in der ein Revier frei geworden ist.





