Prächtiger Silvesteraufmarsch vor großer Kulisse. Bürgermeister Pfundstein will mit seinen Gedanken die Menschen zum Nachdenken anregen.
Der Silvesteraufmarsch in Zell a. H. wurde am letzten Tag des Jahres 2025 wieder zu einem sehr würdigen und denkwürdigen Ereignis. Der Aufmarsch der Freiwilligen Bürgerwehr der Stadt Zell und der Stadtkapelle Zell zusammen mit mehreren Fahnenabordnungen vor rund 2000 Besuchern bei strahlendem Sonnenschein bot ein prächtiges Bild. Im Mittelpunkt stand die Ansprache von Bürgermeister Günter Pfundstein, der mit seinen Gedanken zum Jahresende die Menschen zum Nachdenken anregte.
Neue Standarte erstmals im Einsatz
Der Aufmarsch in der Stadtmitte wurde angeführt vom Spielmannszug der Freiwilligen Bürgerwehr unter der Leitung von Tambourmajor Rafael Antritter. Das Kommando führte Hauptmann Andreas Lehmann, der dem Bürgermeister und den zahlreichen Ehrengästen die Bürgerwehr Zell mit sämtlichen Abteilungen zum Silvesterempfang meldete. In den Reihen der Bürgerwehr marschierte auch Ehrenlandeskommandant Bernhard Lehmann mit.
Erstmals im Einsatz war die neue Standarte der Ulanen, die im Oktober 2025 festlich geweiht wurde. Die goldgelbe Fahne mit dem Reichsadler strahlte am Dienstag in der Wintersonne.
Der Reigen der Fahnenabordnungen wurde angeführt von Jürgen Rosenecker, Landeskommandant der württembergischen Wehren aus Crailsheim. Es folgten die Abordnung aus Haslach mit dem stellv. Landeskommandanten Klaus Buchholz und die Fahnenabordnung der Historischen Bürgerwehr Unterharmersbach.
Besonders freute sich Bürgermeister Pfundstein über das Kommen von Landrat a. D. Lothar Wölfle, dem Vorsitzenden des Freundeskreises der Bürgerwehren in Baden-Württemberg / Südhessen.
Bis in das Jahr 1697 verbrieft
In seiner Begrüßung erinnerte Bürgermeister Pfundstein daran, dass das Neujahrsanschießen in der Chronik der Zeller Bürgerwehr bis in das Jahr 1697 verbrieft ist. „Es ist somit eine alte Tradition, die wir heute pflegen“, betonte das Stadtoberhaupt und freute sich über das Kommen von zahlreichen Ehrengästen, angeführt von Justizministerin Marion Gentges und Staatssekretär Volker Schebesta. Erstmals mit dabei war der neue Landrat Thorsten Erny. Als ehemaliger Bürgermeister von Gengenbach hatte er zuvor beim dorten Silvesterlauf seine Verpflichtungen.
Der Reigen der örtlichen Ehrengäste wurde angeführt von den beiden Ehrenbürgern Hans-Martin Moll und Hans-Peter Wagner. Die Kirchen waren von Pfarrer Gerner und den Patres Irenäus und Christoph vertreten.
Dank an die Hilfsorganisationen
Mit dem Blick zurück auf das Jahr 2025 dankte Bürgermeister Pfundstein allen Hilfsorganisationen, die Tag und Nacht bereitstehen, um den Menschen zu helfen und um Schaden abzuwenden.
Besonders lenkte er den Blick auf die Freiwillige Feuerwehr Zell, die nun nur noch von einer Einsatzstelle im Steinenfeld ausrückt. Damit konnte die Einsatzbereitschaft deutlich erhöht werden. Bürgermeister Pfundstein wünschte sich, dass die wenigen noch verbliebenen kritischen Stimmen innerhalb der Feuerwehr wieder motiviert in die Zukunft blicken.
Mit der Wahl von Betriebshofleiter Alexander Zwick seien die Weichen schon gestellt. Er wird ab dem 1. März 2026 das Kommando übernehmen. Ebenfalls in 2026 soll mit der Sanierung des Gebäudes im Steinenfeld begonnen werden, so dass sich die Feuerwehr so richtig auf einen Neustart freuen könne.
Aufgaben- und Ausgabenflut
„Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht“, bedankte sich Bürgermeister Pfundstein bei den Gemeinde- und Ortschaftsräten sowie den Ortsvorstehern für die frühzeitige Erstellung des Haushaltsplans 2026. Dieses Jahr könne die Stadt Zell dank der guten Rücklagen und zusätzlichem Geld von Land und Bund noch überbrücken. Nach jetzigem Stand würden sich ab 2027 erhebliche finanzielle Schwierigkeiten abzeichnen.
Bürgermeister Pfundstein sprach von einer Aufgaben- und Ausgabenflut, die alle Kommunen wie ein Tsunami treffe. Steigende Personal- und Sachkosten, eine Kreisumlage in schwindelerregender Höhe und insbesondere explodierende Sozialabgaben nannte er als Gründe.
Auch an Aufgaben vor Ort werde es nicht mangeln, stellte Pfundstein fest und nannte unter anderem den Breitbandausbau, die Flüchtlingsunterbringung, Klimaschutz, Wärmeplanung, Hochwasserschutzmaßnahmen, der Neubau eines Kindergartens, die Sanierung des Feuerwehrgebäudes, die Sanierung von Straßen, Wegen und Plätzen, die Erschließung des Bahnhofs-Areals sowie die Wiederbelebung des Keramik-Areals, ein Verkehrs- und Mobilitätskonzept sowie die Wasser- und Abwasserversorgung mit einem Generalentwässerungsplan.
Den kompletten Bericht und weitere Bilder finden Sie in der Print-Ausgabe der Schwarzwälder-Post.





