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Zell am Harmersbach | 23.12.2025

Abbruch von Gebäuden auf dem Keramikareal beginnt Anfang 2026

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Anfang 2026 wird mit dem Sanierungsgebiet „Stadtkern West“ begonnen. Ein erster Schritt ist der Abbruch von maroden Gebäudeteilen auf dem Areal der ehemaligen Zeller Keramik. Im Haushaltsplan der Stadt Zell sind für die Maßnahme 300.000 Euro eingestellt. Foto: Hanspeter Schwendemann
von Hanspeter Schwendemann

Die vorbereitende Untersuchung ist abgeschlossen. Abbrucharbeiten auf dem Areal der Unteren Fabrik beginnen im Januar 2026.

Mit dem Beschluss als Satzung ist das Sanierungsgebiet „Stadtkern West“ förmlich festgelegt. Ein Schwerpunkt bildet das Gelände der ehemaligen Zeller Keramik am Stadteingang. Das Plangebiet reicht bis in die historische Altstadt und schließt auch die Hindenburgstraße mit ein.

1,1 Millionen Euro Fördermittel überreicht

Im September 2024 wurde ein gebietsbezogenes integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept erarbeitet. Dieses diente als fachliche Grundlage für einen Neuaufnahmeantrag in ein Förderprogramm der städtebaulichen Erneuerung, den die Stadt für das Programmjahr 2025 beim Regierungspräsidium stellte.
Mit Bescheid des Regierungspräsidiums vom 21. Mai 2025 bewilligte das Land einen Förderrahmen in Höhe von 1.833.333 Euro im Rahmen des Bund-Länder-Programms „Wachstum und nachhaltige Erneuerung“ (WEP). Der Förderrahmen setzt sich dabei zusammen aus 1.100.000 Euro Finanzhilfen des Landes (60 %) und 733.333 Euro kommunalem Eigenanteil (40 %).

Im Auftrag der Stadt Zell am Harmersbach hat die LBBW Immobilien Kommunalentwicklung (KE) eine vorbereitende Untersuchung des Sanierungsgebiets durchgeführt. Dies Ergebnisse lagen dem Gemeinderat nun zur Beschlussfassung vor. Unter anderem wurde eine Befragung der Eigentümer, Mieter und Pächter im Untersuchungsgebiet und eine Anhörung der Behörden und sonstigen Träger öffentlicher Belange durchgeführt.

Die Laufzeit des Sanierungsgebiets soll zunächst bis Ende 2034 dauern mit der Option auf Verlängerung. Rechnungsamtsleiter Thomas Seeger informierte, dass die Eintragungen in die Grundbücher der betroffenen Grundstücke angestoßen wurde.

Es gibt viel zu tun im Sanierungsgebiet

Die Umfrage hat ergeben, dass die Hälfte der Hausbesitzer den Zustand ihres Gebäudes als befriedigend einschätzt, 18 Prozent sogar als mangelhaft. Weitere 18 Prozent nennen den Gebäudestand gut, 14 Prozent sehr gut.

Bei Fenster, Fassaden, Dach und Heizung sehen die Eigentümer den größten Erneuerungsbedarf. 85 Prozent wollen die Mängel in den nächsten Jahren beseitigen. Die Hälfte der Eigentümer erwarten Kosten von über 100.000 Euro, weitere knapp 33 Prozent zwischen 50.000 und 100.000 Euro.

Auch die Stadt Zell hat große Pläne für den „Stadtkern West“. Marode Gebäude auf dem Areal der Zeller Keramik sollen Anfang 2026 abgebrochen werden. Das langgezogene Backsteingebäude an der Hauptstraße soll einer neuen Nutzung zugeführt werden.

Die Hindenburgstraße soll städtebaulich aufgewertet werden und künftig als innerörtliche Umgehungsstraße dienen. Rund um den Bahnhof sollen Bushaltestellen und Parkplätze entstehen und Fahrradboxen installiert werden.

Kreisverkehr beim Weißen Kreuz gefordert

Bei der Aussprache im Ratsgremium bedauerte Gemeinderätin Sybille Nock, dass sich bei der Befragung nur etwa die Hälfte der Gebäudeeigentümer zurückgemeldet habe. Sie forderte beim Weißen Kreuz den Bau eines Kreisverkehrs, da es sich dort um die gefährlichste Stelle im Plangebiet handle. Rechnungsamtsleiter Seeger erklärte, dass dies Sache des Ortenaukreises sei, da es sich dort um eine Kreisstraße handle. Die Stadt Zell habe im Sanierungsgebiet aber generell das Vorkaufsrecht für Grundstücke, wenn es um die Umsetzung von Maßnahmen gehe.

Gemeinderat Hannes Grafmüller sieht in dem Sanierungsgebiet eine Stärkung der Innenstadt. Das Ratsgremium stimmte den Planungen ohne Gegenstimmen zu.

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