Für die Bürgermeisterwahl am 12. Oktober 2025 steht neben dem Amtsinhaber Richard Weith der parteilose gelernte Zerspanungsmechaniker Andreas Rösch auf dem Wahlzettel. Der Gemeinderat hat entschieden, keine gemeinsame Kandidatenvorstellung anzusetzen. So ist es den beiden Bewerbern freigestellt, in separaten Veranstaltungen für sich zu werben.
Auftakt im „Posthörnle“
Amtsinhaber Richard Weith machte mit einer Präsentation im Gasthaus „Posthörnle“ den Anfang. Vor einer überschaubaren Zahl von interessierten Besuchern beschrieb er seine bisherige Amtszeit und eine mögliche zweite mit dem Schlagwort „Gutes erhalten – Machbares gestalten“. Dabei wies er von vornherein darauf hin, dass Oberharmersbach finanziell nicht auf Rosen gebettet sei. „Wir haben aber in den vergangenen acht Jahren 9,4 Millionen Euro investiert und dafür rund 3,6 Millionen Euro an Zuschüssen erhalten“, eröffnete er die monetäre Bilanz. Trotz der großen Herausforderungen habe die Gemeinde den Schuldenstand um 817.000 Euro verringert und seit fünf Jahren keine zusätzlichen Kredite benötigt. Schließlich liege die Pro-Kopf-Verschuldung der Gemeinde mit 1.666 Euro unter dem Schnitt von 1.770 Euro bei Ortenauer Gemeinden unter 5.000 Einwohnern.
Sparen ohne Stillstand
„Wir werden auch künftig mit den finanziellen Ressourcen sparsam umgehen müssen, ohne die Gemeinde kaputt zu sparen“, warnte er vor einem möglichen Investitionsstillstand. Möglich gewesen sei die Bewältigung der Aufgaben in der Vergangenheit durch eine konstruktive Zusammenarbeit in und mit dem Gemeinderat, durch strukturelle personelle Verbesserungen und auch durch das Engagement von Bürgerinnen und Bürgern. Exemplarisch verwies er auf den Förderverein für das Freibad, wodurch man Kosten habe einsparen können. „Das Defizit bleibt, aber wir können vor Ort Schwimmunterricht für Kinder anbieten“, lobte er auch die identitätsstiftende Aufgabe dieser Einrichtung.
Rückblick mit Zahlen und Projekten
Mit einer Präsentation erinnerte Richard Weith an bisher Erreichtes, anvisierte Ziele und das, was ihm bei einer Wiederwahl wichtig erscheint. Rückblickend schlug er den Bogen von Investitionen für die Infrastruktur (Wasserversorgung, Brücken und Straßen, regenerative Energie) über Nahversorgung (Erhalt der Tankstelle, Penny-Markt) bis zu öffentlichen Einrichtungen (Sanierung der Brandenkopfschule, der Naturgruppe Kindergarten und dem Tourismuskonzept) und schließlich den „finanziell großen Brocken“: umfassende Überplanung und Sanierung des Rathauses, des Feuerwehrhauses und der Platzgestaltung in der Ortsmitte.
Ehrenamt als Rückgrat
„Künftig werden wir auch die Infrastruktur im Auge behalten müssen, ebenso wie den Kommunalwald als Einnahmequelle und die Landwirtschaft wegen des gepflegten Bildes für unseren vom Tourismus geprägten Ort“, blickte Weith voraus. Dabei erwähnte er auch den Hochwasserschutz, Baugebiete und die Gewerbefläche Wittum.
Als entscheidenden „Aktivposten“ der Gemeinde Oberharmersbach lobte er das intensive Vereinsleben. „Das Ehrenamt ist ein wichtiger Bestandteil der dörflichen Gemeinschaft, das es zu erhalten und zu fördern gilt“, will Weith diesem Bereich besondere Aufmerksamkeit widmen.
Kompetenz als Trumpf
Als „Eigenwerbung“ führte der Bürgermeister seine Fachkompetenz an, die er in 28 Jahren Berufserfahrung erworben habe. Als weitere Eigenschaften verwies er auf Besonnenheit, die bei einem engen finanziellen Spielraum wichtig sei, sowie auf seine Präsenz bei Veranstaltungen und Terminen. „Und schließlich bin ich motiviert, mich auch den künftigen Herausforderungen zu stellen“, schloss der Amtsinhaber seine erste Wahlvorstellung ab.





