Das Freibad in Nordrach ist voraussichtlich noch bis zum 17. Oktober geöffnet. Stand gestern hat der Förderverein Schwimmbad 1182 Mitglieder und ist jetzt der größte Verein im Ort.
Gestern bestimmten herbstliche 22 Grad und mehr Wolken als Sonne das Wetter – nicht gerade die idealen Bedingungen für ausgelassenes Badevergnügen. Dennoch genießen Andrea und ihre Kinder Dominic und Aelia völlig entspannt ihren Aufenthalt im Nordracher Freibad. Das glasklare Wasser hat wohlige 29 Grad. Das große Schwimmerbecken haben sie ganz für sich alleine.
Ende Juni wurde die 1000-Mitglieder-Marke geknackt
Ziemlich entspannt blicken auch Manuel Echtle und Michael Welle, die beiden Vorsitzenden des Fördervereins Schwimmbad Nordrach, auf das Szenario. Die ruhige Lage darf nicht über den großen Erfolg des Vereinsbads hinwegtäuschen. Bereits am 29. Juni wurde die 1000-Mitglieder-Marke geknackt. Die Nachfrage bei Schriftführerin Claudia Apfel bringt die tagesaktuelle Zahl: Stand gestern hat der Förderverein Schwimmbad 1182 Mitglieder und wurde damit aus dem Stand heraus zum größten Verein im Ort. „Das haben wir so nicht erwartet. Wir sind einfach nur begeistert“, kommentieren die beiden Vereinsvorsitzenden die Mitgliederentwicklung.
Rund 900 Personen sind Dauermitglieder aus Nordrach. Dazu gehören auch die gestrigen Badegäste Andrea Zeraula und ihre junge Familie aus Nordrach.
Weitere Mitglieder konnten aus den umliegenden Gemeinden gewonnen werden. Rund zehn Prozent der Gäste sind Urlauber oder Patienten aus der Winkelwaldklinik und der Franz-Alexander-Klinik. Sie erwerben ihre Zutrittsberechtigung zum Vereinsbad über eine Fernmitgliedschaft in Verbindung mit ihrer Gästekarte.
An den wenigen heißen Wochenenden des Sommers 2025 wurden bis zu 400 Besucher an einem Tag im Nordracher Freibad gezählt. Auch an diesen Spitzentagen geht es im Nordracher Freibad sehr entspannt zu. „Die Leute verteilen sich auf die lange Öffnungszeit von morgens 6 Uhr bis abends 22 Uhr“, erklären die beiden Vereinsvorsitzenden.
Hohe Achtsamkeit und großer Arbeitseinsatz
„Die Mitglieder achten auf das Schwimmbad, als wenn es ihr eigenes wäre“, schildern Manuel Echtle und Michael Welle die Situation. Das führt dazu, dass die erste Badesaison im sanierten Nordracher Freibad insgesamt reibungslos abgelaufen ist. Gebadet wird im Vereinsbad auf eigenes Risiko. „Wir hoffen und wünschen, dass nie etwas passiert“, machen die Vorsitzenden deutlich, dass ein Restrisiko nicht auszuschließen ist.
Ungebrochen ist das ehrenamtliche Engagement, mit dem nach der arbeitsintensiven Bauphase auch der Badebetrieb gestemmt wirrd. Vier Teams mit je zwei Personen wurden für die Betreuung der Schwimmbadtechnik gebildet. Zusätzlich freiwillige Helfer übernehmen das Mähen der rund 8000 Quadratmeter großen Liegewiese. „Sie bringen sogar ihre eigenen Aufsitzrasenmäher und Rasenmäher mit. Einfach toll“, loben die beiden Vorsitzenden. Die Mitarbeiter des Betriebshofs der Gemeinde waren nicht gefordert, um das Schwimmbad in Schuss zu halten.
Nicht zu unterschätzen ist auch der Aufwand der notwendig wurde, um insgesamt vier digitale Lösungen für die Eingangskontrolle, die Überwachungskameras und auch die Kontrolle der Technikfunktionen zu installieren. Aber auch diese Hürden konnten überwunden werden. Die verantwortlichen Vereinsmitglieder können die Daten direkt mit ihren Handys abrufen. Binnen drei Tagen wurden Mitgliedsanträge in der Regel bearbeitet.
Der Eintrittsbereich ist über Drehkreuze und die digitale Kontrolle komplett personenlos. Auch der Kioskbetrieb funktioniert ohne Personal. Dort stehen Getränke, Snacks, Kuchen und ein Kaffeeautomat bereit. Alles kostet jeweils 1,50 Euro. „Die Kuchen werden am Wochenende von Mitgliedern gespendet“, machen die beiden Vereinsvorsitzenden das Wir-Gefühl deutlich, das im Vereinsbad herrscht.
Samstags von 8 bis 11 Uhr ist das Schwimmbad geschlossen. Dann wird von Mitgliedern gemeinsam das Becken gereinigt. Einzige fest angestellte Mitarbeiterin ist eine Reinigungskraft, die täglich die Umkleide- und Sanitärräume sauber hält.
Viele Puzzleteile haben sich zusammengefügt
„Viele Puzzleteile haben sich zu diesem Gesamtergebnis zusammengefügt“, bestätigen die beiden Vorsitzenden Manuel Echtle und Michael Welle. Ohne die Millionen-Spende von Erwin Junker wäre der Stein nicht ins Rollen gekommen. Auch die Gemeinde Nordrach hat 800.000 Euro in die Sanierung investiert. „Das Freibad gehört nach wie vor der Gemeinde. Der Förderverein hat es nur gepachtet“, erklären die Vorsitzenden den Status quo.
Und es gab und gibt viele Unterstützer. Das Becken wurde mit dem Trinkwasser der kommunalen Wasserversorgung gefüllt – und bislang nicht abgerechnet. Deutlich wird beim Vor-Ort-Termin, dass auch die beiden Vereinsvorsitzenden selbst ein gutes Stück zum Gelingen des Schwimmbadprojekts beigetragen haben. Manuel Echtle lobt den Einsatz von Architekt Michael Welle, bei dem die Fäden während der Bauphase zusammengelaufen sind. Das Sägewerk Echtle stellt über sein Fernwärmenetz die Wärme zur Verfügung, um das Schwimmbadwasser zu beheizen. „Zum Sonderpreis“, bestätigt Manuel Echtle mit einem Augenzwinkern.
Den kompletten Bericht und weitere Bilder finden Sie in der Print-Ausgabe der Schwarzwälder-Post.





