Berufskolleg Grafik-Design zu Gast in der Historischen Buchdruckerei der Schwarzwälder Post.
Foto: Schule
Foto: SchuleDie Schüler des ersten Ausbildungsjahres am Berufskolleg Grafik-Design der Gewerblichen Schulen Lahr unternahmen zum Ende des Schuljahrs eine Reise zu den handwerklichen Ursprüngen des grafischen Gestaltens. Unter dem Motto „Setzen wie Gutenberg“ tauchten sie in eine Welt ein, in der Typografie noch mit Bleilettern, Winkelhaken und Handpresse gemacht wurde.
Begleitet wurden sie von Fachlehrerinnen Karin Kubitschek und Heike Fix sowie Schülerin Rosalie Heizmann.
Rosalie Heizmann initiierte vergangenes Jahr eine Exkursion für ihren Jahrgang zur Schwarzwälder Post. Das Konzept zeigte sein Potenzial und man verabredete einen nächsten Workshop für die kommenden Grafikschüler.
Historische Druckerei und Altstadt-Tour
Nach kurzem „Hallo“ und Gruppenfoto teilte sich die Schülergruppe, die mit dem Zug nach Zell gekommen war, an jenem Mittwoch vor den Sommerferien in zwei Gruppen.
Eine Gruppe folgte Ute Berger hinunter in die Historische Buchdruckerei. Die zweite Gruppe ließ sich von Rosalie Heizmann durch die Zeller Altstadt führen.
Im Workshop „Handsatz“ reihte jeder Teilnehmer Bleibuchstaben aneinander zu einem Zitat oder einem kurzen Spruch. Anschließend wurde die Buchstabenreihe in einer Druckform verspannt. Mit Handpresse und Druckfarbe gelang der Abdruck auf schöne Postkarten. Für die meisten war es die erste praktische Begegnung mit dem Bleisatz.
Die Arbeit verlief konzentriert – aber in gewissem Zeitdruck. Damit alle Teilnehmenden ihre Komposition in die Druckform bekamen, war Tempo gefragt. Der Workshop folgte daher weniger der Logik liebevoller Detailarbeit als dem Prinzip „geschwind und provisorisch“. Trotzdem entstanden eindrucksvolle Ergebnisse – authentisch, mutig gesetzt, direkt gedruckt.
So war eine dichte und unmittelbare Erfahrung geboten von Schriftgestaltung und Typografie abseits des Bildschirms – mit Druckfarbe an den Fingern, Lettern in der Hand und einem frischen Abdruck auf der Postkarte.
Parallel dazu führte Verleger Hanspeter Schwendemann Kleingruppen durch das Zeitungsarchiv und die Historische Druckerei. Die Schülerinnen und Schüler durften in den Zeitungsbänden stöbern. In die Zeitungen von damals zu blicken – zum Beispiel vom eigenen Geburtstag. Das Blättern in den alten Ausgaben machte sichtlich Freude und zog magisch in den Bann.
Nach rund zwei Stunden wechselten die Gruppen, sodass alle Teilnehmenden beide Programmteile, Workshop und Stadtführung, erleben konnten.





