»Sabine« verschont die Talgemeinden

Katastrophe bleibt aus – Trotzdem ist weiter Vorsicht geboten

Noch einmal mit einem blauen Auge davon gekommen scheinen die Talgemeinden zu sein. Sturmtief »Sabine« verursacht einer ersten Bestandsaufnahme zufolge bisher keine katastrophalen Schäden.

Die Zeller Feuerwehrabteilungen rückten zu Einsätzen aus. Am Lärchenweg in Unterharmersbach war ein Baum auf die Straße gestürzt und auch beim Klosterbräu hatten die Helfer zu tun. Die Drehleiter kam am Vormittag im Pfarrhofgraben zum Einsatz. Dort hatten sich am Gebäude der »Schwarzwälder Post« Firstziegel gelöst. Auch in Oberharmersbach war die Feuerwehr im Einsatz. In der Nacht hatte es ein Stahlfass auf die Straße geweht, am Vormittag blockierte dann ein umgefallener Baum den Weg. Es hätte schlimmer kommen können.
Mit 25 Mann ist das THW Biberach für das E-Werk Mittelbaden im Einsatz. Im Bereich Hornberg/Hausach/­Schapbach schneiden die Helfer Freileitungen frei. Das THW hat – Stand Montagvormittag – keinen Einsatz im Harmersbachtal.

Im Betriebshof der Stadt Zell wartet man ab, bis der Sturm vorbei ist, um Bestandsaufnahme zu machen und die Schäden zu beseitigen. Abgebrochen ist unter anderem ein großer Nadelbaum im Stadtpark auf Höhe des Spielplatzes. Er liegt auf dem Gehweg. Die Fällung der maroden Bäume (wir berichteten) im Stadtgebiet durch den Betriebshof ist schon so gut wie abgeschlossen, so dass zumindest aus diesen Quellen keine zusätzliche Gefahr mehr erwachsen kann.

Notbetrieb in den Schulen

Das Kultusministerium stellte den Eltern frei zu entscheiden, ob sie aufgrund der Wetterlage ihre Kinder heute in die Schule schicken oder lieber zu Hause lassen möchten. Die Talschulen hatten sich abgestimmt und mindestens einen Notbetrieb eingerichtet. In der Zeller Grundschule war ein Großteil der Kinder zum Unterricht gekommen. In der Sekundarstufe des Bildungszentrums wurden rund 120 Schüler betreut. Da auch nicht alle Lehrer kommen konnten, wurden Klassen zusammengezogen und die Zeit mit einem Alternativprogramm sinnvoll genutzt. In Nordrach blieb der größere Teil der Kinder daheim. Durch die zum Teil weiten Wege durch abgelegene Seitentäler war der Weg zur Schule für viele nicht möglich bzw. zu beschwerlich. Morgen soll der Unterricht überall wieder normal laufen.

Lebensgefahr im Wald

Förster Klaus Pfundstein, verantwortlich für das Forstrevier Zell, gab sich am Vormittag erleichtert. Die Lage sei aktuell nicht so dramatisch wie befürchtet. Der eine oder andere Weg sei zwar blockiert, aber bisher sei nicht bekannt, dass größere Flächen umgeworfen worden seien. Er rät dringend, bis mindestens Mittwoch nicht in den Wald zu gehen. Böen können jederzeit kommen. Herabfallende Äste oder umstürzende Bäume bedeuten akute Lebensgefahr.

Sein Kollege Hans Lehmann aus Oberharmersbach berichtet, dass die Löcherbergstraße am Vormittag wegen eines quer liegenden Baums, dessen sofortige Beseitigung zu gefährlich ist, gesperrt wurde. Auf der Brandenkopfstraße kommt es ebenfalls zu Störungen. Er berichtet wie Pfundstein von vielen Einzelschäden, aber zum Glück weiß auch er noch nichts von einem großflächigen Wurf. Das Forstteam setzt gerade alles daran, dass die Nebenstrecken so frei bleiben oder werden, dass jeder nach Hause kommt. Auch Lehmann warnt: Vorsicht ist geboten, auch wenn der Wind nachlässt. Die Böen bleiben gefährlich und können immer noch dazu führen, dass Äste herunterfallen.

Straßensperrungen Straßen wurden wegen »Sabine« zudem durch die Straßenmeistereien gesperrt. Das Landratsamt informierte in einer Pressemitteilung heute morgen, dass sich 29 Gemeinde-Feuerwehren im Ortenaukreis im Einsatz befinden. Von Sperrungen betroffen ist unter anderem die B415 zwischen Biberach und Seelbach, die L103 von Welschensteinach Richtung Geisberg, die L94 von Oberharmersbach (Linde) nach Oppenau, die K5354 Nordrach (Kolonie) Richtung Oppenau und die K5333 Biberach-Fußbach. Wann die Straßen wieder freigegeben werden können, entscheidet sich kurzfristig nach Wetterlage. Auch die Deponien in Seelbach (»Schönberg«) und Haslach (»Vulkan«) können nicht angefahren werden und bleiben heute geschlossen. »Unsere Straßenmeistereien sind seit heute Nacht im Einsatz. Teilweise liegen Bäume auf den Straßen. Wir starten mit den Aufräumarbeiten, sobald sich die Lage etwas beruhigt«, informiert Simone Basler vom Straßenbauamt des Ortenaukreises. »So lange der Sturm noch tobt, ist es zu gefährlich«.

Glück im Unglück hatte ein Fahrer auf der B3 zwischen Urloffen und Renchen. Er war kurz nach 23 Uhr über einen auf der Fahrbahn liegenden Bau gerollt, welcher zuvor von Sturmtief Sabine entwurzelt worden war. Der Fahrer wurde leicht verletzt ins Krankenhaus gebracht.

Schwarzwälder Post – Ihre Druckerei im Mittleren Schwarzwald