Immer weniger »Spaziergänger« im Kreis

Pandemie | Polizei berichtet von rückläufigen Zahlen / Offenburg stimmt gegen Verbot

Ortenau. »Grundsätzlich fried­lich und störungsfrei« – das ist das Fazit des Polizeipräsidiums Offenburg zu den »Spaziergängen« am Montagabend in der Ortenau. Die Zahlen seien dabei im Vergleich zur Vorwoche rückläufig gewesen. Das gelte sowohl für den gesamten Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums als auch für die Ortenau.

In Offenburg und Achern waren rund 900 Menschen unterwegs, erklärt Pressesprecher Wolfgang Kramer auf Anfrage unserer Redaktion. Eine Woche zuvor hatte die Polizei noch jeweils 1000 Demonstranten gemeldet. In Lahr waren gut 300 Kritiker der Corona-Maßnahmen unterwegs und stießen auf etwa 250 Gegendemonstranten. Von diesen habe es in Offen-burg und Achern etwa 100 ge-eben, so Kramer. Sie hätten ihre Gegenproteste jeweils ordnungsgemäß angemeldet.

Die Gegendemonstranten hatten sich in Offenburg am Montag bereits um 16.30 Uhr vor der Rheinhalle versammelt. Sie wollten den Gemeinderat, dessen Sitzung um 17 Uhr begann, vor den »Spaziergängern« schützen. Dieser hatte ein Verbot der »Spaziergänge« in der Stadt diskutiert. Ein mögliches Verbot hätte wohl Signalwirkung auch für die anderen Städte in der Ortenau gehabt, wurde jedoch nicht beschlossen.

Mit der Organisation der Polizei waren die Gegendemonstranten nicht zufrieden, erklärt Mitorganisatorin Jenny Haas im Gespräch mit unserer Redaktion. Nachdem man vom Rathaus zum Ree-Carree gezogen sei, habe die Polizei den Demo-Zug gestoppt, damit dieser nicht auf die »Spaziergänger« trifft. Jedoch hatten die Gegendemonstranten dort ihren Protest angemeldet. »Wir sind über das Verhalten der Polizei entsetzt«, sagt Haas. Sie hätte sich gewünscht, dass man die »Spaziergänger« vom Platz verscheucht, der für die Gegen-Demo vorgesehen war. »Stattdessen wurden sie einfach laufen gelassen, nur damit es keine Konflikte gibt«, so die Sprecherin der Organisation »Aufstehen gegen Rassismus«.

Pro und contra in fünf Gemeinden

Auch im Kinzigtal waren am Montag weniger Demonstranten unterwegs, die ihr Contra gegen die Corona-Maßnahmen mit einem „Spaziergang“ zum Ausdruck brachten. Rund 200 waren es in Zell a. H., 80 bis 100 in Haslach, 40 in Hausach und 15 in Hornberg.

In Wolfach gingen 50 Personen auf die Straße um deutlich zum machen, dass sie für die Corona-Schutzmaßnahmen sind. Wie in den letzten Wochen auch sei es zu keinen Vorkommnissen gekommen, berichtet Polizeihauptkommissar Stephan Krämer vom Polizeirevier Haslach.