Zum Tode von Ludwig Kuderer

Er war ein fleißiger und erfahrener Landwirt – Dem Männer­gesangverein »Liederkranz« gehörte er über 50 Jahre an

Mit großer Trauer und Bestürzung wurde in Unterharmersbach und in den Seitentälern die Nachricht vom Tod des Landwirts Ludwig Kuderer aufgenommen. Er war am
vergangenen Freitag, 29. Oktober, im Alter von 70 Jahren im Kreise seiner Familie sanft entschlafen. Ein schwerer, langer Weg über Monate und Jahre war zu Ende gegangen.

Die Machtlosigkeit und der frühe Tod berührt alle, die ihn kannten. Ludwig Kuderer galt als fleißiger und erfahrener Landwirt, als angesehener Mitbürger und vor allem auch als Mensch, der immer bescheiden blieb und für jeden ein gutes Wort hatte.

Ludwig Kuderer wurde 1951 als zweites von vier Kindern auf dem Kudererhof in Unterharmersbach-Grün geboren. Die Kindheit in der Nachkriegszeit war hart, ein Kampf um das tägliche Brot, es fehlte an allem. So war es für die Kinder selbstverständlich mitzuhelfen, schon früh war das Leben von Arbeit geprägt.

Der Traum von Ludwig war es eine Mechanikerlehre zu machen, doch schon mit 21 musste er den Hof von dem vom Krieg und Leid gezeichneten Vater Georg übernehmen. Er fügte sich seinem Schicksal und machte das Bes­te daraus.

Es folgte eine glückliche Zeit. 1973 heiratete er Paula Oberfell aus Hausach-Einbach. Aus der Ehe gingen drei Kinder hervor. Der Lebensmittelpunkt und -inhalt war fortan die Familie und die Bewirtschaftung des Hofes und die Arbeit in der Natur. Seine große Liebe gehörte schon immer dem Wald, den er mit besonderer Liebe vorbildlich hegte und pflegte. Hier fand er Ruhe und Erholung.

Ein Zubrot zur Landwirtschaft war für Ludwig Kuderer die Anstellung im Sägewerk Burger in Sichtweite zum Hof, wo der Verstorbene 40 Jahre als vorbildlicher und fleißiger Mitarbeiter und Kollege hohes Ansehen erwarb.

Egal was das Leben brachte, Ludwig nahm die Aufgaben und Herausforderungen immer mit viel Gelassenheit und Humor und hatte die Gabe, das Beste daraus zu machen.
Dies war auch so, als ihn in 2013 eine Krebserkrankung einholte. Tapfer nahm er ein weiteres Mal sein Schicksal an, kämpfte dagegen an. Doch die Krankheit kam immer wieder zurück, 2020 dann unaufhaltsam. Dennoch war er es, der seine Familie immer wieder mit seiner Art und seinen Sprüchen aufmunterte.
Seine Kinder und sechs Enkel bedeuteten ihm alles, mit ihnen und seiner Familie durfte er im Januar seinen 70. Geburtstag feiern. Im August durfte er die Geburt seines ers­ten Urenkels erleben, was ihn mit tiefem Stolz erfüllte.
Neben der Arbeit auf dem Hof und im Sägewerk engagierte sich Ludwig auch in seiner Heimatgemeinde Unter­harmersbach. Dem Männergesangverein »Liederkranz« gehörte er über 50 Jahre an und war als guter Sänger immer mit Eifer dabei.
Zwei Wahlperioden (1980 bis 1989) war Ludwig Kuderer auch Mitglied im Ortschaftsrat Unterharmersbach. Hier setzte er sich mit Nachdruck und seiner großen Erfahrung für die Belange der Landwirtschaft ein. Nach der aktiven Zeit half er im Alt-Ortschaftsrat in zahlreichen Projekten, um Unterharmersbach zu verschönern. So beim Bau des Bachwegle im Hinterhambachtal, als Teil des Hahn und Henne-Weges oder bei der Generalsanierung der Lok am Dernauer Platz.
Ludwig Kuderer drängte sich dabei nie in der Vordergrund, er war immer der Macher im Hintergrund und hatte stets eine helfende Hand oder ein offenes Ohr für andere, egal wieviel er selbst zu tun hatte. Egal was er im Leben machte, alles war geprägt von seiner Bescheidenheit, seiner Verbundenheit zur Heimat und zur Natur in der er lebte.
Am Freitag morgen ist Ludwig Kuderer im Kreise seiner Familie friedlich eingeschlafen, zuhause, wo er immer am liebsten war. Die Trauerfeier mit anschließender Urnenbeisetzung findet am 10. November 2021 um 15 Uhr in der Stadtpfarrkirche statt. Das 1. Gedächtnis findet am Mittwoch 17. November um 18 Uhr in der Wallfahrtskirche Zell statt.