Verstopfung im Abwasserkanal

Schmutzwasser drang in die Keller von drei Gebäuden entlang der Hauptstraße ein – Baustellenarbeit war nicht Auslöser des Vorfalls

Am Mittwochabend drang Schmutzwasser in drei Gebäude an der Hauptstraße in Unterharmersbach ein. Die Feuerwehr Zell musste ausrücken, um die Keller leer zu pumpen. Auslöser war ein langer Holzstock, der sich im alten Schmutzwasserkanal verkeilt hatte.

»Der Vorfall hat nichts mit den Arbeiten der L94-Bau­stelle zu tun«, versichert Bauleiter Michael Wunsch auf unsere Nachfrage. Die Baustelle befinde sich zwar gerade in diesem Bereich, in dem es am Mittwoch zu dem Vorfall gekommen ist. Beim Spülen des Schmutzwasserkanals am Donnerstagmorgen habe sich gezeigt, dass sich ein langer Holzstock im Abwasser­kanal verkeilt hatte. Daran konnte sich weiterer Schmutz ansammeln, so dass es letztlich zum Rückstau im Kanal gekommen ist.

Wie lange sich das Holzstück bereits im Leitungssystem befunden hat, könne man nicht sagen. Die Rinde sei schon aufgeweicht und das Holz abgestoßen gewesen. Dass der Holzstecken sich gerade an dieser Stelle verkeilt habe, sei wohl eher ein Zufall. Hinzu kommt, dass der alte Kanal viele Schadstellen hat und das Schmutzwasser im Fall einer Verstopfung in das Erdreich eindringt. Dies sauge sich zunächst voll wie in Schwamm, gebe das Wasser aber auch weiter. Durch das Mauerwerk und undichte Hausanschlüsse ist das Schmutzwasser dann in die Keller der betroffenen Gebäude eingedrungen.
Bauleiter Wunsch berichtet weiter, dass der alte Kanal befahren und gespült wurde und dass seit Donnerstag 9 Uhr das Abwasser wieder wie gewohnt abläuft. Der neue Abwasserkanal, der gerade im Bau ist, bietet künftig mehr Sicherheit. Er ist dicht und hat mit 30 Zentimetern auch einen um fünf Zentimeter größeren Durchmesser, so dass ein höherer Durchfluss gegeben ist. Der alte Kanal liegt extrem nah an den Häusern, der neue Kanal verläuft mitten in der Straße. Auch diese Änderung bringe künftig mehr Betriebssicherheit. Wichtig sei aber dennoch, dass die Hausbesitzer eine Rückschlagklappe installiert haben und diese auch regelmäßig warten, um solche Schäden zu vermeiden.

Einer der Anwohner berichtet, dass man in diesem Bereich schon immer Probleme mit dem Grundwasserspiegel habe. Deshalb habe er ein Pumpwerk im Gebäude installiert, was den Schaden in seinem Gebäude begrenzt habe. Im Nachbargebäude sei das Schmutzwasser knietief im Keller gestanden.

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