Grünacher feiern einmal im Jahr für einen guten Zweck

Beim Nachbarschaftsfest lernt man sich kennen – Kleines Jubiläum

Einmal im Jahr sind der Ortsteil Grün und das Kirnbachtal wie ausgestorben. Denn alle sind beim Nachbarfest, bei dem zusammengesessen, gut gegessen, getrunken und gefeiert wird. Dabei lernen die Alteingesessenen die neu Hinzugezogenen kennen, die sich freuen, so fröhlich in die Grünacher/Kirnbacher Bürgerschaft aufgenommen zu werden.

In diesem Jahr gab es einen besonderen Anlass zum Feiern: Ein kleines Jubiläum, nämlich das zehnte Nachbarschaftsfest in ununterbrochener Reihenfolge. Dass da »Oberbürgermeister« Manfred Schwarz besonders gut aufgelegt war, versteht sich. Sein Stellvertreter Straßenreiniger Sepp Lehmann hatte wie die Jahre zuvor seine große Halle, in der sonst seine Kehrmaschinen stehen, ausgeräumt und sie zum Grünacher Festsaal umfunktioniert. Und damit nicht genug. Zur Feier des Tages hatte er für die Kinder die mit 17 m bisher größte Hopsburg nicht nur in Grün, sondern in ganz Zell und im Tal organisiert. Die vielen Kinder von zwei bis 15 waren begeistert und gar nicht mehr aus der riesigen Hopsburg herauszubekommen.

Auch OB Manfred Schwarz hatte sich zu seinen üblichen Amtsgeschäften hierzu etwas Besonders einfallen lassen. In seiner Fest-Reihe »Essen, die es sonst nicht mehr gibt« hatte Manfred Schwarz als gelernter Koch und Küchenchef schon am Vorabend einen herrlichen »Sauerbraten von der wilden Sau« zubereitet, der mit selbstgemachten Spätzle allen prächtig mundete. In der Halle selbst hatten Frauen die Tische mit Röslein und anderen Blumen geschmückt.

Bei seiner Festansprache begrüßte Manfred Schwarz alle neuen und alten Grünacher und Kirnbacher. Anhand einer Bilderwand berichtete er aus Kamerun, wo sich schon die Kinder einer Missionsschule auch auf dieses Fest freuen. Denn der gesamte Erlös wird für sie seit dem Beginn der jährlichen Feste vor zehn Jahren gespendet. Mit den jährlichen Fester­lösen zwischen 500 und 800 Euro können fünf Kinder ein ganzes Jahr zur Schule gehen und dazu ist auch ihre medizinische Versorgung gesichert. Jedes Kind bekommt seine Bücher und Hefte. Manfred Schwarz las aus den berührenden Dankesbriefen der Kinder vor und zählte auf, was mit dem Geld Gutes geschehen konnte. So der Bau eines Brunnens mit elektrischer Pumpe für die Trinkwasserversorgung der Schule, die auch noch dank der Grünacher ein neues Dach bekam.

Das Angebot von OB Manfred Schwarz an seinen OV-Amtskollegen von nebenan, auch ihm helfend unter die Arme zu greifen und der Hambacher Kilwi in seinem Reich auf einer der großen Wiesen Asyl zu gewähren, wurde aber nicht angenommen. Mit Bedauern nahm er die Absage von Hans-Peter Wagner entgegen: »Die Kilwi bleibt im Hambe. Da ist es am schönsten.«

Abschließend dankte Manfred Schwarz den Sponsoren, besonders Sepp Lehmann für die Zurverfügungstellung seiner Halle und der Hopsburg. Und auch, dass er all die Jahre selbst noch beim Fest hinter der Theke stand und Bier ausschenkte. Ein dickes Dankeschön gab’s auch für den Grünacher Hufschmied Stefan Bürkle, der das Wildschwein gespendet hatte sowie für die Raiffeisen Kinzigtal, die die Theke, Tisch und Bänke zur Verfügung gestellt hatte. Der Dank galt auch der riesigen Helferschar, die in diesem Jahr wieder mitgeholfen hatte, ein so schönes Jubiläumsfest für einen guten Zweck zu feiern.

Schwarzwälder Post – Ihre Druckerei im Mittleren Schwarzwald