Mit unermüdlicher Schafferfreude setzte sich der tief verwurzelte Unterentersbacher für seine Familie ein. Jahrzehntelang bewirtschaftete er den elterlichen Hof, Kraft und Ruhe fand er im Wald.
Ein langes, von Heimatverbundenheit und großer Familienliebe geprägtes Leben hat sich vollendet: Am 4. Juni 2026 ist Herbert Armbruster im Alter von 90 Jahren verstorben.
„Der Wald war sein Leben, hier fand er Kraft und innere Ruhe. Nun ist er heimgekehrt in den großen, ewigen Wald“, fasst die Familie in der Todesanzeige treffend zusammen. Sein Lieblingsplatz, um stets neue Energie zu schöpfen, war bei einer mächtigen Buche am „Alten-Wald-Eck“.
Herbert Armbruster erblickte am 20. Dezember 1935 das Licht der Welt. Als gebürtiger Unterentersbacher wuchs er auf dem Hof seiner Eltern auf und war von Kindesbeinen an die harte Arbeit in der elterlichen Landwirtschaft gewöhnt. Nach der Hochzeit mit seiner Frau Anneliese, geborene Eble, im Sommer 1960 übernahm er den Hof. Das Ehepaar, das erst im vergangenen Jahr – im Juli 2025 – das überaus seltene und freudige Fest der eisernen Hochzeit feiern durfte, teilte über 65 Jahre lang Freud und Leid.
Und Leid blieb der Familie nicht erspart: Schicksalsschläge forderten Herbert Armbruster und seiner Frau enorme Kraft ab. Im Februar 1963 brannte das Wohnhaus bis auf die Grundmauern nieder. Mit ganzer Kraft und unerschütterlichem Willen bauten sie es wieder auf, nur um im Juni 1989 durch einen weiteren Großbrand erneut schwer getroffen zu werden. Nach dem zweiten Wiederaufbau gaben sie die Landwirtschaft auf und verpachteten die Felder.
Neben der Arbeit auf dem Hof verdiente Herbert Armbruster den Lebensunterhalt für seine große Familie bei verschiedenen Tätigkeiten. Vor seinem Renteneintritt war er zwölf Jahre bei der Maschinenfabrik Junker in Nordrach beschäftigt.
Ausgleich zum arbeitsreichen Alltag bot ihm das Vereinsleben. So war er seit dessen Gründung passives Mitglied des Musikvereins Unterentersbach und unterstützte den Zeller Fußballverein als treuer Fan. Auch das Preis-Cego im Gasthaus „Pflug“ war für ihn ein Pflichttermin. Seinen persönlichen Ausgleich fand er darüber hinaus stets auf dem Feld und im geliebten Wald.
Die letzten Jahre waren von gesundheitlichen Rückschlägen geprägt. Eine schwere Corona-Erkrankung Anfang 2024 und ein Schlaganfall wenige Monate später forderten viel Kraft zur Genesung. Seinen 90. Geburtstag im Dezember 2025 feierte er im Kreise der Familie bereits mit starken Einschränkungen. Danach schwand seine Lebenskraft merklich. Dank der aufopferungsvollen Pflege seiner Frau Anneliese ging jedoch sein Wunsch in Erfüllung: Er durfte bis zuletzt in seiner vertrauten Umgebung bleiben und zu Hause einschlafen.
Besonders stolz war Herbert Armbruster auf seine große Familie, die ihm stets der wichtigste Rückhalt war. Er hinterlässt seine Ehefrau Anneliese sowie seine Kinder Wilfried, Bernd, Priska, Friedhilde und Elke mit ihren Familien, zu denen zwölf Enkel und neun Urenkel zählen. Bei aller Trauer überwiegt bei ihnen nun die tiefe Dankbarkeit für die vielen gemeinsamen Jahre mit einem herzensguten Ehemann, Vater, Schwiegervater, Opa und Uropa.





