Eine große Schar von Dorfkindern lebte gestern das Brauchtum des Peterlestag-Springens. Auch die Dorfbewohner sind sehr offen dafür und spenden großzügig Geld und Süßigkeiten. Diese Belohnung haben sich die Kinder gestern auch redlich verdient, die bei eisigem Wind mehrere Stunden durch Unterentersbach gezogen sind.
Foto: Hanspeter Schwendemann
Foto: Hanspeter Schwendemann
Foto: Hanspeter SchwendemannPünktlich um 11 Uhr versammelten sich viele Unterentersbacher Kinder auf dem Dorfplatz bei der Nikolauskirche, um beim Peterlestag-Springen teilzunehmen. Die Rollen sind klar verteilt. Die Neuntklässler sind die Sackträger und führen den Heischegang an. Zwei Achtklässler führen die Anwesenheitsliste, denn nur wer angemeldet ist, wird bei der späteren Aufteilung der gesammelten Gaben auch berücksichtigt. Einige Kinder sind krankgemeldet und haben sich entschuldigt. Auch sie werden am Peterlestag nicht leer ausgehen. Erwachsene, die das Peterlestag-Springen beaufsichtigen, braucht es keine. Die Kinder organisieren sich selbst. Nur einige Mütter liefern ihre Kleinen auf dem Dorfplatz ab.
Nachdem alles vorbereitet war, füllt sich für einige Minuten die Nikolauskirche. Die Buben rechts, die Mädchen links wird das „Vater unser“ gebetet. Nach Mädchen und Buben getrennt, geht es dann auch durch die Straßen von Haus zu Haus. Die Sackträger klingeln an der Haustür. „Wir sind die Entersbacher Petersmädchen/Petersbuben…«, sagen sie den überlieferten Spruch auf. Nach dem Erhalt der Gaben darf auch der Dank nicht fehlen: »Wir danken Euch ganz höflich, weil Ihr uns gegeben habt ganz barmherziglich. Wir wünschen Euch ein langes Leben, das Euch Gott der Herr mag geben.
Zwei Stunden lang geht es von Haus zu Haus. Die Sackträger sammeln Geld und Süßes, derweil warten die anderen Kinder geduldig in der Schlange auf der Straße. Um 13 Uhr ist Mittagspause, nachmittags geht es weiter. Auch zu den entlegenen Zinken von Unterentersbach ziehen die Kinder. Der Fußmarsch zu den Höfen in Stöcken und zur ehemaligen Papierfabrik am Hammergarten ist heute allerdings durch eine Autofahrt ersetzt.
Dennoch dauert es bis zum späten Nachmittag, bis im Dorfgemeinschaftshaus die Gaben gerecht unter den Kindern aufgeteilt werden können. Das Geld und die süßen Gaben sind dann auch Motivation genug, um im nächsten Jahr wieder mit dabei zu sein. So überliefert sich das Peterlestags-Brauchtum über Generationen.





