Seine Reise führte ihn aus Südspanien über Frankreich bis in die Ortenau. Dank Sendertechnik lässt sich sein Weg genau verfolgen.
Ein besonderer Frühlingsgast ist derzeit in Zell am Harmersbach zu beobachten: Seit dem 9. April 2026 hält sich hier der besenderte Weißstorch „Lou“ mit der Ringnummer DER AFV 93 auf. Seine Reisegeschichte ist beeindruckend.
Winterquartier in Spanien
Der Storch wurde im Juni 2024 in Bornheim in der Südpfalz von der Vogelwarte Radolfzell beringt und zusätzlich mit einem Senderring am Bein ausgestattet. Die noch neue und in der Erprobung befindliche Sendertechnik liefert spannende Einblicke in die Zugrouten der Störche. Dank dieser Technik lässt sich seine Reise gut nachvollziehen. Den Winter verbrachte Lou im warmen Süden Spaniens, südlich von Sevilla.
Der Küste entlang nach Norden
Am 28. März 2026 machte sich Storch Lou auf den Weg in Richtung Norden. Seine Route führte ihn über Valencia entlang der spanischen Mittelmeerküste bis zur französischen Grenze, die er am 4. April erreichte. Weiter ging es über Narbonne und Béziers, vorbei an Alès am Rand der Cevennen bis nach Lyon. Er überflog die Millionenmetropole Lyon und zog weiter nach Bourg-en-Bresse. Seinen nördlichsten Punkt erreichte Lou bei Épinal.
Heimat gefunden
Danach kehrte er um und flog zurück in Richtung Süden. Am 7. April überquerte er die deutsch-französische Grenze und übernachtete in Rheinhausen. Nur zwei Tage später, am
9. April, kam er schließlich in Zell am Harmersbach an.
Seitdem ist Lou regelmäßig auf den Wiesen zwischen Unterharmersbach-Grün und Oberharmersbach zu sehen. Dort findet er offenbar ausreichend Nahrung und gute Bedingungen. Die Nächte verbringt er auf den Hausdächern in der Zeller Innenstadt. Für einen kurzen Abstecher zog es ihn am 23. April zwischenzeitlich ins elsässische Brumath. Doch bereits am Tag danach kehrte er über Gamshurst und Oberkirch wieder nach Zell am Harmersbach zurück.
Dating bislang nicht erfolgreich
Einen Partner hat der Storch bislang noch nicht gefunden – vielleicht ändert sich das ja noch in den kommenden Wochen. Lou ist schon jetzt ein besonderer Gast und ein faszinierendes Beispiel für die weiten Reisen der Weißstörche.
Wer seine Route weiterverfolgen möchte, kann dies über die App „Animal Tracker“ tun und Lou so ein Stück weit auf seinen Reisen begleiten.





