Vereine nehmen die Gastronomie im Städtle selbst in die Hand

Gasthaus Adler, Restaurant La Piazza und der Hirschgarten stehen vor einem Neubeginn. Morgen wird mit einer Kneippentour die Eröffnung gefeiert.

Die Gastro-Landschaft in der Stadt Zell wurde in den vergangenen Monaten arg gebeutelt. Der Sigi vom Adler ging in den Ruhestand, Pietro vom La Piazza hat es nach Steinach gezogen und auch der Hirschgarten ist seit längerer Zeit geschlossen.

Viele Zeller fragen sich seither, wo man denn einkehren kann und auch die Mitglieder der örtlichen Vereine haben ein Problem: „Wohin nach dem Training, der Musikprobe und nach der Gesangsstunde?“ Deshalb hat es in den vergangenen Wochen im Hintergrund eine Reihe von Gesprächen gegeben und jetzt ist klar: „Die Zeller Vereine nehmen die Gastronomie im Städtle selbst in die Hand!“

An der Fasend hat alles wunderbar geklappt

Die Vorreiterrolle hat – wie so oft in Zell – die Narrenzunft übernommen. Kurzerhand hat der Narrenrat über die Fasend das Gasthaus „Adler“ zur „Zunftstube“ gemacht und der Laden war brechend voll. Kleine Speisekarte, kühle Getränke, gute Musik und der legendäre Stammtisch, an dem sich alle treffen – das soll auch das Konzept für die Zukunft sein.
„An der Fasend hat alles wunderbar geklappt“, schwärmt Zunftmeister Clemens Halter, der selbst jede Menge Erfahrung im Bierzapfen hat und der sich zu 100 Prozent auf sein Narrenratsteam verlassen kann. Als einer der mitgliederstärksten Vereine in der Stadt habe die Zunft ohnehin keine Probleme damit, genügend Personal für den Theken- und Küchendienst sowie für den Service zu stellen.

Auch der Zeller Fußballverein ist von den Adler-Plänen hellauf begeistert. Für die gelben Löwen war der „Adler“ lange Jahre die zweite Heimat und jetzt hat man endlich wieder mitten im Städtle eine Adresse, um tolle Siege und möglicherweise bald den Aufstieg in die Landesliga feiern zu können. „Wir machen bei der Vereinsgastronomie im Adler mit. Das ist für unsere Jungs und Mädels ein zusätzlicher Motivationsschub“, betont ZFV-Vorstand Christian Pristl.

Einmal pro Woche gibt es Live-Musik

Das „La Piazza“ war seit vielen Jahren die Heimat für die Minipäpers. Mit einem stimmungsvollen Ständchen haben die Fasendmusiker erst vor wenigen Tagen Wirt Pietro und sein Team verabschiedet. Auch hier fiel die Idee der Vereinsgastronomie schnell auf fruchtbaren Boden. Minipäpers-Chef Georg „Schorsch“ Heitzmann bringt sein Können als Küchenchef und als Wirt mit ein – die Bandmitglieder erledigen den Rest.

„Künftig proben wir nicht mehr im stillen Kämmerlein“, erklärt Georg Heitzmann und verspricht: „Einmal pro Woche gibt es künftig im La Piazza Livemusik.“ Auch Dirigent Stefan Polap von der Stadtkapelle ist von der Idee begeistert und will sich mit öffentlichen Proben den Minipäpers anschließen.

So wie im „Adler“ sind im „La Piazza“ die Musikerinnen und Musiker nicht alleine. Die Mitglieder des Gesangvereins „Frohsinn“, die Männerriege des Turnvereins Unterharmersbach und auch die Donnerstags-Radler haben ihre Bereitschaft signalisiert, die Traditionsgaststätte am Kanzleiplatz zu neuem Leben zu erwecken. Und alle gemeinsam versprechen: „Die Wirtschaft bleibt mindestens bis Mitternacht geöffnet und auch die Küche ist bis dahin in Betrieb.“

„Wir sind die tollsten Kuchenbäckerinnen im Tal“

Die Zeller Vereinsgastronomie hat sich bis nach Unterentersbach herumgesprochen und die Entersbacher LandFrauen auf den Plan gerufen. „Der Hirschgarten ist die ideale Adresse für uns“, betonte die 1. Vorsitzende Rosa Schätzle und erklärt: „Wir LandFrauen sind ohnehin die tollsten Kuchenbäckerinnen im Tal.“ Schon bei vielen Festen in Unterentersbach haben sie dies unter Beweis gestellt.

Den kompletten Bericht und weitere Bilder finden Sie in der Print-Ausgabe der Schwarzwälder-Post.

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