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Zell am Harmersbach | 13.10.2025

Wie aus Hirtenbub Bastel Wasserdoktor Kneipp wird

Foto:
Kneippvereins-Vorsitzende Marianne Burger und Klaus Zillhardt ließen mit ihren Vorträgen das Leben und Wirken von Pfarrer Sebastian Kneipp lebendig werden. Foto: Hanspeter Schwendemann
von Hanspeter Schwendemann

Mit Marianne Burger und Klaus Zillhardt auf den Spuren von Pfarrer Sebastian Kneipp. Lehrreich und unterhaltsam zugleich erzählten sie seine Lebensgeschichte.

Die „heitere Lebensgeschichte von Pfarrer Kneipp“ war das Thema eines Vortragsabends, zu dem der Kneippverein Zell eingeladen hatte. Die 1. Vorsitzende Marianne Burger und Klaus Zillhardt ließen dabei das Leben und Wirken des „Wasserdoktors“ lebendig werden. Zunächst biografisch lehrreich, dann unterhaltsam ganz in Reimform.

Der Abend im Foyer des Storchenturm-Museums erinnerte auch an die Auftritte von Künstler Ernst Pilick, der über viele Jahre mit seinen Vorträgen das Programm des Zeller Kneippvereins bereichert hatte.
Musikalisch begrüßt wurden die Gäste am Freitagabend vom Zamba. In der Pause gab es Lebensquell-Wasser aus dem Schwarzwald – passend zum Thema des Abends.

Ein willensstarker Mann

Vorsitzende Marianne Burger schilderte den Lebenslauf von Sebastian Kneipp, der von 1821 bis 1897 gelebt hat. Er war zunächst alles andere als heiter. Armut und Schicksalsschläge begleiteten seine Kindheit und seine Jugendjahre. Das konnte ihn aber nicht von seinem Berufswunsch abhalten, Priester zu werden. Willensstark hat er sein Ziel verfolgt und dank einiger Unterstützer auch erreicht. 1852 wurde er in der Basilika von Ottobeuren zum Priester geweiht.

Marianne Burger erinnerte auch an die Zeit, in der Sebastian Kneipp gelebt hat. Die Epoche war geprägt von der Industrialisierung und von gesellschaftlichen Umbrüchen. Die Arbeiterklasse war betroffen von der „Elendskrankheit“ Tuberkulose, an der auch Sebastian Kneipp gelitten hat. Die Kneippvereinsvorsitzende spannte in ihrem Vortrag den Bogen zu Franz Joseph Ritter
von Buß, dem bekanntesten Sohn der Stadt Zell. Der hat Mitte des 19. Jahrhunderts in seiner Fabrikrede gegen die Missstände in den Fabriken gekämpft und am Freyersberg ebenfalls die Heilkraft des Wassers entdeckt. Eine spannende Verbindung.

Für Pfarrer Sebastian Kneipp wurde das kalte Wasser der Donau zum persönlichen Heilmittel und er entwickelte daraus sein ganzheitliches Gesundheitskonzept, das bis heute seine Gültigkeit hat. Kneipp machte den Ort Wörishofen zu einem weltbekannten Kurort, musste aber auch mit Widerständen kämpfen. In seinem Lehrbuch „Meine Wasserkur“ hat Pfarrer Kneipp 120 Anwendungen aufgeschrieben.

Seine Lehre hat sich rasch verbreitet. Schon im Jahr 1890 wurde der erste Kneippverein gegründet. In Zell a. H. sollte es noch bis zum Jahr 1974 dauern. Der rund zehn Kilometer lange Kneipp-Rundweg mit
seinen insgesamt acht Kneipp-Anlagen ist heute ein Aushängeschild der Stadt.

 

Den kompletten Bericht finden Sie in der Print-Ausgabe der Schwarzwälder-Post.

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Schlagworte:
Kneippverein Zell am Harmersbach

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  • Deutscher Mühlentag: Historische Maile-Gießler-Mühle am Pfingstmontag geöffnet am 25.05.2026 ab 10:00 Uhr
  • Schwarzwaldverein – Ortsgruppe Nordrach: Durch den Erzbach zur Geroldseck am 31.05.2026 ab 13:00 Uhr

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