Bei einer außerordentlichen Mitgliederversammlung stimmten am Freitagabend 22 der 23 anwesenden stimmberechtigten Mitglieder in offener Abstimmung für die Auflösung des Vereins.
Einziger Tagesordnungspunkt einer außerordentlichen Mitgliederversammlung am Freitagabend im Vereinsheim war der Beschluss zur Auflösung des DRK-Ortsvereins Zell. Grund dafür war, dass für die Aktivposten in der Vorstandschaft – Bereitschaftsleitung, Bereitschaftsärztin, Schriftführerin, Kassiererin – keine Nachfolge mehr gefunden werden konnten. Auch die Bestrebungen für einen Zusammenschluss mit einer der Nachbarortsgruppen blieben erfolglos. Letztlich stimmten am Freitagabend 22 der 23 anwesenden stimmberechtigten Mitglieder in offener Abstimmung für die Auflösung des DRK-Ortsvereins Zell. Zuletzt gehörten dem Ortsverein 25 aktive und 280 passive Mitglieder an. Nun befindet sich der Verein ein Jahr lang im Status der Liquidation, ehe er aus dem Vereinsregister gelöscht wird.
Tiefes Bedauern und auch Erleichterung
Es waren sehr gemischte Gefühle, die die Versammlung geprägt haben. Ehrenmitglied Annemarie Furtwengler, die dem DRK Zell seit 62 Jahren angehört, vergoss Tränen und trauerte der Kameradschaft nach, die sie in all den Jahren erlebt hat. Anderen Menschen zu helfen, ist für sie eine Lebensaufgabe.
Nicht anders ist dies für Bereitschaftsleiterin Margit Wohlgethan, Schriftführerin Kerstin Stricker, Kassiererin Klaudia Grafmüller und allen voran für Bereitschaftsärztin Dr. Anna Niederberger. Sie alle setzen sich seit Jahrzehnten für die Mitmenschen ein und haben im DRK Zell ehrenamtlich Verantwortung übernommen. Zuletzt haben sie sich nochmals bereiterklärt, ihre Ämter kommissarisch weiterzuführen. Letztlich bedeutet für sie bei allem Bedauern der Beschluss zur Vereinsauflösung eine Entlastung aus ihren Pflichten.
Eine einmalige Chance verpasst
„Es ist ein schwieriger Fall für mich“, machte auch Hans-Martin Moll bei der Aussprache deutlich. 16 Jahre lang war er Vorsitzender des Ortsvereins. Seit der Übergabe des Vorstandsamts an Günter Pfundstein vor drei Jahren ist er Beisitzer. Es sei zunehmend schwieriger in unserer Gesellschaft Menschen zu finden, die ehrenamtlich Verantwortung übernehmen, bedauerte Hans-Martin Moll. Unverständnis zeigte er für das Scheitern der Fusionsgespräche. Hierdurch sei eine einmalige Chance verpasst worden.
Auch der DRK-Kreisvorsitzende Jürgen Nowak sprach von einem „traurigen Anlass“. Die Zahl der Ortsverbände im Kreis Wolfach werde nun von zehn auf neun sinken. Es sei auch in anderen Ortsverbänden immer ein großes Auf und Ab zu beobachten, letztlich könne man die Menschen aber nicht auf Dauer verpflichten. Es sei nun eine Überlegung wert, neue Strukturen zu schafen.
DRK-Kreisgeschäftsführer Volker Halbe betonte, dass man sowohl die aktiven als auch die passiven Mitglieder nicht verlieren wolle. Der Kreisverband wolle aktiv um sie werben.
Den kompletten Bericht und weitere Bilder finden Sie in der Print-Ausgabe der Schwarzwälder-Post.





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