Kleine Amulette und österliche Glücksbringer

Weinbergschnecken verschließen ihr Haus im Herbst mit einem Kalkdeckel

Die kleinen Steine findet man im Frühjahr an sonnigen Hängen, wo auch Weinbergschnecken leben. Sie wurden früher von Kindern gesammelt und verschenkt, denn mit ihnen hat es eine besondere Bewandtnis.

Die Weinbergschnecken verschließen ihr Haus im Herbst mit einem Kalkdeckel, nachdem sie sich in den weichen Boden eingegraben haben. Wie in einem Grab ruhen die Schnecken, bis sie die Frühjahrssonne wieder erweckt. Dann »rollt« die Schnecke den Stein vom Grab und kommt heraus.

Die Menschen fühlten sich an Ostern erinnert, wenn der Stein am Grab Jesu fortgerollt war. Das Leben der Schnecke wurde mit dem Ostergeschehen verknüpft und so Auferstehung vielleicht besser verständlich und erlebbar.

Die Steinchen wurden zu Ostern in die Kirche gebracht, dort geweiht und galten als Glücksbringer. Sie sind leicht zerbrechlich, aber auch das gehört dazu. »Glück und Glas, wie leicht bricht das.«

Schwarzwälder Post – Ihre Druckerei im Mittleren Schwarzwald