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Zell am Harmersbach | 3.12.2018

Vom Wahrsager Nostradamus bis zur Jazzlegende Benny Goodman

Stadtkapelle Zell erweckte beim Cäcilienkonzert 2018 Märchen, Mythen und Legenden zu neuem Leben – Virtuose Solisten stellten ihr Können unter Beweis

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Großen Applaus gab es für einen zauberhaften Konzertabend voller Überraschungen für Dirigent Stefan Polap und die Stadtkapelle Zell am Harmersbach. Foto: Hanspeter Schwendemann
von Hanspeter Schwendemann

Von den sagenumwobenen Kelten bis zum flotten Kindermädchen Mary Poppins, vom mittelalterlichen Wahrsager Nostradamus bis zur swingenden Jazzlegende Benny Goodman: Die Stadtkapelle Zell entführte die Zuhörer beim Cäcilienkonzert 2018 in einen zauberhaften Märchenwald voller klingender Überraschungen. Drei Stunden lang gelang es Dirigent Stefan Polap und seinem Orchester, viele Märchen, Mythen und Legenden zu neuem Leben zu erwecken. Dabei bildete die Stadtkapelle einen sehr ausgewogenen Klangkörper. Darüber hinaus stellten im Laufe des Abends eine ganze Reihe von Solisten ihr Können unter Beweis und gaben dem Cäcilienkonzert damit eine besondere Note.

Die Solistinnen Aurelia Wolters (rechts) und Maren Bachlmayr (links) spielten sehr gekonnt das Stück »Celtic Flutes«.
Beim Cäcilienkonzert am Samstagabend wurden von der Stadtkapelle Märchen und Mythen zum Leben erweckt. Klarinettist Nico Armbruster begab sich mit seiner Soloeinlage auf die Spuren der Jazzlegende Benny Goodman.
Beim »Bugatti Step« stellten die vier Nachwuchs-Klarinettisten (von links) Nico Armbruster, Carina Carbone, Carolin Polap und Simon Schwingshandl ihre Fingerfertigkeit unter Beweis.
Großen Applaus gab es für einen zauberhaften Konzertabend voller Überraschungen für Dirigent Stefan Polap und die Stadtkapelle Zell am Harmersbach.

»Es war einmal, am Fest der heiligen Cäcilia, als sich die musikalischen Urgesteine der Stadt Zell auf den Weg durch einen musikalischen Märchenwald begaben. Dirigent Stefan Polap wurde tapfer begleitet von seinen treuen Weggefährten«, stimmte Vorstandssprecher Sebastian Grillich die erwartungsfrohen Gäste in der mit über 400 Besuchern sehr gut besetzten Ritter-von-Buß-Halle auf den Abend ein: »Der Zauber kann beginnen!« Unter den Gästen konnte Grillich auch Bürgermeister Günter Pfundstein, Ehrenbürger Hans-Martin Moll und die Ehrenmitglieder der Stadtkapelle begrüßen.

Auf der Bühne hatten erstmals die Jungmusiker Amelie Ette, Julia Rumpel, Aron Roth, Melvin Seith und Simon Schwingshandl Platz genommen. Für Dirigent Stefan Polap war es das zweite Cäcilienkonzert, das er als Leiter der Stadtkapelle Zell bestreiten konnte. Sowohl bei der Auswahl der Musiktitel als auch mit seiner Arbeit mit den Musikerinnen und Musikern konnte er seine glückliche Hand unter Beweis stellen. Wie engagiert er am Samstagabend unterwegs war, bewies Stefan Polap als bei seinem schwungvollen dritten Pausengong der Trommelschlegel in zwei Stücke zerbrach.

Ein göttliches Fest

Mit dem göttlichen Fest »Saturnalia« eröffnete die Stadtkapelle den Reigen der Märchenstunde. Menschen und Götter tauschen ihre Rollen. Fanfarenklänge verkünden rauschende Momente und ein opulentes Gelage. Mit dem »Cry of the last Unicorn« folgte ein emotionales Orchesterwerk, bei dem Orchester und Dirigent gefühlvoll das friedlich weidende Einhorn auf der Wiese beschrieben und dann spannungsgeladen die dramatische Treibjagd auf das Fabelwesen intonierten. Ein erster Höhepunkt eines insgesamt sehr gelungenen Konzert­abends.

Die beiden Querflötistinnen Aurelia Wolters und Maren Bachlmayr eröffneten mit dem Stück »Celtic Flutes« den Reigen der Soloauftritte. Begleitet vom rhythmischen Klatschen des Orchesters kündeten die souverän aufspielenden Musikerinnen lebendig und einprägsam von Liebe und Leid, von Freude und Hoffnung des mittelalterlichen Volkes. Auch das Segelschiff Maracaibo ist eine sagenumwobene Legende. Begleitet von Trommelwirbeln zieht das Schiff in die Seeschlacht, von der es nie mehr wieder zurückkehrt. Kraftvoll hob die Stadtkapelle diesen musikalischen Schatz – am Ende reckte Dirigent Polap spannungsgeladen seine geballten Fäuste in die Luft.

Kontrastreicher zweiter Konzertteil

Mit ihrem Glockenspiel stimmte Heidrun Metzler zum Auftakt des zweiten Konzertteils die Zuhörer auf das heitere Medley »Mary Poppins« ein. Sonja Müller aus Unterharmersbach, die als Gastspielerin die Stadtkapelle verstärkte, gab diesem Stück mit ihrem ausdrucksstarken Oboe-Spiel seine besondere Note. Fröhlich konnte man Mary Poppins über die Dächer tanzen sehen. Bei der kraftvollen Fanfare »Trumpet Blues and Cantabile« führte das Trompetenregister musikalische Regie. Der große Applaus galt Mona Metzler, Martin Harter, Adrian Schmider, Felix Schmider, Max Totzke, Jan Breig und Robert Maier.

Das Meisterwerk des Cäcilienkonzerts war das monumentale Orchesterwerk »Nostradamus«, das die Stadtkapelle voller Energie und
facettenreich intonierte. Das von der Kapelle mystisch geflüsterte »Nostradamus« war eingebettet in die geheimnisvollen Klänge der Querflöte, gespielt von Marlene Kühnhanss. Schwere Töne des tiefen Blechs und dramatische Triller der Klarinetten kündeten von Verfolgung und Pest. Dazu gab es musikalische Bilder von Aufmärschen, aber auch von der ersten Liebe. Welche Prophezeiungen des mittelalterlichen Arztes und Wahrsagers gehen in Erfüllung? Eine Frage, die auch die Stadtkapelle mit ihrem geheimnisvollen Nachklang offen ließ. Die Klangpause zuvor ging in begeisterten »Bravo«-Rufen und im vorschnellen Applaus der Zuhörer unter.

Eine Legende der Neuzeit ist die tschechische Rennfahrerin Eliska Junková, die im Jahr 1931 im damals schnellsten Automobil Bugatti unterwegs war. Beim »Bugatti Step« stellten die vier Nachwuchs-Klarinettisten Nico Armbruster, Carina Carbone, Carolin Polap und Simon Schwingshandl ihre Fingerfertigkeit unter Beweis. Auf die Spuren von Jazzlegende Benny Goodman begab sich mit souveräner Leichtigkeit und mitreißendem Groove Klarinettist Nico Armbruster. Gemeinsam mit ihm entfachten Birgit Maier am Saxophon, Sebastian Grillich an der Zugposaune und Trompeter Robert Maier mit weiteren Soloparts ein musikalisches Feuerwerk.

Drei Zugaben forderte das begeisterte Publikum. Mit dem Glenn-Miller-Medley »A String of Pearls« ließ die Stadtkapelle einen weiteren Altmeister des Jazz lebendig werden. Einem der Jüngsten der Stadtkapelle, dem Trompeter Max Totzke, blieb es vorbehalten, mit seinen Solos auf dessen Spuren zu wandeln. Max Totzke war es auch, der mit seiner nüchternen Ansage der Notenspender am Samstagabend mehrfach die Lacher im Publikum auf seiner Seite hatte. Sehr gekonnt und informativ leitete das Moderatoren-Duo Amelie Dreher und Adrian Schmieder durch den Konzertabend. Mit dem Kaiser-Sissi-Marsch und dem Badner-Lied – wohl auch ein Legende heimischer Konzertabende – entließ die Stadtkapelle ihre Zuhörer in die Adventszeit. Das Publikum belohnt die Akteure mit großem Applaus. Von den Musikerinnen und Musikern gab es Standing Ovationen für ihren musikalischen Leiter Stefan Polap.

 

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